Mazda 3 (2019) im Fahrbericht

Alles, nur nicht langweilig

Mazda 3 2019 Foto: Mazda 14 Bilder

Nach knapp sechs Jahren schickt Mazda die 3er-Baureihe in den Ruhestand. Der neue Mazda 3 kommt in einer überaus reichhaltigen Sicherheitsausstattung und startet mit einem revolutionären Motor.

Die vierte Neuauflage des kompakten Mazda3 fährt optisch geschärft vor. Richtig schick sieht er aus, fällt mit seiner langen und weit nach unten gezogenen Motorhaube, dem breiten Kühlergrill sowie den schmalen Scheinwerfern auf. Und er ist ein Fahrer-Auto, mit schnörkellosem Cockpit und hochwertigen Materialien, die selbst anspruchsvollen Dienstwagenfahrern gefallen dürften. Seine Serienausstattung fällt schon beim Basismodell äußerst umfangreich aus. So ist immer ein vollwertiges Head-Up-Display an Bord, welches alle Informationen direkt in die Windschutzscheibe und nicht auf ein billiges Plastikscheibchen projiziert. Ohne Mehrpreis bekommt der Fahrer ebenfalls ein Multimediasystem samt Navi, Spracherkennung und Smartphone-Integration. Genauso ein Digitalradio, einen Abstandstempomaten samt Spurhalter und Spurwechselassistent und LED-Scheinwerfer.

Mazda 3 2019 Foto: Mazda

Die Einparkhilfe liefert Mazda ebenfalls serienmäßig. Gut so, denn Rückwärtsfahren wird zum Glücksspiel, da fette C-Säulen und kleine Fenster den Blick beschränken. Gegen Aufpreis lässt sich das Rundum-Sorglos-Paket noch verfeinern. In der Preisliste finden sich Matrix-Licht, eine induktive Ladeschale fürs Smartphone oder das Bose-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern.

Licht und Schatten

Weniger gut gefällt uns die Anordnung des Multimediasystems. Der Monitor ist mit 8,8 Zoll zwar ordentlich breit, aber auch sehr flach. Außerdem sitzt er hinter einer ausladenden Cockpit-Kante, die den Blick darauf einschränkt. Zudem meint es die weibliche Navi-Stimme zu gut mit ihren Ansagen, meldet sich auf der Autobahn praktisch bei jeder Ausfahrt zu Wort, um uns dann trotzdem weiter geradeaus zu führen.

Schade, denn ansonsten funktioniert das Infotainment gut und lässt sich leicht bedienen. Weil wir uns nicht nerven lassen wollen, schalten wir die Lady mit einem Klick auf den Dreh-Drücksteller stumm. Jetzt zeigt der neue Mazda 3, was er wirklich kann. Ruhe und Gelassenheit verbreiten, was vor allem Langstreckenfahrer schätzen. Weder Wind- noch Abrollgeräusche dringen in den Innenraum, das Auto ist richtig leise.

Ach ja, dann ist da noch das schicke Dreispeichen Lenkrad. Deren teilweise verchromten Tasten sind so klein geraten, dass man sie kaum auf Anhieb richtig trifft. Ein weiteres Manko betrifft das Platzangebot im Fond. Hinten geht es enger zu als bei manch anderem Kompakten. Man muss sich durch eine schmale Tür zwängen und die Rückbank reicht für zwei erwachsene Personen gerade so. Zwar klemmt auch hier nichts wirklich, doch ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit hätte nicht geschadet. Auch der Kofferraum (358 bis 1.026 Liter) dürfte größer sein.

Der Mazda besticht mit gutem Handling

Nach den ersten Kilometern haben wir es endlich verstanden. Dieser Mazda richtet sich wohl eher an Fahrer, denen Design wichtiger als Kofferraumvolumen oder Beinfreiheit ist. Und die auf ihrer Reise zum Kunden Spaß am Fahren haben wollen. Den vermittelt der Mazda tatsächlich. Kurven liegen ihm wie kaum einem Auto der Golf-Klasse. Seine Lenkung spricht äußerst präzise an, das Sechsganggetriebe überzeugt mit knackig kurzen Schaltwegen. Zum Fahrspaß trägt auch das fein ausbalancierte Fahrwerk bei, welches die Japaner sehr agil, aber nicht zu straff abgestimmt haben. So bleibt der Fahrkomfort nicht auf der Strecke.

