Fahrbericht Suzuki Ignis

Dieses SÜVchen traut sich was

Suzuki Ignis Foto: Suzuki 9 Bilder

Selbst mancher große SUV verzichtet auf Allrad, um Sprit zu sparen. Bei Suzuki gehört der 4x4-Antrieb zum Marken-Kern. Passt das auch zum Mini-SUV Ignis?

Jetzt kommen die Kurzen dran! Der SUV-Boom macht auch vor Minicars keinen Halt. Der neueste Weggefährte für Großstädter, die wochenends in die Pampa flüchten, kommt von Suzuki. Dürfen wir vorstellen: Ignis, 3,70 Meter kurz, etwas prall um die Hüften, kraxelt dafür wenn’s sein muss auf allen Vieren. Wobei die weit ausgestellten Radkästen ja gewollt sind. Der Ignis soll robust aussehen, damit jeder weiß: dieser Bonsai-SUV kann Offroad. Denn im Gegensatz zu Konkurrenten wie VW Cross Up und Opel Adam Rocks mimt der Suzuki nicht nur den Abenteurer, er verfügt tatsächlich über Allradantrieb.

Bessere Traktion durch Vierradantrieb

Wobei das Wörtchen Offroad richtig einsortiert werden will. Mit 18 Zentimetern Bodenfreiheit trauen wir uns den Ritt quer durch den Wald natürlich nicht zu. Dafür pflügen wir mit dem Mini-SUV souverän verschneite Bergstraßen hinauf und brausen grifffest über Schotterpisten. Suzuki geht es um eine bessere Traktion und spielt auf das Thema Sicherheit an.

Das Beste: Wir müssen uns gar nicht um den Vierradantrieb scheren, das System waltet und schaltet von alleine. Eine Visko-Kupplung sortiert die Kraft des 90-PS-Benziners individuell auf alle vier Räder, sobald an der eigentlichen Antriebsachse, der Vorderachse, Schlupf entsteht. Nur mit einer Taste für das Allradsystem müssen wir uns auseinandersetzen: die Grip-Control-Taste. Drückt der Fahrer diese schon vor dem Anfahren, beispielsweise am rutschigen Hang, fährt der Suzuki noch kontrollierter an.

Sie brauchen gar keinen Allradantrieb? Keine Sorge, den Ignis gibt’s auch ohne und damit rund 3.400 Euro netto günstiger (1.2 Dualjet ab 10.000 Euro). Dann allerdings mit deutlich weniger Serienausstattung. Der Motor ist in beiden Fällen der gleiche: ein Saugbenziner mit 90 PS und 1,2 Liter Hubraum. Im Schnitt kommt der 60 Kilo schwerere Allradler auf 5,0 Liter, der Ignis mit reinem Vorderradantrieb auf 4,6 Liter Super. Höherer Preis, höhere Spritkosten: Genau aus diesem Grund machen kostenbewusste SUV-Fahrer einen Bogen um den Vierradantrieb. Für die dürfte die Start-Stop-Automatik eher ein Thema sein. Nur leider müssen Sie dafür tief in die Tasche greifen und gleich die höchsten Ausstattungslinie Comfort+ (14.319 Euro) mitbestellen. Dann gibt sich der Suzuki immerhin mit 4,3 Litern auf 100 km zufrieden. Allrad und Start-Stop gibt‘s übrigens nicht zusammen.

Fährt sich flott und macht richtig Laune

Untenrum ist der Vierzylinder nicht der Kräftigste, wirbelt ab 2.500 Touren aber umso mehr. Und trotzdem brummt er uns nicht die Ohren voll. Mit dem Ignis durch die Stadt zu düsen, macht daher richtig Spaß. Kompakte Abmessungen, kleiner Wendekreis und eine hohe Sitzposition zeichnen ihn geradezu aus für den dichten City-Verkehr. Und auch sonst macht er eine anständige Figur. Die Gänge flutschen sauber durch die Fünfgang-Box und er federt komfortabel.

