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Foto: I SEE Electric Trucks

I See E-Transporter

Opel mit Elektro-Blitz vom Umrüster

Opel Vivaro und Movano fahren demnächst auch elektrisch. Hinter den Umbauten steckt jedoch nicht der Rüsselsheimer Autobauer, sondern eine hessische Firma namens I See Electric Trucks.

Sollte in unseren Großstädten demnächst ein Fahrverbot drohen, kommen Handwerker, Personenbeförderer, Städte und Kommunen in arge Bedrängnis. Schließlich basiert deren Fuhrpark in der Regel überwiegend auf Fahrzeugen mit Dieselmotoren. Eine Antwort auf die zukünftige Mobilitätsfrage bietet die Firma I See Electric Trucks, die zwei leichte Nutzfahrzeuge auf Opel-Basis zu Stromern umbauen. Laut dem Start-Up-Unternehmen aus Offenbach sollen die beiden elektrifizierten Varianten e-Vivaro und e-Movano unter Alltagsbedingungen über 200 Kilometer weit kommen. Damit den beiden E-Modellen von I See selbst im Winter nicht frühzeitig der Strom ausgeht, haben sie zusätzlich eine Bio-Ethanol-Heizung an Bord. So soll bei kalten Temperaturen immer noch eine Reichweite von bis 150 Kilometern möglich sein, sagen die Offenbacher.

Hinter I See steckt ein erfahrenes Team

Den Worten kann man glauben, immerhin ist die Unternehmensführung in der Branche bekannt. Das Führungstrio um Andreas Pfeffer, Christian von Hösslin und Thomas Wächter hat seine Kenntnisse über viele Jahre bei Zulieferern in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Vertrieb erworben. Diese Erfahrung gibt den Umrüstern Vertrauen, dass sich auch in der Garantiezeit wiederspiegelt: Die Opel-Werksgarantie von zwei Jahren bleibt bestehen und wird von einer zusätzlichen Zweijahres-Garantie seitens I See ergänzt. Auf den Elektromotor und das Akkupaket geben die Offenbacher sogar ein siebenjähriges Garantieversprechen bis maximal 250.000 Kilometer oder 1.500 Ladezyklen. Außerdem müssen sich Fuhrparkmanager keine Sorgen um eine ordnungsgemäße Wartung der E-Transporter machen. Jene übernimmt ein speziell geschultes Team an insgesamt 70 deutschen Servicepunkten, die hauptsächlich bei Autohändlern der Aschaffenburger Brass-Gruppe zu finden sind.

Angeboten werden der e-Vivaro und der e-Movano in insgesamt 25 Modellvarianten. Vom reinen Fahrgestell über Kastenwagen, Personen-Kombi, Pritschen, bis hin zu Kofferaufbauten oder Kippern reicht die Palette. Allen gemein ist der Antriebsstrang: Vorne unter der Haube von e-Vivaro und e-Movano arbeitet jeweils ein Elektromotor mit einer Leistung von 122 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 280 Nm, beide beschleunigen bis Tempo 90. Dann setzt die Elektronik zugunsten des Aktionsradius einen schützenden Riegel vor.

Zugeständnisse erfordert lediglich das hohe Gewicht

Im Vergleich zu den herkömmlichen Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotor entstehen im Innen- oder Laderaum keinerlei Einschränkungen, da die Lithium-Ionen-Akkus platzsparend unter dem Fahrzeugboden verbaut sind. Dementsprechend kann der Käufer bei seiner Bestellung auf alle lieferbaren Opel-Features wie Sicherheitsausstattung, Multimediasystemen und die bekannten Innenausbauten zurückgreifen. Einzige Einschränkung ist die niedrigere Zuladung wegen der schweren Batterie. Sie beträgt bei beiden Combi-Varianten jedoch immer noch gute 798 Kilo.

Zoom I SEE e-VIVARO Foto: I SEE Electric Trucks
Der e-Vivaro ist ab der mittleren Länge L2 erhältlich und startet bei 53.990 Euro mit 45 kWh starkem Batteriepaket. Der e-Movano beginnt mit gleichem Speicherdepot beginnt bei 59.990 Euro.

Sonst muss man sich wenig umstellen. Auf der Mittelkonsole prangen anstelle des Schalthebels flache Tasten, mit der die Fahrprogramme so einfach wie bei einem Automatikfahrzeug gewählt werden. Einmal auf D gestellt, surrt der E-Transporter zügig los. Um locker im Verkehr mit zu schwimmen sind reichlich Kraftreserven. Die herkömmliche Tankuhr hat I See übrigens geschickt gegen eine Batterieanzeige getauscht. Hier sieht nichts nach Bastelbude aus, alles wirkt solide gemacht. Was bei den gefahrenen Vorserienfahrzeugen allerdings noch schmerzlich fehlt, ist die dringend nötige Rest-Reichweitenanzeige. Die will I See bis zur Markteinführung im September noch nachreichen.

Zwei Akkugrößen stehen zur Wahl

Interessenten können den e-Vivaro und e-Movano entweder mit 40 kWh oder 55 kWh Akkukapazität ordern. Die Speicherdepots, die mit 387 Kilo unabhängig von ihrer Kapazität gleich schwer sind, bezieht I See von den bekannten Akku-Spezialisten von Samsung, LG sowie Sony. Ein Gleichstrom-Schnelllader mit 22 kW sorgt dafür, dass der große Akku in 45 Minuten zu 80 Prozent befüllt ist. Ganz voll ist das Speicherdepot nach zwei bis maximal drei Stunden. An einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose nimmt das Aufladen mit 16 Stunden natürlich deutlich mehr Zeit in Anspruch. Wenn die Reichweite für eine Tagestour ausreicht, ist eine solche Ladung über Nacht natürlich trotzdem eine Option.

Der e-Vivaro ist ab der mittleren Länge L2 erhältlich und startet mit dem kleineren Akku bei 53.990 Euro. Der größere e-Movano liegt ebenfalls kleinen Akku bei 59.990 Euro. Die leistungsstärkere 55 kWh-Variante kostet hier wie dort 8.000 Euro extra. Außerdem will I See künftig auch gebrauchte Opel-Nutzfahrzeuge umrüsten. Die Preise hierzu stehen allerdings noch nicht fest. Natürlich würde das Nachrüsten genauso gut bei den baugleichen Modellen von Renault, Fiat und Nissan funktionieren. Übrigens: Renault bietet den Master ebenfalls als Stromer an. Er kostet genauso viel wie der e-Movano, jedoch hat die Werkslösung mit 33 kWh den deutlich kleineren Akku. Laut der Mannschaft von I See hat Renault schon reges Interesse an den E-Umbauten aus Offenbach gezeigt.

Hier geht's zur Übersicht aller in Deutschand erhältlichen Elektro-Transporter.

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Datum

18. Juli 2018
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