Fahrbericht Mini Clubman Cooper S

Willkommen im Club

Mini Clubman Foto: BMW 19 Bilder

Mini war mal anders, das zeigt gerade der Clubman. Aus dem Lifestyle-Kombi ist ein
gereifter Kompaktwagen geworden. Ein paar Spielereien behält er sich aber.

Wie jetzt, das soll noch ein Mini sein? Der Clubman ist 4,25 Meter lang! Damit raubt er dem Namen Mini im übertragenen Sinn endgültig seine Bedeutung. Aus dem Clubman ist ein ausgewachsener Kompaktwagen im Format eines BMW 2er Active Tourer geworden. Okay, er ist Minis größtes Modell. Kaum eine andere Marke aber stretcht seine Autos in letzter Zeit so sehr wie die Briten. Der Vorgänger war schließlich noch 30 Zentimeter kürzer.

Woher der Wachstumsschub kommt, ist schnell erklärt. Vor dem Modellwechsel im vergangenen Jahr mussten Fondpassagiere noch über eine schmale, gegenläufig öffnende Luke auf der Beifahrerseite in den Mini klettern. Sehr umständlich. Die Briten tauschten sie deshalb gegen eine vollwertige Tür und bauten auf der gegenüberliegenden Fahrerseite gleich eine weitere ein. Dort war der Zugang früher ganz versperrt.

Lademeister mit Tücken

Breite Fondtüren beanspruchen mehr Platz in der Karosserie, was automatisch auch den Innenraum vergrößert. Hinten die Beine leicht ausstrecken? Geht. Kopffreiheit? Für einen Kompaktwagen okay. Richtig üppig ist gar der Kofferraum (360 Liter). Reisegepäck für vier passt spielend hinein. Mit einer Zuladung von gut 500 Kilo ist sich der Clubman auch als Transporteur nicht zu schade. Für Sperriges faltet er die Lehnen sogar zu einem ebenen, 1.250 Liter großen Laderaum zusammen.

Per Tastendruck auf der Fernbedienung oder per Fußschwenk unterm Heckschweller schnellen die dicken Ladetüren auf. Bitte in engen Parklücken daran denken: Die Split-Doors beanspruchen gut ­einen Meter Platz nach hinten. Nicht die einzige Schwierigkeit beim Beladen. Elektrisch fährt er die Falttüren nämlich nicht ein. Wer mit vollen Händen die Heck­flügel mit dem Fuß zudrücken will, muss selbst mit ausgeprägter Beinmuskulatur gegen kräftige Hydraulik ankämpfen. Türen zu, jetzt wollen wir endlich fahren.

BMW in den Genen

Wie nett. Zur Begrüßung wirft uns der Clubman an der Fahrerseite das Mini-
Logo per LED-Projektion vor die Füße. Ein Gimmick, mehr nicht. Zeigt aber, wie die Ansprüche von Mini gestiegen sind. Tür auf, Tür zu. Oha. Der Clubman hat sich richtig rausgeputzt. Wobei erwähnt werden muss, dass unser Testwagen nahezu alles mitbringt, was Mini in der Preisliste aufführt. Hartes Plastik ist hier jedenfalls keines zu finden. Selbst in hintersten Winkeln ist der Kunststoff weich unterschäumt. Mini schmückt den Clubman mit reichlich Chrom – nicht das billige, der Wagen wirkt edel. Wirklich top sind die bequemen Sportsitze, die mit weichem Leder überzogen sind. Sie lassen sich vielfach verstellen, passen sich jeder Statur an und geben hervorragenden Seitenhalt.

Typische Mini-Elemente hat sich der Clubman bewahrt. Die Kippschalter wie im Flugzeug-Cockpit beispielsweise. Oder der Bildschirm des InfotainmentSystems, der im großen Chromring eingebettet optisch hervorsticht. Sieht typisch Mini aus, drunter steckt aber BMW. So leuchten schon die Instrumente in dem gleichen wohligen Orange wie bei BMW. Auch das Navi mit Splitscreen oder der Schalter für die Fahrerassistenten sind uns von den Modellen der Konzernmutter her bekannt.

Genauso wie der Zweiliter-Benziner, der mit 192 PS und 300 Nm genau das umsetzt, was Mini verspricht – Fahrspaß. Auf den rot leuchtenden Start-Button gedrückt, springt der Vierzylinder an. Obwohl der Clubman gut 1,5 Tonnen auf die Waage bringt, zieht er flott davon, klingt dabei im oberen Tourenbereich angenehm kernig. Etwas albern sind allerdings die künstlich erzeugten Fehlzündungen beim Runterschalten – klingt mehr nach Kinderfasching als Motorsport. Solch ein Machogehabe hat der Clubman doch gar nicht nötig. Direkte Lenkung, straffes Fahrwerk, kurze Schaltwege und die tiefe Sitzposition: Wir fühlen uns wie im Gokart. Doch, wir erkennen ihn wieder: Er ist ein Mini.

Technische Daten
Mini Clubman Cooper S
Motor und Kraftübertragung
Zylinderzahl / Motorbauart 4-Zylinder
Hubraum 1998 cm³
Leistung 192 PS (141 kW) bei 5000 U/min.
max. Drehmoment 280 Nm bei 1250 U/min.
Getriebe manuell
Schadstoffeinstufung Euro 6
CO2-Ausstoß 144 g/km
Kraftstoff Super
Preis
Nettopreis 23.109,- €
Abmessungen und Gewichte
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4253 × 1800 × 1441 mm
Kofferraumvolumen 360 - 1.250 l
Zuladung 495 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1930 kg
Karosserie
Typ Kombi
Testwagenbereifung
Reifen (vorne/hinten) 225/45 R 17 / 225/45 R 17
Beschleunigung
0-100 km/h 7,2 s
Höchstgeschwindigkeit 228 km/h
Verbrauch
Testverbrauch 6.90
Verbrauch 6.20 l/100 km
Betriebskosten
20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Preis ohne Mehrwertsteuer 23.109,- € 23.109,- €
Betriebsnotwendiges Kapital 18.198,- € 18.209,- €
Teuerung Fahrzeugpreis 3.681,- € 2.143,- €
Feste Kosten (€/Jahr)
Kapitalverzinsung 1.529 1.530
Abschreibung 1.529 1.530
Kfz-Steuer 138 138
Typklasse HP/VK/TK 17/20/23 17/20/23
Haftpflichtversicherung 1.917 1.917
Kaskoversicherung 1.648 1.648
Unterstellung/Garage 559 559
Summe feste Kosten (€/Jahr) 8.577 10.103
Summe feste Kosten (ct/km) 42,9 25,3
Variable Kosten (ct/km)
Kraftstoff 8,0 8,0
Reifen 3,3 3,3
Wartung/Reparatur/Pflege 10,7 6,0
Summe variable Kosten 21,9 17,3
Gesamtkosten
Gesamtkosten (ct/km) 64,8 42,5
Quellenangabe Betriebskosten
Quellenangabe Dekra Dekra
Zeitpunkt der Datenberechnung 9/2016 9/2016
Versicherungshinweis Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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