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Kaufberatung Jaguar XF Sportbrake (2021)

Jaguar XF Sportbrake 2021 Foto: Thomas Kueppers 19 Bilder

Bei Luxus-Kombis als Firmenwagen haben die deutschen Hersteller die Nase vorn. Doch warum nicht mal einen Jaguar XF Sportbrake in Betracht ziehen? Der punktet beispielsweise mit drei Jahren kostenlosem Service.

Mit Sack und Pack von Kunde zu Kunde reisen und am Wochenende die Familie einpacken: Als Allzweckwaffe für Transportaufgaben ist der Kombi aus dem Geschäftsleben nicht wegzudenken. Besonders stilvoll reist man im großen Business-Kombi. Doch weil deutsche Marken die Parkplätze der Chefetage dominieren, fragt sich mancher Käufer: Gibt’s Alternativen zu Audi A6, BMW 5er und ­Mercedes E-Klasse oder VW Arteon?

Tatsächlich ist die Luft für Importmarken in der Fünfmeterklasse dünn. Lediglich Volvo und Jaguar halten am großen Las­tenträger fest. Speziell den Briten ist es mit dem XF Sportbrake gelungen, die Vorzüge einer fast zwei Meter langen Ladefläche stilsicher in eine sportlich-elegante Karosserie zu kleiden. Mitsamt allen praktischen Vorzügen, die man von einem Lastenträger erwartet: vom Heck aus entriegelbare Rücklehnen, Laderaumschienen und Trennnetz sowie durchgehend ebener Ladeboden.

Jaguar XF Sportbrake 2021 Foto: Thomas Kueppers
Freundlich helle Ledersitze liefert Jaguar serienmäßig, ebenso das neue, einfach bedienbare Infotainmentsystem Pivi mit großem Bildschirm.

Dass Materialien und Haptik im Innenraum des XF beim Modellstart im Jahr 2017 nicht ganz den Vorstellungen der anspruchsvollen Zielgruppe entsprachen, rückt nun eine größere Modellpflege gerade. Die bringt bequemere Sitze sowie Türverkleidungen, in denen sich Flaschen und Kleinkram besser verstauen lassen. Auch der optische Feinschliff tat dem Wagen gut: Mit viel offenporigem Holz, hochglanzlackiertem Kunststoff oder penibel verlegtem Aluminium sieht der Innenraum aus, wie man es von einem mindestens 45.000 Euro teuren Auto erwartet.

Außerdem ist der XF jetzt rundum vernetzt, samt optionaler Smart Watch, die den Autoschlüssel ersetzt und den Wagen vom Handgelenk aus öffnet und schließt. Der Brite geht per integrierter SIM-Karte online und spielt Software-Updates over the air auf. Als zentrale Kommandobrücke dient dabei Pivi. Das neue Infotainment- und Bediensystem überzeugt nicht nur in der Menüführung, sondern auch optisch. Seine grau-beige Oberfläche passt gut zum distinguierten Auftritt des Briten. Ergänzt wird Pivi von einem digitalen Cockpit samt Straßenkarte im Breitformat und einem Head-up-Display. Gesteuert wird das Ganze über eine logisch aufgebaute Oberfläche, die den Nutzer spätestens nach zwei Klicks zur gewünschten Funktion führt.

Zu den weiteren Neuerungen gehören das Soundsystem von Meridian, das mit Gegenschall unerwünschte Wind- und Abrollgeräusche eliminieren soll, sowie ein kamerabasierter Rückspiegel. Dabei filmt eine in die Dachantenne integrierte Weitwinkelkamera den Bereich hinterm Auto und überträgt das Bild auf den rahmenlosen Spiegel. Ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr hilfreich, wenn der Kofferraum bis unters Dach beladen ist.

Jaguar XF Sportbrake 2021 Foto: Thomas Kueppers
Bei der teureren Version nennt der XF Spritpreise oder Wetterdaten und spielt Onlineradio.

Insgesamt bleibt der XF aber angenehm analog. Bei vielen Funktionen setzt Jaguar weiter auf Schalter und Tasten, sodass man nicht umständlich auf dem Screen herumtatschen muss. Etliche sind mehrfach belegt, weshalb das Cockpit nicht überfrachtet wirkt. Drücken und Drehen des Temperaturreglers schaltet beispielsweise die mehrstufige Sitzheizung ein, Ziehen und Drehen ändert das Gebläse.

Im Rahmen des Facelifts strafften die Briten das Motorenprogramm. Sechszylinder flogen aus dem Programm, Plug-in-Hybride sind sowieso nicht geplant – die Vielfalt anderer Marken bietet Jaguar beim XF nicht mehr. Für Vielfahrer gibt’s eigentlich nur einen vernünftigen Motor: den von einem Mildhybridsystem unterstützten Diesel. Der Zweilitermotor schickt 204 PS an die Hinterachse. Laufruhig und durchzugsstark harmoniert er mit der gut abgestimmten und nie nervösen Achtgangautomatik. Auch der Verbrauch des fast zwei Tonnen schweren XF passt: Bei normalem Autobahntempo bleibt er unter sieben Litern, und selbst bei sehr zügiger Fahrweise zieht er selten über neun Liter Diesel aus dem 66-Liter-Tank.

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Für die weite Reise ist der Jaguar also prädestiniert, wobei ihn Fahrwerk und große Räder deutlich in Richtung Sportler rücken. Seine direkte Lenkung spricht feinfühlig an, die Federung eher nicht. Was vor allem an den 20-Zöllern mit extremen Niederquerschnittsreifen im 255/35er-Format liegt. Da schlägt jeder ­Gullydeckel direkt ins Kreuz durch. Standard sind 18-Zöller. Alternativ gibt’s ohne Aufpreis 17-Zoll-Räder mit Reifen im Standardformat 205/55. Die sind weniger schick, rollen aber komfortabler ab und kosten beim Wechsel deutlich weniger.

