Fahrbericht VW T-Roc 2019

Was kann der VW T-Roc?

VW T-Roc 2019 Foto: Thomas Küppers 22 Bilder

Gut anderthalb Jahre nach seiner Einführung hat sich der T-Roc im Fuhrparkbetrieb etabliert. Nur, weil er ein VW-Logo trägt, oder auch, weil er was drauf hat?

So ist das, wenn man dem Trend hinterher rennt und dann husch husch doch mitspielen will. Mini, BMW, Ford, Opel – alle waren mit ihren kompakten SUV längst da, als VW Ende 2017 endlich den T-Roc auf den Markt warf. Da kann die Feinarbeit schon mal auf der Strecke bleiben. Der 4,23 Meter lange SUV sieht zwar auf den ersten Blick echt gut aus, speziell als Style: knallig lackiert, mit abgedunkelten Fenstern, Chromleisten und andersfarbigen Dach. Dazu breite Radhäuser und schicke Alufelgen, das macht etwas her. Trotzdem ist das Auto ein Blender.

Der neue Volkswagen T-Roc Foto: Volkswagen
Die zweifarbige Lackierung des T-Roc macht etwas her.

Technik des VW Golf

Zumindest im Innenraum. Natürlich gibt’s all die netten VW-Features wie digitale Instrumente, induktive Ladeschale oder die praktischen Lenkradtasten. Und - für VW fast schon avantgardistisch - in Wagenfarbe lackierte Zierteile. Näher hinschauen sollte man aber nicht. Die Kunststoffblenden sehen billig aus, bei unserem Testwagen wich die Farbe teils sogar von der currygelben Außenlackierung ab. Das Ganze eingebettet in eine Hartplastiklandschaft, die wenig mit der hochwertigen Einrichtung anderer VW gemein hat.

VW T-Roc 2019 Foto: Thomas Küppers
Navi und die anderen technischen Features ähneln denen des VW Golf.

Nur knapp 400 Euro mehr als als ein vergleichbarer Golf kostet der T-Roc (alle Preise netto). Doch wer sich den kleinen SUV so zusammenstellt, dass er Spaß macht, kommt beispielsweise mit dem 1.6 TDI schnell auf 30.000 Euro netto. Oder mehr. Dafür darf man schon die gewohnte VW-Materialanmutung erwarten.

Nach hinten etwas unübersichtlich

Wie aber sieht’s mit den anderen Qualitäten aus? Prinzipiell gut. Man sitzt etwas höher als im Golf, mit entsprechend guter Übersicht nach vorne. Rückwärtsfahren fällt wegen der breiten C-Säule und der flachen Luke hinten schwerer. Da empfiehlt es sich, zumindest die Rückfahrkamera (148 Euro) oder gleich die Einparkautomatik (668 Euro) zu ordern.

Auch das Platzangebot geht völlig in Ordnung. Allerdings sind lange Strecken für die hinteren Mitfahrer kein wirklicher Spaß. Zum einen, weil die harte Bank wenig körpergerecht geformt ist. Zum anderen fehlt die Möglichkeit, die steilstehende Lehne zu verstellen.

Subwoofer schluckt Ladevolumen

Trotz der hohen Ladekante lässt sich der Kofferraum gut nutzen. Das Fach ist zwar nicht sehr hoch, so dass es für große Koffer eng werden kann. Doch unter dem herausnehmbaren Ladeboden findet sich jede Menge weiterer Stauraum für weiche Taschen. Wer clever packt, bekommt gut das Reisegepäck für Vier unter. Vorsicht jedoch: Mit dem Soundsystem Beats nimmt ein fetter Subwoofer viel Platz weg.

VW lieferte uns einen 1.6 TDI als Testwagen. Nur 115 PS, kombiniert mit einem lang übersetzten Sechsganggetriebe, kann das gut gehen? Schon, solange man keine Ansprüche an Fahrdynamik stellt. Stadtverkehr, über Land gemächlich cruisen, in der Kolonne mitschwimmen: alles kein Problem. Beim Anfahren fällt der Motor allerdings ins Turboloch und drückt man im fünften oder sechsten Gang das Pedal durch, passiert genau: nichts. Jedes Überholmanöver will gut überlegt sein, sonst verhungert der Wagen. Selbst auf der Autobahn muss man häufig zurückschalten, wenn’s flotter vorangehen soll. Was dank der leichtgängigen und präzisen Schaltung aber kein Problem darstellt. Dafür ist das Aggregat sehr sparsam, begnügt sich auf unserer definierten Testrunde mit 5,3 Litern, also sogar 0,2 Liter unter dem von VW angegebenen WLTP-Wert.

Das Fahrwerk kann was

Das Fahrwerk würde gut mehr Leistung vertragen. Selbst schnelle Kurven beeindrucken den T-Roc wenig und seine direkte Lenkung vermittelt den Fahrspaß, den dieser Motor vermissen lässt. Schlechte Straßen nimmt das Fahrwerk gelassen, allerdings mit leicht polternden Rädern. Allerdings dürfte das an den breiten 17-Zöllern unseres Testwagens liegen.

Am Ende hinterlässt dieser SUV einen zwiespältigen Eindruck: Speziell der teure 1.6 TDI überzeugt uns nicht. Man muss schon sehr viele Kilometer herunterreißen, damit sich die 2.200 Euro Aufpreis gegenüber dem 115-PS-Benziner rechnen. Wäre der T-Roc ein paar tausend Euro billiger und würde er nicht das Emblem einer Marke im Kühler tragen, die so mit ihrem Qualitätsanspruch hausiert, wäre alles gut.

Der neue Volkswagen T-Roc Foto: Volkswagen
Die zweifarbige Lackierung des T-Roc macht etwas her.
Technische Daten
VW T-Roc 1.6 TDI SCR
Karosserie
Aufbau SUV
Zahl der Sitzplätze 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Dieselmotor
Kraftstoff Diesel
Anzahl Zylinder 4
Hubraum 1.598 cm³
Leistung 85 kW (115 PS)
Drehmoment 250 Nm bei 1.750/min
Getriebe manuell
Anzahl Gänge 6
Antrieb Vorderrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 21.828 Euro
Ausstattung Style
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.234 x 1.819 x 1.572 mm
Radstand 2.593 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.395 kg
Zuladung 495 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1.890 kg
Reifengröße vorne 215/55 R 17
Reifengröße hinten 215/55 R 17
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 10,9 s
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 5,5 l/100 km
firmenauto-Verbrauchsrunde (200 km) 5,3 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 146 g/km
Effizienzklasse A
 
Slnr 106947
Betriebskosten
VW T-Roc 1.6 TDI SCR 20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Ausstattungsversion Style Style
Grundpreis ohne MwSt. 21.828 Euro 21.828 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 3.477 Euro 2.924 Euro
Gebundenes Kapital 16.679 Euro 16.727 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 1.401 Euro 1.405 Euro
Abschreibung 2.711 Euro 4.280 Euro
Kfz-Steuer 254 Euro 254 Euro
Typklasse HP/TK/VK 16/20/22 16/20/22
Haftpflichtversicherung * 807 Euro 807 Euro
Kaskoversicherung * 1.053 Euro 1.053 Euro
Unterstellung/Garage 573 Euro 573 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 6.799 Euro 8.372 Euro
Summe feste Kosten/km 34,0 ct 20,9 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 5,4 ct 5,4 ct
Reifen 3,1 ct 3,1 ct
Wartung und Reparatur 10,8 ct 6,1 ct
Summe variable Kosten/km 19,3 ct 14,6 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 53,3 ct 35,6 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra
Stand 5/2019 5/2019
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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