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Foto: Skoda

Fahrbericht Skoda Octavia

Nasen-Korrektur für den Bestseller

Skoda gönnt dem beliebten Octavia eine Überarbeitung mit einer stark veränderten Frontpartie, neuen Infotainmentsystemen und mehr Fahrerassistenten.

Was für ein Paukenschlag: Vorbei ist es mit der harmonisch gestalteten Frontpartie und den hochgezogenen Scheinwerfern. Nach seiner Renovierung hat der Skoda Octavia ein neues Vier-Augen-Gesicht mit wahlweise Voll-LED-Technik erhalten. Nun schaut er richtig grimmig in diese Welt. Ein gewagter Schritt, immerhin ist der Octavia mit alleine im letzten Jahr 436.000 verkauften Einheiten das wichtigste Modell von Skoda, der Combi gilt sogar als der meistverkaufte Lademeister Europas. "Wir wollten ganz bewusst polarisieren", sagt Skoda-Designer Karl Neuhold. "Dabei ist der Octavia nur der Anfang. Zukünftig werden sich unsere Modelle vom Rapid bis zum Superb wesentlich stärker unterscheiden. Einzig der markante Kühlergrill bleibt über das gesamte Portfolio erhalten", erläutert Neuhold.

Riesiger Touchscreen inklusive WLAN-Hotspot und LTE

Auch den Innenraum hat Skoda wesentlich überarbeitet. Wer den kompakten Tschechen entert, bemerkt das verbesserte Ambiente mit Klavierlack-Optik unterhalb der Mittelkonsole. Maßgeblich wichtiger sind die modernen Infotainmentsysteme eine Etage höher. Die hat Skoda komplett ausgetauscht. Stolze 9,2 Zoll misst jetzt das Display beim Top-Navi Columbus. Neben Radioempfang DAB+, einer induktiven Smartphone-Ladestation samt MirrorLink-Systemeinbindung können die Gäste nun über den integrierten WLAN-Hotspot im LTE-Highspeed Tempo surfen, streamen oder mailen. Währendessen lässt sich der Fahrer eingegangene SMS-Nachrichten vorlesen, die aktuellen Spritpreise aus der näheren Umgebung anzeigen oder holt sich bei Abwesenheit alle relevanten Fahrzeugdaten seines Skodas aus der Ferne auf das Handy. Der Bildschirm überzeugt mit einer hochauflösenden Kartendarstellung und die Bedienung erweist sich als schlüssig.

Google Earth oder etwa Gestensteuerung kann er nicht

Exakt 2.260 Euro (alle Preise netto) verlangt Skoda für das System in seiner umfangreichsten Ausführung, das dann Teil des lohnenswerten Business-Pakets ist. Bei den gehobenen Varianten Style sowie Laurin & Klement (benannt nach den beiden Firmengründern) ist es mit 1.639 Euro etwas günstiger. Verglichen mit dem ebenfalls neuen Discover Pro im gerade gelifteten VW Golf, offeriert das Top-Entertainment Columbus im Skoda jedoch weniger Möglichkeiten. Eine Google Earth-Kartendarstellung oder etwa die innovative Gestensteuerung, mit der der Golf-Fahrer nun mit einem Handwischen in der Menüführung blättert, bietet das baugleiche System im Octavia nicht. Firmenwagenfahrer, die auf die erweiterten Komfort-Funktionen verzichten können, sind aber mit dem neuen Infotainment bestens bedient.

Fünf neue Fahrerassistenten im Octavia

Geblieben ist das gute Raumangebot sowohl bei der Limousine als auch beim Combi. Aufgewertet wurde zudem das Angebot an Fahrerassistenten. Neu für den Octavia sind die City-Notbremse mit vorausschauendem Fußgängerschutz, ein Toter-Winkel-Warner oder der Rear Traffic Alert, der beim Zurücksetzen vor Hindernissen Alarm schlägt und auch den kreuzenden Querverkehr erkennt. Gespann-Fahrer freuen sich über den Anhängerassistenten, der das Rangieren erheblich vereinfacht und der Crew Protect Assist erhöht den Insassenschutz. Droht eine Kollision, schließt der Tscheche vorsorglich die Fenster inklusive Schiebedach und strafft die Gurte. Reagiert der Fahrer nach einem Unfall jedoch nicht mehr, stoppt die Multikollisionsbremse den Octavia automatisch bis zum Stillstand, während der nachfolgende Verkehr über Warnblinker und Bremslichter gewarnt wird.

Nichts Neues bei den Motoren

Wie gewohnt steckt unter dem Blech des Tschechen die Technik des VW Golf VII. Doch im Gegensatz zum frisch gelifteten Wolfsburger, der mit einem neuen 1,5-Liter TSI und 150 PS antritt, hat sich bei den Octavia-Motoren noch nichts geändert. Erst gegen Ende des Jahres darf der Skoda vom nagelneuen Benzindirekteinspritzer profitieren. Dann wird der hubraumgrößere 1,5-Liter den bisherigen, gleichstarken 1.4 TSI sukzessive ersetzen.

So bleibt es zunächst bei vier aufgeladenen Benzinern und vier Turbodieseln. Das bereits aus dem Vorgänger bekannte Erdgasmodell mit 110 PS folgt Ende März. Dank der Kombination aus Benzin- und Erdgas-Betrieb soll der Octavia eine Reichweite von knapp über 1.300 Kilometer schaffen. Was der bivalente 1,4-Liter G-Tec letztendlich kosten wird, steht noch nicht fest.

Angenehmer Fahrkomfort

Bei den konventionellen Antrieben besteht wie gewohnt die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. Darum ändert sich an der bekanntermaßen guten Performance nichts. Der modellgepflegte Octavia fährt sich genauso handlich wie früher. Besonders das optionale adaptive Dämpfersystem DCC (773 Euro) gefällt, da es einen entspannenden Langstreckenkomfort bietet. So bleibt der geräumige Tscheche weiterhin eine gelungene Fuhrpark-Alternative unter den Kompakten, auch wenn das Facelift mit neuem Vier-Augen-Gesicht zumindest Anfangs sicher für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

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Datum

13. Februar 2017
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