Die Sitze sind ebenfalls bequem, für den ein oder anderen eventuell ein wenig eng geschnitten. An sich geht die Rundumsicht in Ordnung, nur hinter der dicken C-Säule verstecken sich gerne Fahrzeuge im toten Winkel. Warum Suzuki deshalb zusätzlich die untere Kante der Fondfenster zugeblecht hat, bleibt uns ein Rätsel. Es macht dem Fahrer das Leben unnötig schwer, wir müssen uns ständig den Hals verrenken, wenn wir sicher gehen wollen, dass wir niemanden übersehen.

Viel Platz für ein 3.70 Meter kurzes Auto

Überrascht sind wir vom üppigen Raumangebot des kleinen Japaners. Vorne ist es für ein Minicar richtig luftig, vor allem um die Beine rum. Nur ein großer Touchscreen ragt aus dem Armaturenbrett hervor. Auf den kann der Fahrer via Apple Car Play und MirrorLink sein Smartphone spiegeln. Selbst wer hinten Platz nehmen muss, wird nicht eingepfercht. Die Fondbank besteht in den beiden höheren Ausstattungslinien aus zwei Einzelsitzen, mit denen Mitfahrer unabhängig vom Nebenmann 18 Zentimeter vor und zurück rücken können. Die Lehnen rasten zudem in mehreren Neigungswinkeln ein. Eine clevere Raum-Lösung. Schließlich reichen die 267 Liter Kofferraumvolumen in den meisten Fällen schon aus, sodass sich die hinteren Mitfahrer stattdessen mehr Beinfreiheit gönnen dürfen.

Die Ausstattungsliste fällt umfangreich aus. Einzeln kann der Kunde zwar nichts hinzubuchen, dafür zwischen vier Linien wählen. In der umfangreichsten Version Comfort+ sind LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Navi, Keyless-Go oder Sicherheitssysteme wie Müdigkeits- und Spurverlassenswarner an Bord. Lediglich ein Totwinkelassistent fehlt uns, wegen der schlechten Sicht nach schräg hinten. Der Kunde kann sich seinen Wunsch-Ignis aus knalligen Farbkombinationen für innen und außen individuell zusammenstellen. Bunt waren die Kurzen ja aber schon immer.

Technische Daten
Suzuki Ignis 1.2 Dualjet
Karosserie
Aufbau SUV
Motor/Antrieb
Kraftstoff Super
Anzahl Zylinder 4
Hubraum 1.242 cm³
Leistung 66 kW (90 PS) bei 6.000/min
Drehmoment 120 Nm bei 4.400/min
Getriebe manuell
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 10.000 Euro
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 3.700 x 1.660 x 1.595 mm
Radstand 2.435 mm
Zuladung 445 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1.330 kg
Reifengröße vorne 175/65 R 15
Reifengröße hinten 175/65 R 15
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 12,2 s
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
VerbrauchHerstellerangabe 4,6 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 104 g/km
Effizienzklasse C
 
Slnr 104905
Betriebskosten
Suzuki Ignis 1.2 Dualjet 20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Grundpreis ohne MwSt. 10.000 Euro 10.000 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 1.593 Euro 927 Euro
Gebundenes Kapital 7.983 Euro 8.104 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 671 Euro 681 Euro
Abschreibung 1.300 Euro 1.998 Euro
Kfz-Steuer 44 Euro 44 Euro
Typklasse HP/TK/VK 15/16/24 15/16/24
Haftpflichtversicherung * 1.748 Euro 1.748 Euro
Kaskoversicherung * 2.167 Euro 2.167 Euro
Unterstellung/Garage 559 Euro 559 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 6.489 Euro 7.197 Euro
Summe feste Kosten/km 32,4 ct 18,0 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 7,5 ct 7,5 ct
Reifen 1,6 ct 1,6 ct
Wartung und Reparatur 8,0 ct 4,5 ct
Summe variable Kosten/km 17,1 ct 13,6 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 49,5 ct 31,6 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra
Stand 1/2017 1/2017
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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