Dienstwagenklassiker Mercedes G-Modell

Das Papamobil

Foto: g-klasse, papamobil, seite 2 Bilder

Der Papst hatte seinen ganz besonderen Firmenwagen. Gepanzert und made in Austria.

Es ist, als bezöge jemand Rente und BAföG gleichzeitig. Jedenfalls fahren von der G-Klassedie ersten mit H-Kennzeichen, während die jüngsten noch fleißig vom Band laufen. Begonnen hat die Geschichte mit einem Schreiben aus dem Iran. Der Staat unter Schah Reza Pahlevi hielt Anfang der 70er-Jahre18,5 Prozent der Daimler-Benz-Aktien und bat, doch mal für persische Grenzpatrouillen einen geländetauglichen Wagen zu bauen. Praktischerweise hegte Österreichs Heer ähnliche Wünsche. Die Bundeswehr dagegen winkte ab. Derartige Opulenz? Da war der Atem des Bundesrechnungshofs
schon zu spüren. Hierzulande sollte der VW Iltis das Rennen machen.

Dennoch vereinbarten Steyr-Daimler-Puch und Mercedes 1972, die G-Klasse (intern W 460) gemeinsam zu entwickeln und ab 1979 in Graz zu bauen. Je nach Land wurde der Wagen als Puch oder als Mercedes verkauft. Schnell führten die Auftragsbücher illustre Namen auf: Arnold Schwarzenegger fuhr einen der ersten Puch G. Der Papst bekam ein besterntes G-Modell als Papamobil und Jacky Ickx gewann 1983 im Mercedes G die Rallye Paris-Dakar. Selbst Erich Honecker zog das Gefährt einem Lada Niva vor. Vermutlich für Landschaften, die es in der DDR nie gab. Erst bei 40 Grad Steigungswinkel drohte der Wagen zu kippen. Zuschaltbare Differenzialsperren, lange Federwege, riesige Bodenfreiheit und immense Zugkraft lockten Feuerwehr, Katastrophenschutz oder THW.

Foto: g-klasse, innenraum
Die rustikalen Ur-Modelle sind längst reif fürs H-Kennzeichen.

Zu Beginn röhrte der 2,4-Liter-Diesel aus dem W 123 mit nur 72 PS und maximal 117 km/h über Stock und Stein. Solide langweilig, aber unkaputtbar. So etwas kam schon immer an in Behördenflotten.Der Name Puch ist mittlerweile verschwunden. Was niemanden daran hindert, die G-Klasse weiter zu bauen. Nun bei Magna Steyr, immer noch in Graz, aber nur noch mit Stern. Motorenflüsterer befeuern mit bis zu 612 PS und machen sie zum teuersten aller Mercedes Serienmodelle. Gute Voraussetzungen also in der Liga der Bauzeitkönige: Noch sechs Jahre und die G-Klasse überholt die Ente.

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