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Foto: Audi

Fahrbericht Audi A4 Avant g-tron

Der A4 gibt Gas

Mit dem A4 Avant g-tron setzt Audi verstärkt auf umweltfreundliches Erdgas. Wir waren mit dem alternativen Kombi aus Ingolstadt unterwegs.

Bis auf das kleine Emblem rechts auf der Heckklappe und der zweiten Tankanzeige im Cockpit deutet nichts auf seine besondere Antriebsform hin. Selbst die beiden Einfüllstutzen befinden sich unter einer gemeinsamen Tankklappe. Doch fährt der A4 Avant g-tron mit umweltfreundlichem Erdgas (CNG). Wesentlich sauberer als mit Diesel oder Benziner und darüber hinaus wesentlich wirtschaftlicher. Gerade einmal vier Euro pro gefahrene 100 Kilometer kostet der A4 Avant mit grünem Umweltgewissen.

Audi produziert eigenes, klimaschonendes Erdgas

Erdgas mag zwar neben all dem Hybrid- und Elektro-Hype ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein, macht aber für die Flotte durchaus Sinn, denn es verbrennt sehr sauber. Bis zu 80 Prozent CO2 lassen sich mit dem Betrieb des auf 200 Bar komprimierten Gases einsparen. Die Ingolstädter produzieren das Erdgas im Emsland selber. Das aus erneuerbaren Energien gewonnene Audi e-Gas wird – wie beim Ökostrom – ins Gasnetz zurückgespeist. Und zwar genauso viel, wie der Kunde eines Erdgas-Audi verbraucht. In den ersten drei Jahren ist das Angebot für den 33.866 Euro netto teuren Audi A4 Avant g-tron im Preis enthalten. Der Kunde zahlt einfach den aktuellen Erdgaspreis an der Tankstelle. Ob und wie viel Audi danach für das synthetisch hergestellte Methan verlangt, ist noch offen.

Angetrieben wird der Audi A4 Avant g-tron von dem Zweiliter-Vierzylinder TFSI mit 170 PS. Der Turbobenziner wurde auf die alternative Antriebsform an 29 Stellen angepasst und arbeitet bivalent. Das heißt, der g-tron fährt sowohl mit Erdgas als auch mit Superbenzin. Daher ist neben den vier Gasbehältern mit einem Inhalt von 19 Kilo unter dem Fahrzeugheck auch ein kleiner 25 Liter-Benzintank montiert. Der Gasbetrieb hat immer Vorrang. Geht er beim A4 Avant g-tron zur Neige, wird automatisch auf Benzin umgestellt. Exakt vier Kilo Erdgas oder sechs Liter Sprit soll der Audi im Schnitt verbrauchen. Die Reichweite mit CNG beträgt 500 Kilometer und mit Benzin sind es 450 km. Insgesamt sind es also 900 Kilometer maximal, das entspricht dem Niveau eines herkömmlichen Diesel.

Korrosion ist kein Thema mehr

Rosten, wie einst beim VW Touran, können die Erdgasbehälter übrigens nicht. Anstelle von altersschwachem Metall werden sie beim A4 Avant aus einer Mischung aus kohlefaserverstärkten sowie glasfaserverstärkten Kunststoffen hergestellt. Zum weiteren Schutz vor Rempeleien mit Blumenkübeln oder anderen etwaigen Parkhindernissen sind sie zudem von einem robusten Käfig aus Stahl umhüllt.

Dass der A4 Avant mit alternativem Kraftstoff unterwegs ist, fällt in der Praxis nicht auf. Einzig sensible Ohren werden den Zweiliter-TFSI monieren, der beim kraftvollen Ausdrehen etwas metallisch-rau klingt. Aber allenfalls nur dann. Insgesamt liegt das Geräuschniveau auf einem angenehm niedrigen Level – auch auf der Langstrecke. 270 Newtonmeter Drehmoment sorgen für eine frühe Kraftentfaltung bei niedrigen 1.650 Touren. Unterschiede zwischen dem Erdgas-Audi und einem konventionellen A4 mit Zweiliter-TFSI sind nicht auszumachen. Weder bei der Leistung, noch beim Klang müssen Abstriche gemacht werden.

Zoom Audi A4 Avant g-tron 2017 Foto: Audi
Kleine Zugeständnisse ans Gewicht und Gepäckabteil

Höchstens beim Ballast und beim Kofferraumvolumen. Doch lassen sich die kleinen Kompromisse zugunsten einer sauberen Umwelt leicht verschmerzen. Die Details: Der Audi A4 Avant g-tron wiegt gegenüber dem regulären A4 Avant 2.0 TFSI 100 Kilogramm mehr und kann bei Bedarf bis zu 1.700 Kilo Anhängelast an den Haken nehmen. Das Gepäckabteil fällt beim A4 Avant g-tron mit 415 Litern um 90 Liter kleiner aus. Zur Unterbringung der vielen Tanks musste der Ladeboden um fast fünf Zentimeter angehoben werden, auch das Ablagefach darunter fiel weg. Weiterhin lassen sich aber die Rücksitzlehnen im Erdgas-Avant umlegen. Dann entsteht ein Stauraum von bis zu 1.415 Litern, jedoch wirkt sich der erhöhte Ladeboden hier zum Vorteil aus, da die Stufe nach dem Umklappen geringer ist als beim normalen Avant.

Dafür sind die Zugeständnisse beim Tanken höher. Warum der Audi g-tron immer Benzin mit sich führen sollte, ist schnell erklärt. Der Benzinvorrat dient notfalls zur Überbrückung, da das Erdgas-Tankstellennetz mit rund 900 Zapfstationen verhältnismäßig dünn gesät ist. Zukünftig soll sich das Netz zwar verdoppeln, doch kann das unter einem Druck von 200 bar stehende Erdgas oftmals nicht rund um die Uhr getankt werden, da der Tankvorgang vom Stationspersonal manuell freigeschaltet werden muss. Also rein in die Tanke, Bescheid sagen, raus zum Auto, Knopf drücken zum Gaseinfüllen und wieder rein zum Bezahlen. Weiterhin eine ziemlich umständliche Methode an der auch der Audi A4 Avant g-tron nichts ändern kann oder wird.

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Datum

29. Juni 2017
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