Zwei Motoren am Anfang

Die Motorenpalette fällt mit derzeit zwei Antrieben zunächst übersichtlich aus. Und während andere Hersteller den Diesel längst aus dem Programm warfen, hält Mazda weiterhin am Selbstzünder fest. Der neu entwickelte 1,8-Litern-Motor ist 116 PS stark. Zur Abgasreinigung setzen die Japaner jedoch keinen SCR-Kat ein, sondern einen NOx-Speicherkat. Trotzdem ist der Diesel sauber nach Euro 6d-Temp und kommt ohne Adblue aus. Dem Vielfahrer gefällt’s, weil er sich nicht ums lästige Nachfüllen kümmern muss, dem Fuhrparkchef, weil es Kosten spart.

Mazda 3 2019 Foto: Mazda

Ansonsten überzeugt der kultivierte Diesel mit gutem Durchzug. 270 Newtonmeter Drehmoment stehen bereits aus niedrigen Drehzahlen bereit und beim Verbrauch gibt er sich genügsam. Nach unserer ersten Runde waren es 5,6 Liter im Schnitt, nur geringfügig mehr als die Werksangabe von fünf Litern.

Revolutionärer Motor zum Herbst

Aber auch der neue, 122 PS starke Benziner schiebt ordentlich an. Auch hier geht Mazda einen eigenen Weg. Der Zweiliter-Motor kommt ohne Turboaufladung aus, wird stattdessen beim Beschleunigen von einem milden Hybridsystem samt 24-Volt-Batterie tatkräftig unterstützt. Rein elektrisch kann er nicht fahren, jedoch blieb er mit nur 6,6 Litern auf unserer ersten Ausfahrt (Werksangabe: 6,2 Liter nach WLTP) ebenfalls recht sparsam.

Im Herbst 2019 folgt mit dem 180 PS starken Skyactiv-X-Motor dann noch eine kleine Revolution. Als erster Hersteller überhaupt vereint Mazda beim Skyactiv-X die Vorteile eines Diesels mit denen eines Benziners. Der mit einer Kompressionszündung ausgestattete völlig neue Motor soll zwischen 20 und 30 Prozent weniger Sprit verbrauchen. Zusätzlich bringt Mazda dann erstmals eine Allradversion des 3er sowie das Modell mit Stufenheck.

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Hybrid-Power und Fahrkomfort
Betriebskosten
Mazda 3 Skyactiv-D 1.8 Mazda 3 Skyactiv-G 2.0 M Hybrid
Basisdaten
Ausstattungsversion Basis Basis
Grundpreis ohne MwSt. 21.252 Euro 19.319 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 3.385 Euro 3.077 Euro
Gebundenes Kapital 16.364 Euro 15.198 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 1.375 Euro 1.277 Euro
Abschreibung 2.731 Euro 2.373 Euro
Kfz-Steuer 243 Euro 128 Euro
Typklasse HP/TK/VK 17/27/24 16/27/23
Haftpflichtversicherung * 845 Euro 807 Euro
Kaskoversicherung * 1.193 Euro 1.112 Euro
Unterstellung/Garage 573 Euro 573 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 6.960 Euro 6.270 Euro
Summe feste Kosten/km 34,8 ct 31,4 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 5,9 ct 9,5 ct
Reifen 2,1 ct 2,1 ct
Wartung und Reparatur 10,0 ct 9,8 ct
Summe variable Kosten/km 18,0 ct 21,4 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 52,8 ct 52,7 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra
Stand 2/2019 2/2019
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
Technische Daten
Mazda 3 Skyactiv-G 2.0 M Hybrid Mazda 3 Skyactiv-D 1.8
Karosserie
Aufbau Fließheck Fließheck
Zahl der Sitzplätze 5 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Benzin-Hybrid Dieselmotor
Kraftstoff Super Diesel
Anzahl Zylinder 4 4
Hubraum 1.998 cm³ 1.759 cm³
Leistung 90 kW (122 PS) bei 6.000/min 85 kW (116 PS) bei 4.000/min
Drehmoment 213 Nm bei 4.000/min 270 Nm bei 1.600/min
Getriebe manuell manuell
Anzahl Gänge 6 6
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 19.319 Euro 21.252 Euro
Ausstattung Basis Basis
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.460 x 1.795 x 1.435 mm 4.460 x 1.795 x 1.435 mm
Radstand 2.725 mm 2.725 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.350 kg 1.374 kg
Zuladung 519 kg 520 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1.869 kg 1.894 kg
Reifengröße vorne 205/60 R 16 205/60 R 16
Reifengröße hinten 205/60 R 16 205/60 R 16
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 10,4 s 10,3 s
Höchstgeschwindigkeit 197 km/h 194 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 6,2 l/100 km 5,0 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 139 g/km 131 g/km
Effizienzklasse B A
 
Slnr 106857 106856
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