Franz Reiner, CEO Daimler Mobility

"Mobilitätsbudgets sinnvolle Ergänzung zum Dienstwagen"

Franz Reiner Foto: Daimler

Franz Reiner gibt Einblick in die Produktvielfalt des Finanzdienstleisters. Mobilitätsbudgets und Firmenwagen schließen sich seiner Meinung nach nicht aus.

Sie haben bei sich im Unternehmen bereits ein Mobilitätsbudget ausprobiert. Wie kam es bei den Mitarbeitern an?

Das Pilotprojekt lief 18 Monate und kam gut an. Unsere Mitarbeiter haben es aktiv genutzt. Sie konnten im Rahmen eines festen Budgets auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder unsere Your-Now-Angebote nutzen. Die Rückmeldungen waren aufgrund der großen Flexibilität sehr positiv.

Sie sehen keine Gefahr, dass Dienstwagen verschwinden, weil zu viele Ihrer Mitarbeiter dieses neue Budget nutzen?

Nein, überhaupt nicht. Es wurde als Ergänzung genutzt. Das ist auch eine Chance für unsere Kunden. Firmen können Dienstwagenprogramme weiterhin anbieten, sie aber neu strukturieren und ergänzen, wie mit dem Mobilitätsbudget von Athlon, dem My Benefit Kit. Wenn der Mitarbeiter hier sein Budget nicht voll für seinen Dienstwagen ausschöpft, kann er das Restbudget für alternative Mobilität per E-Bike oder ÖPNV nutzen. Das Angebot können Firmen individuell mit uns ausgestalten. Wir binden Fuhrparkleitung und Personalabteilung mit den jeweiligen Abrechnungssystemen ein. Die Steuerung läuft dann bequem per App.

Vor Kurzem wollte Daimler den Konzern zum Mobilitätsdienstleister umbauen, jetzt stehen Luxusautos im Fokus. An welchen visionären Zukunftsplänen arbeiten Sie noch?

Wir verstehen uns als Mobilitäts-Powerhaus der Daimler-­Gruppe. Dazu gehört natürlich, dass wir die Mobilität für unsere Kunden sicherstellen. Da geht es bei Flotten primär um die TCO. Gleichzeitig sehen wir bei Firmen einen Trend hin zu mehr Flexibilisierung, und da bieten wir von Finanzierung über Leasing bis hin zu Miete, Auto-Abos, Carsharing und Chauffeur­service einen ganzen Strauß an Lösungen. Über Athlon bieten wir unseren Kunden Services und Fahrzeuge zudem markenübergreifend an. Für das Mobilitätsbudget kooperieren wir auch mit Partnern, das sind in Zukunft alles wichtige Themen. 11.000 Mitarbeiter denken bei uns jeden Tag leidenschaftlich über Mobilität nach.

Bekommt der Kunde bei Ihnen alles zur E-Mobilität aus einer Hand?

Kurz gesagt: ja. Der Kunde bekommt von der Tankkarte bis zu Ladeoptionen alles aus einer Hand. Wenn wir uns Athlon und den Support für die Elektromobilität ansehen, geht es im ersten Schritt darum, die jeweiligen Fuhrparkleiter zu beraten. Dafür analysieren wir die Nutzungsprofile, um dann die besten Lösungen für die jeweiligen Einsatzzwecke anbieten zu können. Seit Kurzem kooperieren wir auch mit Juice Technologies, um mobile Lademöglichkeiten anzubieten. An der Stelle ist auch unser TCO-Kalkulator interessant, mit dem unsere Kunden online ­Elektrofahrzeuge untereinander, aber auch mit Verbrennerfahrzeugen vergleichen können.

Die Preise an öffentlichen Ladestationen variieren stark. Wie verhelfen Sie Fuhrparks zu mehr Kostentransparenz?

Wir bieten mit der Shell-Hybridtankkarte eine Lösung an, mit der Fahrer europaweit an öffentlichen Ladestationen Strom beziehen können. Dazu gehört auch ein Reporting der Kraftstoff- und Stromkosten, das unseren Kunden die erforderliche Transparenz verschafft. Wenn wir über die TCO nachdenken, müssen wir aber auch die Car-Policy gemeinsam mit unseren Kunden optimieren, damit die Nutzer ihre Fahrzeuge möglichst kostengünstig laden. Gerade beim Plug-in Hybriden gilt die Regel: Wer steht, lädt nach Möglichkeit.

Helfen Sie dabei, dass Plug-in Hybriden öfter elektrisch fahren? Andere arbeiten da mit Bonussystemen.

Das ist zentraler Bestandteil unserer Beratung. Wir helfen, Transparenz zu schaffen. Nur so werden solche Systeme genutzt. Es ist wichtig zu wissen, welche Kraftstoffkosten der Mitarbeiter bei seinem Nutzungsprofil hat. Dafür braucht es die angesprochenen Reporting-Tools. Am Ende kann so ein Bonus ganz unterschiedlich aussehen.

Telematik ist hierzulande immer noch ein schwieriges Thema, dabei kann sie bei der Kostentransparenz helfen, oder?

Wir schaffen mit Telematik Vorteile für die Unternehmen, aber auch für die Mitarbeiter. Es ist wichtig, die Mitarbeitervertretungen auch über die Vorzüge solcher Lösungen aufzuklären. Mittels Diagnosedaten aus Telematikdiensten kann man die Wartung besser steuern und damit auch die Sicherheit für den Fahrer erhöhen. Ausfallzeiten sind besser planbar, und die Standzeiten sinken. Außerdem gibt es Produkte wie Dynamic Lease, wo wir nur die tatsächlich gefahrene Laufleistung in der Leasingrate berücksichtigen. Auch digitale Fahrtenbücher lassen sich so umsetzen, und Fahrer wie Unternehmen profitieren von Steuer­ersparnissen.

Wagen wir abschließend noch einen Ausblick auf das kommende Jahr. Was wird für Sie das wichtigste neue Modell?

Ich freue mich auf die ganze Mercedes-EQ-Flotte, also auf EQA, EQE, EQS. Ich bin davon überzeugt, dass Mercedes seinen Anspruch auch auf der Elektroseite ganz klar darstellt und sich auch als progressive Luxusmarke positioniert. Das sind faszinierende Fahrzeuge, die uns bei der Transformation in Richtung nachhaltige Mobilität weiter voranbringen. Und wir bei Daimler Mobility helfen mit unseren Angeboten dabei, diese Modelle auf die Straße zu bringen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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