Firmenwagenklassiker BMW 315

Die nackte Kanone

BMW 315 Foto: BMW 4 Bilder

Anfang der Achtziger brachte BMW mit dem 315 das richtige Basis­angebot für Firmenkunden: viel Prestige für wenig Geld.

So richtig getraut hatte sich bis 1981 noch kein Autohersteller, seine Mittelklasse um eine echte Abspeckversion zu ergänzen. Bis BMW kam. Darum Ehre, wem Ehre gebührt: Der König der Basis stammt aus Bayern. Und er war ein Spätgeborener. Die Modelle 316, 318 oder 320 waren längst schon in der 1975 eingeführten 3er-Reihe (Werkscode E 21) etabliert, als BMW mit dem 315 ein Basismodell nachschob, das diesen Namen zu Recht trug.

Freude am Fahren war plötzlich Freude am Sparen. Und zwar bei Kunden, die bis dato eine Preisliste von BMW nur vom Hörensagen kannten. Jetzt aber ließ sich der Fuhrpark mit einem BMW unter 16.000 Mark brutto bestücken, wenngleich sich der 315er selbst weniger gut bestückt zeigte. So war etwa sein Außenspiegel nur mechanisch verstellbar. Vorne, hinter den Einzellampengläsern, funzelten Zwei­faden­birn­chen statt Halogen-leuchten. Wer Halos wollte, zahlte knapp 140 Mark extra. Taschen in den Türver-kleidungen? Gestrichen. Genauso wie die mittleren Fensterrahmenblenden aus Alu oder der Teppichbezug für die Hutablage. Im 315er war sie mit dem Material jener rollbaren Einkaufstaschen bezogen, die Senio­rinnen gerne benutzen. Damals bereits bekannt unter dem Namen Kunst­leder. Zudem lagen die Verbindungsschrauben an den Stoßstangenoberkanten geradezu entblößt vor dem Betrachter.

Länger am Start als die anderen 3er

Egal, einen BMW fährt man schließlich nicht wegen irgendwelcher Hutablagen oder Türtaschen. Die Technik macht seit jeher den Reiz aus. Der Vierzylindermotor mit Pierburg-Vergaser brachte im 315 für Markenverhältnisse zwar bescheidene, im Konkurrenzvergleich aber durchaus adäquate 75 PS auf die Uhr. Und: Der 1,6-Liter zählte zur Gattung der formidablen M10-Motoren, die in zahlreichen Ausprägungen sogar Rennsportmeriten vorwiesen. Das machte Eindruck am Stammtisch und beim Nachbarn.

Zum rasanten Image trug das Fahrwerk bei: mit einzeln aufgehängten Rädern, nach MacPherson-Prinzip geführten Querlenkern und Federbeinen vorne sowie Schräglenkern und Federbeinen hinten. Zudem bot natürlich auch der 315 das in der Baureihe eingeführte Ergonomie-Cockpit. Erstmals waren in einem Auto die über der Mittelkonsole angebrachten Bedienungselemente in Richtung Fahrer geneigt. Eine Idee, die BMW viel Lob und bis heute viele Nachahmer einbrachte.

Wer auch immer für den Basis-BMW einen Markt eruiert hatte, sollte Recht behalten. Fast 108.000 Käufer fanden sich für die nackte Kanone. Treppenwitz der Automobilgeschichte: Ausgerechnet das Hungerhäkchen aus der 3er-Familie überlebte seine Geschwister. Nachdem die Nachfolgebaureihe schon 1982 gestartet war, durfte nur der Magerdreier aus der E21-Ära noch bis 1984 vom Band rollen.

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