Fahrbericht VW Caddy Alltrack 2.0 TDI (2019)

Geht noch was?

VW Caddy Alltrack 2.0 TDI (2019) Foto: VW 13 Bilder

Endspurt für den VW Caddy: Im Sommer 2020 kommt der Nachfolger. Soll man warten, oder jetzt noch bestellen? Das klärt unser Praxistest.

Mit manchen Autos ist’s wie mit gutem Wein: Sie reifen erst im Alter. Nach fast 16 Jahren und etlichen Facelifts hat der VW Caddy nun einen Reifegrad erreicht, von dem man sagen kann: Besser wird er nicht mehr. Deshalb steht der Nachfolger schon in den Startlöchern. Mitte 2020 soll er in den Handel kommen.

Lohnt sich es sich also zu warten? Oder kann man getrost die voraussichtlich günstigen Auslauf-Versionen bestellen? Kurze Bestandsaufnahme: Kastenförmiger Aufbau, hohes Dach, Stauraum ohne Ende und breite Schiebetüren - das Konzept besticht noch immer. Was den Nutzwert angeht, sind Hochdachkombis unschlagbar. Und weil der Caddy ein breites Spektrum an Einsatzzwecken und Bedürfnissen abdecken soll, gibt es ihn in unzähligen Ausführungen, vom Lieferwagen über den langen Siebensitzer bis zum stylischen Alltrack mit Allradantrieb.

Letzteren haben wir uns etwas näher angeschaut. In Wagenfarbe lackierte Spiegelgehäuse und Stoßfänger, silberne Dachreling, angedeuteter Unterfahrschutz und große Aluräder machen optisch etwas her. Auch innen haben es die Designer geschafft, den Nutzfahrzeug-Charme der Baureihe mit sauber verlegten Zier- und Chromleisten auszublenden. So eignet sich der Alltrack als Firmenwagen also selbst für verwöhnte User-Chooser. Mit 32.200 Euro netto kostet er nicht eben wenig, ist aber immer noch etwas günstiger als ein vergleichbar ausgestatteter VW Touran, den es zudem nicht mit Allradantrieb gibt.

VW Caddy Alltrack 2.0 TDI (2019) Foto: VW
Wer ein digitales Cockpit will, muss auf den nächsten Caddy warten.

Sitze? Straff und gut ausgeformt. Variabilität: Geht so. Die Rückbank lässt sich nur klappen oder ausbauen, aber nicht verschieben, und die Neigung der Rücklehne lässt sich auch nicht verstellen. Außerdem thront die mittlere Kopfstütze hoch über der Lehne und verdeckt fast die komplette Sicht nach hinten.

Funktionalität? Ausreichend. Wer eine Breitbild-Landschaft wie im neuen Golf, Polo oder Touareg erwartet, wird enttäuscht. Im Caddy geht’s analog zu mit den bewährten übersichtlichen Rundinstrumenten. Dazu passt auch das Navi, das mittlerweile etwas altbacken wirkt, aber so tatsächlich noch bis vor kurzem in allen VW-Modellen lotste. Das tut es auch im Caddy zuverlässig, allerdings ohne eigene Online-Anbindung. Aktuelle Verkehrsdaten zieht es nur dann aus dem Netz, wenn es sich per Wlan mit einem Handy verbinden kann.

Wer noch die Caddy-Modelle der ersten Baujahre kennt, wird angesichts der vielen Assistenten überrascht. Auch dies ein Zeichen dafür, dass VW das Modell regelmäßig aktualisiert. So regelt der Tempomat den Abstand automatisch, vor allem aber intelligent. Will heißen: Schert ein Überholer kurz vor dem Auto ein, bremst der Caddy nicht abrupt ab, sondern hält den Speed. Er merkt also blitzschnell, dass sich der Abstand wieder vergrößert. Auch der Spurhalter agiert angenehm sanft, und der Müdigkeitswarner nervt nicht wie so häufig bereits nach ein, zwei Stunden. Auf Wunsch gibt’s neben den üblichen Parkpiepsern und der Rückfahrkamera auch eine Einparkautomatik, die man sich aber dank der übersichtlichen Karosserie getrost sparen kann. Dafür fehlt ein Totwinkelwarner.

VW Caddy Alltrack 2.0 TDI (2019) Foto: VW
Der Caddy Alltrack wird in fünf Motorisierungen, als Diesel, Benziner und mit Erdgasantrieb angeboten.

Der Caddy Alltrack wird in fünf Motorisierungen, als Diesel, Benziner und mit Erdgasantrieb angeboten. Unter der Motorhaube unseres Testwagens dieselt ein 2.0 TDI mit DSG-Getriebe. Keine schlechte Wahl angesichts der Lademöglichkeit und gut 600 Kilo Nutzlast. Und weil der Allradantrieb auch noch einen Teil der Leistung schluckt, mag man auf keines der 150 PS verzichten. Im Gegenteil: Die dynamischen Fähigkeiten des Kombis halten sich in Grenzen. Bei Vollgas nagelt sich der TDI etwas schwerfällig an den Drehzahlbegrenzer, sodass spontane Überholmanöver wohl überlegt sein wollen. Auch was die Motor- und Windgeräusche angeht, macht der Caddy aus seiner Nutzfahrzeug-Herkunft keinen Hehl. Doch im Vergleich zu den früheren Baureihen hat sich auch hier viel getan.

Gleiches gilt für die Federung. Trotz der 17-Zöller bügelt er Fahrbahnunebenheiten anständig weg, selbst ohne Last. Wo andere Starrachser von Bodenwelle zu Bodenwelle hüpfen, bleibt der Caddy erstaunlich gelassen. Außerdem federt er immer besser, je stärker er beladen wird.

Auf unserer 200 Kilometer langen Verbrauchsrunde genehmigte sich der TDI 7,0 Liter, nur 0,2 Liter mehr als von VW versprochen. Dabei hilft, dass der Motor ungebremst im Freilauf rollt, sobald der Fahrer vom Gas geht. Bei hohem Tempo – Dauergeschwindigkeiten um 170 km/h sind gut machbar – steigt der Verbrauch auf knapp 9,0 Liter, was angesichts Automatik, Allradantrieb und der großen Stirnfläche immer noch in Ordnung geht.

Man kann auf den neuen Caddy warten, muss es aber nicht. Wer beim Händler gut handelt und sich mit ausgereifter, stellenweise etwas überholter Technik zufriedengibt, macht nichts falsch. Besser wird diese Baureihe jedenfalls nicht mehr.

Technische Daten
VW Caddy Alltrack 2.0 TDI 4Motion
Karosserie
Aufbau Van
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Dieselmotor
Kraftstoff Diesel
Anzahl Zylinder 4
Hubraum 1.968 cm³
Leistung 110 kW (150 PS) bei 3.500/min
Drehmoment 340 Nm bei 1.750/min
Getriebe DSG/Doppelkupplung
Anzahl Gänge 6
Antrieb Allrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 32.210 Euro
Ausstattung Alltrack
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.430 x 1.793 x 1.891 mm
Radstand 2.682 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.775 kg
Zuladung 515 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 2.290 kg
Reifengröße vorne 205/50 R 17
Reifengröße hinten 205/50 R 17
Fahrleistung und Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit 189 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 6,8 l/100 km
firmenauto-Verbrauchsrunde (200 km) 7,0 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 180 g/km
Effizienzklasse C
 
Slnr 107348
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