Elektrischer Lkw-Verkehr

Ladeinfrastruktur fehlt noch

Tesla will seinen elektrischen Semi im kommenden Jahrzehnt auf die Straße bringen Foto: Tesla Motors

Im Straßengüterverkehr will die EU den Spritverbrauch auch durch Elektro-Lkw senken. Bisher gibt es aber noch zu wenige Lademöglichkeiten, wie die Industrie moniert.

Für die Elektrifizierung des Lkw-Verkehrs fehlt in Europa noch die komplette Infrastruktur. Einer Untersuchung des Branchenverbands ACEA zufolge bräuchten die E-Trucks im kommenden Jahrzehnt rund 20.000 Schnellladestationen (bis 500 kW) an Schnellstraßen sowie 6.000 zusätzliche ultraschnelle Ladesäulen (mehr als 500 kW). Aktuell gibt es weder die einen noch die anderen. Auch ein technischer Standard für Ladestecker existiert noch nicht.

Ähnlich schlecht sieht es den Industrievertretern zufolge bei der Wasserstoff-Infrastruktur für Lkw aus: Bislang gibt es in Europa weniger als zehn Wasserstoff-Tankstellen, für die Elektrifizierung des Lkw-Verkehrs wären jedoch rund 500 nötig. Hinzu kämen 500 Stationen für flüssigen Wasserstoff. Ladesäulen und H2-Tankstellen für Pkw können von Lkw nicht genutzt werden, nicht zuletzt aufgrund ihrer größeren Abmessungen.

Mit den nun veröffentlichten Bedarfsberechnungen reagiert der Verband auf die aktuellen Diskussionen um neue CO2-Grenzwerte für die europäische Lkw-Flotte. Die von der EU bislang vorgeschlagenen Ziele seien nur mit einem schnellen Ausbau des emissionsfreien und -armen Güterverkehrs auf der Straße zu erreichen, heißt es in einer Stellungnahme. Für die dazu nötige Schaffung einer Ladeinfrastruktur gebe es jedoch nicht einmal konkrete Pläne, kritisiert die ACEA.

Aktuell bietet die Industrie allerdings auch kaum elektrische Lkw an. Bislang gibt es lediglich Transporter und Leicht-Lkw in Elektro-Varianten, erste Modelle für den Verteilerverkehr sind für die kommenden Monate angekündigt. Batteriebetriebene Mittel- und Langstrecken-Trucks wie sie etwa Tesla oder das Start-up Nikola entwickeln wollen, dürften jedoch noch bis ins kommende Jahrzehnt auf sich warten lassen. Ob der Akku-Lkw allerdings in Europa jemals eine größere Rolle spielen wird, ist umstritten. Viele Experten räumen der Brennstoffzellentechnik sowie Lösungen mit Oberleitungen auf längeren Strecken realistischere Chancen ein. Auch Erdgas und flüssige Biokraftstoffe könnten neben Hybridantrieben helfen, die CO2-Bilanz von Lkw zu verbessern.

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