Audi F103 6 Bilder Zoom
Foto: Audi

Firmenwagenklassiker Audi 60 bis Super 90

Vom DKW zum Audi

Autos, die jeder kennt. Fahrzeuge der Kindheit, erstes eigenes Auto, unvergessener Dienstwagen: Audi F103

Schmerzhafte Verluste hatte der Bundesbürger 1965 zu ertragen. Winnetou starb im dritten Teil der Filmsaga, als er sich aufopferungsvoll in eine Kugel warf, die Old Shatterhand galt. Auch die Auto Union übte sich in Opfergaben und schläferte den letzten Zweitakter ein. Zuverlässig und hart im Nehmen waren beide, Indianerhäuptling und Zweitakter. Doch während die Karl May-Schmonzetten weiter alle Kinorekorde brachen, war der Absatz des zweitaktenden DKW F102 ins Stocken geraten.

Der Nachfolger brauchte daher einen Viertakter – und einen neuen Namen. Für den F103 reanimierte man den Traditionsbegriff Audi. Zwei- und viertürige Limousinen erfreuten Bürger- und Beamtentum. Der "Variant" getaufte Kombi bediente ab 1966 das Handwerk. An den Freizeitwert solcher Autos war damals nicht zu denken. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – so hieß immer noch das Motto im Sog des Wirtschaftswunders. Apropos Wunder. Als solches gilt die Tatsache, dass ausgerechnet Daimler seinem heutigen Wettbewerber auf die Sprünge half. Die ersten Audi trugen noch im Motorraum ein Typenschild „Mercedes-Benz AG Stuttgart“. Daimler hatte als früherer Besitzer der Auto Union, noch vor der Blutsbrüderschaft mit VW zum Jahreswechsel 64/65, vertragsgemäß den Motor entwickelt.

Einen richtig guten übrigens: Mitteldruckmotor nannten die Ingenieure das 1,7 Liter große Aggregat mit 72 PS. Das Verdichtungsverhältnis lag allerdings so hoch, dass er Supersprit mit 98 Oktan verfeuern musste. Derart starken Tobak wollten die neuen Eigner in Wolfsburg dann doch nicht in der Friedenspfeife rauchen. Dank einem kleineren 1,5 Liter mit 55 PS im Einstiegs-„Audi 60“ bot man 1968 Passenderes zu Netzhemd und Sandalen. Spießigkeit war schließlich noch eine Weltanschauung. Um das Kriegsbeil mit den Kritikern endgültig zu begraben, löschte der Konzern 1970 noch einen gefährlichen Brandherd: Der offenliegende Tankstutzen unter der rechten Rückleuchte wanderte hinter eine Klappe im Kotflügel. Problem erkannt – Gefahr gebannt. Hätte Winnetou auch nicht besser hingekriegt.

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Datum

2. Januar 2018
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