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Hyundai Ioniq 6 (2023) Fahrbericht Eine runde Sache

Hyundai Ioniq 6 2023, E-Auto Foto: Hyundai 22 Bilder

Dem eckig kantigen Ioniq 5 stellt Hyundai den konventionelleren Ioniq 6 zur Seite. Gleiche Technik, gleicher Preis, aber anderes Konzept. Wir haben mit der Elektro-Limousine schon eine erste Runde gedreht.

Nur etwas mehr als ein Jahr im Handel, hat sich der spacige Ioniq 5 bereits in die Top 10 der Midsize-SUV unter den Geschäftswagen katapultiert. Schnell laden, weit fahren, das zieht bei Fahrern von Firmenwagen, wer will schon Zeit an der Ladesäule verschwenden? Fragt man Flottenbetreiber, so nennen sie die 800-Volt-Technik als einen der wichtigsten Kaufgründe. Und trotzdem überzeugt der spacige Ioniq 5 nicht jeden. Manchem Fahrer ist der SUV zu groß, zu wuchtig und vielleicht auch ein bisschen zu exaltiert.

Hyundai Ioniq 6 2023, E-Auto Foto: Hyundai
Hyundai Ioniq 6

Für solche Außendienstler oder User-Chooser legen die Koreaner nun den Ioniq 6 auf.Obwohl die Zahl es nahelegt, steht der im Modellprogramm nicht über, sondern neben dem 5er. Er startet ebenso bei rund 35.000 Euro netto, ist aber mit 4,85 Metern gut 20 Zentimeter länger und zehn Zentimeter flacher. Vor allem aber ist die stromlinienförmige Karosserie windschnittig. Steht der eckig, kantige Ioniq 5 mit seinen quadratischen Scheinwerfern wie ein Statement auf der Straße, so drehen die Koreaner hier das Rad wieder etwas zurück. Auf den ersten Blick wirkt der Ioniq 6 fast wie eine normale Schrägheck-Limousine im Stile eines Polestar 2 oder Tesla Model 3, mit kleinerer Kofferraum-Luke und flachem, tiefem Gepäckabteil.

Vergleichstest Hyundai Ioniq 5, Polestar 2, VW ID.5
Einer genügt

Eigentlich fällt der Wagen erst bei Dunkelheit auf, wenn bis zu 700 LED aufleuchten. Die Quadrate ziehen sich durchs ganze Auto, illuminieren beim Bremsen den Spoiler, finden sich auf dem Armaturenbrett oder in den Instrumenten, wo sie als grüne Kästchen statt den üblichen Strichen oder Punkten den Ladestand anzeigen.

Ansonsten ist das gesamte Design des Ioniq 6 der Aerodynamik untergeordnet. Unter dem vorderen Stoßfänger etwa sitzen elektronisch gesteuerte Luftklappen, der Unterboden ist mit vier Platten versiegelt und schmale Lippen an den Kotflügel sollen verhindern, dass sich der Fahrtwind in den Radkästen verwirbelt. Optionale Kameras im Format einer Fernseh-Fernbedienung statt Rückspiegel sollen bis zu drei Kilometer zusätzliche Reichweite bringen. Da sie nicht wie bei Honda oder Audi fast plan an der Tür sitzen, sondern weit abstehen, wirken sie ein wenig wie Fremdkörper. Unvorsichtige Parker dürften damit keine Freude haben.

Auf den großen Spoiler am Heck dagegen hätte Chefdesigner Simon Loasby gerne verzichtet, doch nur so ließe sich hervorragende cw-Wert von 0,21 erreichen. Im Ergebnis soll der Ioniq 6 über 600 Kilometer schaffen, 100 Kilometer mehr als der 5er.

Hyundai Ioniq 6 2023, E-Auto Foto: Hyundai
Hyundai Ioniq 6

Und das, obwohl er die gleiche Technik nutzt: Es gibt Batterien mit 53 oder 77 kWh Kapazität, die sich in 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen. Dazu Front- oder Allradantrieb sowie drei Motorisierungen mit 151, 229 oder 325 PS Leistung, die den Wagen in der stärksten Ausführung in knapp über 5 Sekunden auf 100 km/h katapultieren. Eine Wärmepumpe soll den Stromverbrauch im Winter verringern, die Batterieheizung bereitet den Akku optimal aufs Schnellladen vor und Updates over the air können den Wagen über Nacht auf den technisch neuesten Stand bringen.