Jaguar XF Sportbrake 2021 Foto: Thomas Kueppers
Der Sportbrake gehört nicht zu den größten, aber zu den dynamischsten Kombis.

Ansonsten müssen Käufer nicht befürchten, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Jaguar gibt drei Jahre Garantie und übernimmt für drei Jahre beziehungsweise 100.000 Kilometer die Wartung. Bei drei Jahren/120.000 Kilometern Haltedauer fährt der XF in Sachen Wartung und Verschleiß über 40 Prozent billiger als ein BMW 520d Touring. Wenn das mal kein Argument für eine Alternative ist.

Varianten und Motoren

Ein Diesel, zwei Benziner – mit dem Facelift schrumpft das Motorenprogramm des XF gehörig. Sechszylinder sind nicht mehr vorgesehen, auch nicht der tolle neue Reihenmotor, den der Konzern beispielsweise im Land Rover Discovery oder im Jaguar F-Pace einsetzt. So kommt für Vielfahrer nur der 204 PS starke Diesel in Betracht, mit dem der schwere Wagen gut, aber nicht übermotorisiert ist. Der von einem Mildhybridsystem unterstützte Motor überzeugt durch Laufruhe und geringen Verbrauch. Für 2.100 Euro Aufpreis gibt es den Diesel auch mit Allradantrieb.Die beiden temperamentvollen, 250 beziehungsweise 300 PS starken Benziner haben dagegen keine Elektrounterstützung. Sie gehen mit Elan zur Sache, treiben aber durch den höheren Verbrauch die Unterhaltskosten in die Höhe. Beim 300-PS-Motor ist der Allradantrieb Serie.

Multimedia

Aktuelle Spritpreise, Verkehrsinfos oder freie Parkplätze: Pivi ist ständig online. Da Jaguar gleich zwei LTE-Modems verbaut, kann der XF unterwegs sogar Updates laden, ohne die anderen Onlinedienste zu stören. Das System überzeugt mit übersichtlichem Menü, angenehm zurückhaltenden Farben und schnellen Prozessoren. Über Icons gelangt man direkt zu allen Funktionen, was die Bedienung vereinfacht. Außerdem ist das System lernfähig, zeigt beispielsweise häufig gewählte Ziele oder Telefonnummern gleich an. Wer gerade hinterm Steuer sitzt, erkennt Pivi über den Zündschlüssel – oder die Smart Watch von Jaguar, die den Schlüssel ersetzt. Dann stellt Pivi auch gleich den Lieblingssender ein, selbst wenn der über den eingebetteten Online-Radiodienst läuft. Spotify hat Jaguar ebenfalls direkt integriert. Ein Hotspot für die Passagiere kostet ab 252 Euro, inklusive 20 GB monatlich.

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Ausstattung

Jaguar legt den XF als S, SE und HSE auf. Die beiden höheren Versionen lassen sich über sogenannte Dynamic-Pakete (Räder, Zierrat) erweitern.

Die Grundversion S hat zwar alles, um komfortabel über die Runden zu kommen. Selbst LED-Scheinwerfer, Tempomat, Einparkhilfe vorne und hinten, schlüsselloses Startsystem und ein vernünftiges Soundsystem sind an Bord.

Trotzdem weckt die umfangreiche Preisliste Begehrlichkeiten, und viele der Sonderausstattungen des rund 4.350 Euro teureren SE mag man in einem Auto der gehobenen Mittelklasse einfach nicht missen. Auch für den Wiederverkauf empfiehlt sich der SE. So warnt er beispielsweise beim Rückwärtsfahren vor Querverkehr oder beim Türöffnen vor Radfahrern. Auch der fast schon etwas zu sanft eingreifende Spurhalter samt Totwinkelwarner ist beim SE Serie. Auch das große TFT-Display hinterm Lenkrad gibt es erst im SE. Navigation, Datenvolumen, schlüsselloser Zugang und die Verkehrszeichenerkennung sind ebenfalls Nettigkeiten, die man gerne mitnimmt. Außerdem wirkt das Auto mit den 19 Zoll großen Alurädern dynamischer als mit den 18-Zöllern. Größere Räder empfehlen wir aus Komfortgründen allerdings nicht.

Zu den Komfortfeatures des SE gehören zudem elek­trisch umfangreich verstellbare Ledersitze sowie das elektrisch in Höhe und Reichweite einstellbare Lederlenkrad.Nochmals fast 4.000 Euro mehr kostet der HSE. Der fährt mit einem sehr gediegenen Innenraum samt Velours-Dachhimmel, offenporigem Holzdekor und Sitzen in hellem Windsor-Leder vor. Dazu gibt’s noch das Meridian-Sound­system, das durch Gegenschall das Geräuschniveau im Innenraum senkt, sowie einen Abstandstempomaten mit Staufunktion. Alternativ zu den doch sehr hart abrollenden 20-Zöllern mit 35er-Niederquerschnittsreifen bietet Jaguar 19-Zoll-Räder an.

Empfehlenswerte Optionen für den SE

adaptives LED-Licht: 1.134 Euro

Abstandstempomat, Kollisionswarner hinten, Totwinkelwarner: 840 Euro

Head-up-Display, Ladeschale, kamerabas. Spiegel: 1.096 Euro

Wi-Fi-Hotspot: 252 Euro

Panoramaglasdach: 1.093 Euro

Sitze Windsor-Leder: 1.252 Euro

Sitzheizung hinten: 336 Euro

Lenkradheizung: 219 Euro

kamerabas. Spiegel: 546 Euro

Laderaumschienen: 126 Euro

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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