Hyundai Bayon im Fahrbericht

Mut zur Lücke

Hyundai Bayon 2021 Foto: Hyundai 16 Bilder

Mit dem Bayon stellt Hyundai dem Kona ein weiteres kleines SUV zur Seite. Der Bayon ist genauso kompakt, innen geräumig, kostet aber einiges weniger. Geht das Konzept auf?

Eigentlich ist das Kleinwagen-Programm von Hyundai schon komplett. Denn neben dem konventionellen i20 haben die Koreaner auch einen kleinen Crossover-SUV namens Kona. Trotzdem bringen sie nun den Bayon auf den Markt. Der ist genauso wie der Kona ein hochbeiniger Fünftürer, und mit 4,18 Metern nur knapp drei Zentimeter kürzer. Dass Kona-Fahrer künftig umsteigen, glauben die Marketingstrategen von Hyundai aber nicht. Der Bayon richte sich nämlich an eine ganz andere Zielgruppe. Er soll die Frauenherzen erobern.

Ob das klappt? Mal schauen. Innen bietet er jedenfalls etwas mehr Platz als der Kona. Und der Preis? Los geht’s ab 14.109 Euro (alle Preise netto), das sind satte 2.700 Euro weniger als der Kona. In dieser Fahrzeugklasse ist das ein enormer Preisunterschied. Dabei fehlt’s eigentlich an nichts: Die Standard-Sicherheitsausstattung samt City-Notbremse wird ebenso geliefert wie ein Fernlichtassistent oder die Klimaanlage.

https://www.firmenauto.de/whoiswho/automarken-hyundai-9735699.html Foto: Hyundai
Der Kona soll Frauenherzen erobern.

Gut, die Fenster müssen beim Einstiegsmodell Pure noch von Hand gekurbelt werden. User Chooser, die auf mehr Komfort stehen, sollten also zu den höherwertigen Ausstattungen greifen, wo die Koreaner einiges mehr bieten. Hier sind unter anderem LED-Scheinwerfer oder etwa ein digitales Cockpit Serie. Gegen Aufpreis lässt sich der adrett gestylte Bayon zudem mit vielen Dingen aufrüsten. Ein Parkassistent, fürs Rückwärtsfahren ein Querverkehrswarner mit aktivem Bremseneingriff ist erhältlich, eine schicke Zweifarben-Lackierung, beheizbare Rücksitzen und vieles mehr.

Nur bei den Antrieben muss man sich einschränken. Im Gegensatz zum Kona gibt es weder E-Motor noch Allradantrieb. Wenigstens sind die Einliter-Benziner für den Bayon als Mild-Hybrid teileelektrifiziert. Die Spritspartechnik ist beim 125 PS starken Topbenziner serienmäßig, bei der 100-PS-Version kostet sie dagegen 841 Euro Aufpreis.

Modernes Multimedia gegen Aufpreis

Dass der Bayon technisch eher mit dem i20 als mit dem Kona verwandt ist, lässt sich beim Einsteigen erkennen. Hier dominiert tristes Hartplastik, doch lässt sich alles rund ums Cockpit einfach bedienen. Auch die Vordersitze sind bequem und das Multimediasystem mit seinem 10,25 Zoll großen Touchscreen ist bestens vernetzt. Zwar kostet es stolze 1.250 Euro extra und ist erst ab der zweithöchsten Ausstattungsstufe Trend erhältlich, doch wird für den hohen Preis gleich ein Bose-Soundsystem, diverse Telematikdienste, sowie eine geräuschdämmende Windschutzscheibe im Paket mitgeliefert.

Die Investition lohnt sich: Das Navi arbeitet mit Live-Verkehrsdaten und berechnet schnell das gewünschte Routenziel, auch die kabellose Smartphone-Integration erfolgt flott. Um die vielen Apps für das Wetter oder die Tankstellenpreis zu nutzen muss allerdings das Wlan des Handys herhalten, da der Bayon keine eigene Sim-Karte an Bord hat. Die mobilen Geräte können über insgesamt drei USB-Ports aufgeladen werden, alternativ können Handys ihren Strom auch induktiv aus der Mittelkonsole saugen. Weniger überzeugt dagegen der Sprachassistent, der nur selten umsetzt, was man ihm sagt.

Hyundai Bayon 2021 Foto: Dennis Gedaschke
Das Platzangebot fällt üppig aus

Gemessen an der Fahrzeugklasse fällt das Platzangebot üppig. Vorne herrscht eine gute Bewegungsfreiheit, hinten sitzt man zwar nicht ganz so feudal, doch reicht das Angebot für die Knie und über dem Kopf für die meisten Mitreisenden noch völlig aus. In der zweiten Reihe wirkt der Bayon etwas luftiger als der Kona. Und mehr Gepäck lässt sich unterbringen. Mit 411 Litern schluckt der Bayon fast 60 Liter mehr als der Kona (354-11.56 Liter) und lässt sich bis auf bis zu 1.205 Liter erweitern. Beim Mildhybridmotor schrumpft das Volumen hingegen auf 334 bis 1.128 Liter zusammen, da sich das Lithium-Polymer-Akku unter der Laderaumabdeckung befindet. Praktisch jedoch bei allen Varianten. Wird die Kofferraumabdeckung nicht benötigt, kann sie hinter die Rücksitze geschoben und dort verstaut werden.

Der Mild-Hybride beherrscht das Segeln

Drei Benziner stehen für den Bayon zur Wahl. Ein Vierzylinder-Sauger mit 84 PS bildet den Einstieg, die beiden Turbo-Varianten mit 100 und 120 PS schöpfen ihre Kraft dagegen aus nur drei Zylindern. Außerdem sind die beiden kräftigeren Motoren als 48-Volt-Mild-Hybride erhältlich. Damit kann der Bayon zwar nicht rein elektrisch fahren, doch erhält er beim Beschleunigen einen kleinen Boost. Außerdem segelt der Bayon im Eco-Fahrmodus, sobald der Fahrer das Gas lupft. Die Segelfunktion soll gut fünf Prozent Sprit einsparen, was durchaus glaubhaft ist.

Hyundai Bayon 2021 Foto: Hyundai
Der Fahrkomfort des Bayon wird als angenehm empfunden.

Der Bayon gleitet nämlich recht lange und unauffällig. Um davon etwas mitzubekommen, muss der heruntergleitende Drehzahlmesser peinlichst genau im Auge behalten werden. Insgesamt arbeitet der von uns gefahrene Einliter-Dreizylinder mit 120 PS recht unauffällig. Der Motor nimmt leise und vibrationsarm Fahrt auf und verfügt über genug Durchzugskraft. Für den Sprint von null auf Tempo 100 vergehen 10,4 Sekunden. Die machen ihn zwar nicht gleich zu einem Sprinter, doch reicht die Leistung vollkommen aus.

Das mit einer elektronisch geregelten Kupplung ausgestattete iMT-Getriebe lässt sich leichtgängig durch das Sechs-Gänge-Menü bewegen und die Lenkung agiert präzise. Nur 5,5 Liter Super gibt Hyundai für den durchschnittlichen Verbrauch an. Nach unserer Tour nahm sich der adrett gestylte Koreaner mit 6,2 Litern nur geringfügig mehr. Wir waren zumeist ruhig unterwegs, da der Bayon beim gemütlichen Reisen eine weitere Stärke entfaltet. Schließlich ist der Bayon nicht nur ein leiser Crossover, sein Fahrkomfort wird ebenfalls als angenehm empfunden.

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