Flottenausstoß von Neuwagen

EU tritt auf CO2-Bremse

CO2 Foto: fotolia / Arneke

Die EU drängt auf schärfere Abgaswerte. Bis 2030 sollen die Hersteller den CO2-Flottenausstoß von Neuwagen um 35 Prozent senken.

Ab 2021 dürfen Neuwagen eines Herstellers im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 ausstoßen. Nun stellt die EU die Weichen für neue Grenzwerte. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments verlangt von den Fahrzeugherstellern, den CO2-Flottenausstoß bis 2025 um weitere 15 Prozent und bis 2030 um 35 Prozent auf maximal 62 Gramm zu senken. Transporter sollen 30 Prozent weniger CO2 emittieren. Damit verschärfen die Abgeordneten die bisherige Vorlage der EU-Kommission, die nur 30 Prozent weniger CO2 vorsah. Andererseits schwebte über der Sitzung der Umweltminister sogar noch die Forderung, die Emissionen um 40 Prozent zu reduzieren. Ganz vom Tisch ist diese Forderung allerdings nicht. In den nächsten Wochen soll laut »Tagesschau« ein Vermittlungsausschuss mit Vertretern von EU-Kommission, Regierungen und Europaparlament einen Kompromiss finden.

Zudem sollen bis zum Jahr 2025 jeder fünfte, bis 2030 gar 40 Prozent der Neufahrzeuge keine oder nur noch wenig Emissionen ausstoßen. Das wäre nur mit E-Fahrzeugen, Hybriden oder brennstoffzellen- und gasbetriebenen Autos zu schaffen.Für den Präsidenten des Verbandes der Automobil­industrie (VDA), Bernhard Mattes, gehen solche For­derungen »an der technischen und wirtschaftlichen Realität vorbei«. Auch der europäische Verband der Autoher­steller (ACEA) bezeichnete die Vorgaben als »total unrealistisch«, weil sie einen massiven Wechsel hin zur Elektromobilität erforderten.

Kritik übte Mattes auch an den Vorschlägen zu den CO2-Flottengrenzwerten für leichte Nutzfahrzeuge: »Vorgaben, die schon für Pkw nicht realistisch sind, sind bei leichten Nutzfahrzeugen völlig außer Reichweite.« Mit bis zu zehn Jahren seien die Entwicklungs- und Produktzyklen von Transportern deutlich länger. Zudem sei ein niedriger Kraftstoffverbrauch immer entscheidendes Kaufargument, insofern sei der Markt aus sich heraus auf CO2-Effizienz getrimmt.

Während der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug die Vorgabe als ausgewogenen Kompromiss sieht, finden die Grünen kritische Worte. »Im Ergebnis bleiben wir weit von dem entfernt, was notwendig wäre, um die Klimaziele von Paris zu erreichen und die europäische Autoindustrie zukunftsfähig zu machen«, sagte ihre energiepolitische Sprecherin Rebecca Harms.

Mattes kontert: »Die vorgeschlagenen Ziele werden in diesem Zeitraum nicht umsetzbar sein.« Außerdem führten sie zum Verlust vieler Arbeitsplätze. Die EU-Klimaziele würden bereits mit den aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission »sicher und auf volkswirtschaftlich effiziente Weise erreicht«, betonte er. Es sei aber aus heutiger Sicht mehr als fraglich, ob selbst diese Werte umgesetzt werden könnten. Um diese Ziele zu erreichen, müssten Elektromobilität und Ladeinfrastruktur rasch wachsen. Das aber läge nicht in den Händen der Automobilindustrie. »Die Elektromobilität ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Industrie, Politik und Verbrauchern«, sagte Mattes.

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