Fraunhofer-Studie

Mikro-Depots verringern Staus in Städten

smart ready to drop+, ein Service der Daimler Tochter Smart und des KEP-Dienstleisters Liefery Foto: Daimler

Mikro-Depots für den städtischen Lieferverkehr können Lkw-Verkehre und Emissionen reduzieren, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML und der Unternehmensberatung Agiplan.

In Auftrag gegeben hatte die Machbarkeitsstudie „Mikro-Depots im interkommunalen Verbund“ die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Das Projekt wurde finanziell vom Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Ein Handbuch zur Studie überreichte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz Landesverkehrsminister Hendrik Wüst.

Hilfe für Kommunen

„Mikro-Depots haben das Potenzial, zu weniger Lkw-Verkehr und einer reduzierten Emissionsbelastung in Innenstädten beizutragen. Mit unserer Studie haben wir das Fundament dafür gelegt, Kommunen bei verkehrspolitischen Entscheidungen zu unterstützen. Damit können diese den innerstädtischen Verkehr entzerren und somit nachhaltiger und zukunftsfähiger gestalten“, sagt Prof. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

Im Einzelnen betrachtet wurden etwa die Themenfelder Lieferradius, Mengenaufkommen, Anforderungen an die Gebäude oder Betreiber -und Finanzierungsmodelle.

Mehr Effizienz für Kep-Dienstleister

Die Fahrzeuge der Mikro-Depots – also Lastenräder, Kleinstfahrzeuge oder Transporthilfen wie Sackkarren – können den Autoren zufolge die Probleme, die durch hohes Verkehrsaufkommen entstehen, verringern: Zum einen gäbe es weniger Staus durch parkende Fahrzeuge in zweiter Reihe, außerdem würden die emissionsfreien Räder oder Sackkarren einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die klassischen Zustellfahrzeuge könnten zwar in der Praxis nicht vollständig ersetzt werden, KEP-Dienstleister könnten ihre Effizienz durch Mikro-Depots allerdings deutlich steigern und Unternehmen so eine Auslieferung am selben Tag ermöglichen.

Mikro-Depot mit 180 Quadratmetern

Laut der Machbarkeitsstudie ist ein Mikro-Depot mit 180 Quadratmetern Gebäudefläche in der Lage, pro Tag etwa 1.400 Pakete mit zwölf Lastenfahrrädern in einem Umkreis von zwei bis drei Kilometern auszuliefern. „Diese Immobilie sollte über separierte Lagerflächen für die einzelnen Dienstleister, über Sozialräume und im Bestfall auch über eine Laderampe verfügen. Ein Erfolgsfaktor ist vor allem die verkehrliche Anbindung und die Zugänglichkeit der Umschlagfläche für Fahrzeuge mit bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht“, sagt Studienautor Dr. David Rüdiger vom Fraunhofer IML.

Beispiele für Mönchengladbach, Krefeld und Neuss

Für die drei Kommunen Mönchengladbach, Krefeld und Neuss haben die Autoren Immobilien in Innenstadtlagen identifiziert, die prinzipiell geeignet wären. Außerdem habe eine Umfrage unter Paketdienstleistern gezeigt, dass ein Interesse an Mikro-Depots grundsätzlich vorhanden sei. Um die ersten Mikro-Depots umzusetzen, müssen nun die Standorte festgelegt, das Betreibermodell und der Mietpreis gestaltet und die KEP-Dienstleister gewonnen werden.

Das Handbuch „Mikro-Depots im interkommunalen Verbund“ gibt es als kostenlose Download-Datei unter mittlerer-niederrhein.ihk.de.

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