Elektromobilität bei FCA

Roberto di Stefano im Interview

Foto: FCA

Fiat, Jeep, Alfa und Co starten gerade in die Elektromobilität. Warum er diesen Zeitpunkt für goldrichtig hält und welche Modelle in den nächsten Monaten unter Strom stehen, das erläutert Elektromobilitäts-Chef Roberto Di Stefano.

Auf der firmeneigenen Teststrecke konnten die ersten Plug-In-Hybriden von FCA erstmals On- und Offroad gefahren werden. FCA-Head of E-Mobility Roberto Di Stefano erklärt, warum er die Einstiegsmodelle in die Jeep-Welt für den Aufbruch gewählt hat.

Mit Renegade und Compass bringen Sie jetzt die ersten beiden Plug-In-Hybride des ganzen FCA-Konzerns. Andere Hersteller haben da schon von mehreren Modellen bereits die zweite elektrifizierte Generation im Portfolio. Hat FCA den Trend verschlafen?

Di Stefano: "Bestimmt nicht. Wir kommen goldrichtig, weil jetzt die Kunden verstärkt nach elektrifizierten Autos fragen. Da spielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine Rolle, aber auch die strengeren Abgasregeln - und natürlich auch die Förderungen in vielen Ländern. Das macht elektrifizierte Autos für den Massenmarkt interessant."

Dann ist die Konkurrenz zu voreilig gewesen?

Wir stellen Autos in großen Volumina her - und für die entscheidet sich der Kunde immer dann, wenn sie bei Preis und Leistung einen echten Mehrwert bieten. Bei den bisherigen Batteriepreisen ist das für massentaugliche E-Autos nicht darzustellen gewesen. Jetzt ändern sich da die Konditionen wie Akku-Preise dramatisch - und damit auch die Nachfrage. Darum kommt nun allein in diesem Jahr nach den Mildhybriden bei Panda und 500 der neue vollelektrische 500 und unser Ducato als E-Transporter. Es folgen Plug-In-Hybride vom Alfa-Romeo C-UV und Jeep Wrangler sowie eine ganze Welle von einem Dutzend elektrifizierten Autos. Wir haben da eine klare Strategie.

Die könnte ja jetzt etwas durcheinanderkommen: FCA will ja mit PSA fusionieren - und von Peugeot, Opel, DS und Citroen gibt es schon viele Angebote bei elektrischen Autos. Da können Sie doch einfach und schnell neue Varianten eines Fiat, Alfa, Chrysler oder Maserati auf den existierenden PSA-Plattformen bauen?

So einfach ist das Autobauen nicht. Bei gemeinsamen Projekten reden wir von der nächsten oder übernächsten Generation. Und da haben wir auch dank unserer Milliardeninvestitionen bei FCA einige interessante Modelle in Aussicht. Natürlich werden wir aber auch mit PSA reden, wenn sobald die Fusion genehmigt ist. Ansonsten begegnen wir uns bisher vor allem am Markt - und kämpfen gegeneinander um jeden Kunden.

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