Da zwischen Fahrer und Beifahrer eine mächtige Konsole mit großem Fach sowie Cupholdern und den Fensteröffnern für beide Türen sitzt, wirkt der Ioniq 6 innen konventioneller als der loungige 5er, aber nicht weniger wohnlich. Wer den Innenraum ausleuchten will, wählt aus 64 Farben. Zusätzlich lassen sich die Türen in sechs Farbkombinationen indirekt zweifarbig beleuchten. Dann schimmern die geriffelten Oberflächen dezent im Dunklen wie die Lichter einer Großstadt – Hyundais Hommage an Koreas Hauptstadt Seoul.

Hyundai Ioniq 6 2023, E-Auto Foto: Hyundai
Hyundai Ioniq 6

Wie üblich verwendet auch Hyundai verstärkt recycelte Materialien und versucht, Gewicht zu sparen. So sind die Sitze beispielsweise 30 Prozent dünner als in Modellen mit Verbrennermotoren, ohne dass sie deshalb schlechter gepolstert wären. Platz hat man in Hülle und Fülle, speziell auf der Rückbank. Fast drei Meter Radstand bescheren den hinten Sitzenden eine Beinfreiheit auf Oberklasse-Niveau. Trotz des schrägen Hecks bleibt genügend Luft überm Scheitel, schon weil man hinten sehr tief mit stark abgewinkelten Knien sitzt.

Das gut verarbeitete, aufgeräumte Cockpit kombiniert zwei 12-Zoll-Bildschirme mit eingängiger Menüstruktur und Echtzeitnavigation samt Ladestopp-Planung auf längeren Strecken. An der Seite wölbt sich das Armaturenbrett zum Fenster hin und integriert die Monitore der Rückblick-Kameras. Die sitzen zwar höher und damit besser im Blickfeld als bei Audi, haben aber gegenüber Spiegeln keinen wirklichen Vorteil. Es fällt trotz Hilfslinien schwer, Abstände einzuschätzen, und wer gewohnt ist, rückwärts nach Spiegel zu rangieren, verschätzt sich ständig.

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Klar, dass das gesamte Programm an Assistenzsystemen an Bord ist. Mit aktiviertem Autobahnassistenten übernimmt der Wagen Tempolimits und wechselt selbstständig die Spur, vorausgesetzt, der Fahrer lässt die Hände am Lenkrad. Querverkehr wird vom Kollisionswarner ebenso erkannt wie plötzlich auf die Straße tretende Fußgänger oder entgegenkommende Autos beim Abbiegen, während die Totwinkelwarner beim Aussteigen vor Radfahrern warnt. Für große Augen bei Passanten sorgt der Ioniq 6, wenn er vollautomatisch ein- und ausparkt, ohne dass jemand am Steuer sitzt.

Hyundai Ioniq 6 2023, E-Auto Foto: Hyundai
Hyundai Ioniq 6

Lenkung und Federung wirkten auf unserer ersten Testfahrt mit der koreanischen Ausführung noch etwas indifferent und weich. Die Europa-Modelle werden vor Markteinführung im Februar 2023 nochmals über den Nürburgring gescheucht und straffer abgestimmt. Überzeugen können dagegen Verbrauch und Akustik. Die gut gedämmte Karosserie, Flüsterreifen sowie der vom Unterbau entkoppelte Teppich sperren Wind- und Abrollgeräusche weitgehend aus. Auf unserer normal bis zurückhaltend gefahrenen, 180 Kilometer langen Testrunde verbrauchten wir sogar weniger als die von Hyundai für die Version mit 20 Zoll-Rädern angegebenen 16,6 kWh/100 km.

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Mehr Grip mit Allradantrieb

Die 600 Kilometer Reichweite schafft der Wagen allerdings nur mit 18-Zöllern (WLTP: 13,9 kWh/100 km). Spielen die für Käufer von Firmenwagen eine Rolle? Eher nicht, große Räder sehen einfach besser aus. Und kommt’s doch aufs Budget an, so könnte man sich eher die Komfortsitze mit Liegeposition sparen. Der Ioniq 6 lässt dem Fahrer an der Ladesäule sowieso keine Zeit für ein Nickerchen.

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