Fahrverbot in Stuttgart

Filter gegen Stickstoffdioxid

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Mann + Hummel stellt Säulen am Straßenrand auf, die Stickoxide aus der Luft herausfiltern sollen.

Um den Jahresmittelwert von Stickstoffdioxiden von 40 μg/m3 im Straßenverkehr zu erreichen, sind Fahrverbote für Diesel nach Euro 4 das unpopulärste Mittel - wie sich gerade in Stuttgart zeigt. Jeden Samstag gehen mittlerweile Menschen dagegen auf die Straße. Noch unpopulärer sind Fahrverbote für Euro 5-Diesel, die im Raum stehen, wenn die Grenzwerte weiterhin überschritten werden.

Da kommt jede Maßnahme recht, die hilft, die Stickstoffdioxid-Belastung zu reduzieren. Eine findige Idee präsentierte nun der Filterhersteller Mann + Hummel und stellte rund um Deutschlands dreckigste Kreuzung am Stuttgarter Neckartor Säulen mit Kombifiltern auf. Sie sollen nicht nur den Feinstaub aus der Luft heraussaugen, sondern auch das NO2 aus der Luft binden. Dazu verwendet das Unternehmen Aktivkohlelagen aus Kokosnuss-Schalen. Dabei profitiert Mann + Hummel von seinen Erfahrungen als Automobilzulieferer. Denn die gleiche Technik sperrt Feinstaub und Stickoxide aus dem Kfz-Innenraum aus. Ab Sommer sollen dann 23 sogenannte Filter-Cubes 40 Prozent der verkehrsbedingten Emissionen am Neckartor kompensieren.

Erste Auswertungen zeigen: Die Filter-Cubes verringern die Feinstaubbelastung vor Ort um zehn Prozent (zwischen den Säulen) und bis 30 Prozent (direkt an der Säule). Das Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik am Karlsruher Institut für Technologie war an den Messungen und Auswertungen beteiligt. Die gleichen Reduktionen erhoffen sich die Projektpartner jetzt auch bei der NO2-Konzentration. Erste Simulationsergebnisse zeigen, dass dies klappen könnte. Sofern die Säulen regelmäßig gewartet werden. Denn spätestens nach zwei Monaten sind die Kombifilter dicht und müssen ausgetauscht werden.

Stickoxidbelastung sinkt nur langsam Fahrverbote wirken noch nicht

Bau und Unterhalt der je rund 20.000 Euro teuren Säulen werden zu gleichen Teilen vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und Mann + Hummel finanziert. Christoph Erdmenger, Abteilungsleiter Nachhaltige Mobilität im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (MVI), zeigte sich hoch erfreut von den ersten Mess-Ergebnissen. „Sie wirken gegen Feinstaub und die Perspektiven stehen gut, dass sie auch gegen Stickoxide wirken“, sagt er. Wenn alles gut gehen, können in Stuttgart also bald nicht nur die Dieselfahrer aufatmen.

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