Kia Optima 2017 27 Bilder Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Kaufberatung Kia Optima

Sieben Jahre sorgenfrei

Der Kia Optima Sportswagon bietet viel Auto für kleines Geld und sieben Jahre Garantie. Der Modellcheck verrät, welche Version die richtige für den Einsatz als ­Firmenwagen ist.

Kombis spielen weltweit überhaupt keine Rolle, sie sind ein ganz speziell deutsches Thema. Deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass ein Global Player überhaupt einen Kombi wie den Optima Sportswagon auflegt. Und es ist mutig, als Importeur gerade in der hart umkämpften Mittelklasse anzutreten. Doch der Erfolg gibt Kia recht. Im Kombiland Deutschland geben über 90 Prozent aller Optima-Käufer dem Sportswagon den Vorzug.

Darunter sind nicht wenige Gewerbetreibende und Fuhrparkbetreiber. Kia und Firmenwagen? Gewiss. Man will die Exoten-Nische verlassen und verstärkt das lukrative Geschäft mit Firmenkunden forcieren. Der 4,86 Meter lange Kombi richtet sich an Fahrer von Geschäfts­wagen, die viel Platz brauchen, aber nicht so viel Budget haben. Mit einem Einstiegspreis von 21.840 Euro  für den 163 PS starken Benziner distanziert sich der Koreaner von vielen anderen Mittelklassemodellen

Den Diesel gibt’s bereits ab 23.773 Euro

Mit dem 141 PS starken Diesel kostet der Kia ab 23.773 Euro. Konkurrenzmodelle wie Ford Mondeo, Mazda 5 oder VW Passat sind mindestens 3.000 Euro teurer. Und mit seiner markanten Tigernasen-Frontpartie, einer breiten Schulter sowie einem kraftvollen Hinterteil ist der Optima Sportswagon auch optisch ein attraktives Angebot. Das Auto bietet reichlich Platz und vor allem auf seiner Rückbank sehr viel Kniefreiheit. Den Sitzen vorne fehlt es zwar etwas an Seitenhalt, doch sind sie durchweg bequem.

Erfreulich großzügig ist auch der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 552 bis maximal 1.686 Litern geraten. Die dreigeteilten Rücksitzlehnen lassen sich zudem vom Heck aus umlegen. Praktisch sind darüber hinaus die Staufächer unter dem doppelten Ladeboden sowie das verschiebbare Ordnungssystem. Es dient als Raumaufteiler und sichert ab dem zweiten Aus­stat­tungs­niveau serienmäßig das Gepäck.

Die Materialien im Innenraum hinterlassen einen sauber verarbeiteten und hochwertigen Eindruck. Positiv fällt auf, dass sich der Multimedia-Touchscreen auch über Direktwahltasten ansteuern lässt. Korea ist Samsung-Land. Ob’s daran liegt, dass Kia bei der Smartphone-Integration nur auf Android setzt und Apple-Nutzer außen vor lässt? Für ­iPhone-Nutzer ist es schon ärgerlich, dass sie nur einen sehr eingeschränkten Zugriff auf die Handy-Funktionen bekommen. Auch die kabellose Ladestation funktioniert mit dem iPhone nicht. Allerdings nur, weil Apple die Technik noch nicht implantiert hat. Hier heißt es zum Laden USB-Kabel anstöpseln. Je nach Ausstattung gibt es die Anschlüsse vorne und hinten. Aber welcher Optima darf es denn genau sein? Den Kombi gibt es schließlich in fünf Ausstattungsversionen. Die Philosophie der Koreaner ist einfach, aber effektiv. Die wenigsten Extras gibt’s solo, sondern meist in Paketen. Wer mehr will, muss gleich eine Ausstattungsstufe höher einsteigen.

Zoom Kia Optima 2017 Foto: Karl-Heinz Augustin
Das Navisystem mit acht Zoll großem Bildschirm leitet zuverlässig. Schlecht: Nur Android-Handys werden vollständig ins System eingebunden. Apple-Besitzer haben einen eingeschränkten Zugriff auf die Funktionen.

Schon das Basismodell Edition 7 bringt sieben Airbags, Rückfahrkamera und ein Siebenzoll-Navi samt kostenlosen Karten-Updates für sieben Jahre mit. Die nächsthöhere und 2.300 Euro teurere Ausstattungsstufe heißt Vision und bietet mit Klimaautomatik und beheizten Vordersitzen mehr Komfort. Parksensoren sind ebenso mit an Bord wie ein Spurhalter oder die Verkehrszeichenerkennung. Und zur Transportsicherung dient ein Gepäcktrennnetz samt variabel verschiebbarem Schienensystem im Fahrzeugboden.

Alles drin: Wir empfehlen die dritte Ausstattungsversion

Wir raten jedoch gleich zum Spirit, der als Diesel für rund 29.500 Euro zu haben ist. Werksseitig bringt die dritte Variante eine Menge mit. LED-Frontscheinwerfer zum Beispiel, die mit ihrem adaptiven Kurvenlicht dem Straßenverlauf folgen. Das Soundsystem von Harman/Kardon sorgt für einen voluminösen Klang, der Fahrersitz lässt sich achtfach elektrisch verstellen und hat eine Memory-Funktion.

Viel wichtiger aber: Erst ab der dritten Ausstattungslinie stehen weitere Fahrerassistenten zur Verfügung. Die gibt es für 1.149 Euro extra und wie sollte es anders sein – natürlich im Paket. Dazu zählen der Spurwechselassistent, eine Rund­um­sicht­kamera (Around View Monitor) oder der Parkassistent mit Quer­ver­kehr­erken­nung beim Ausparken. Ein radargestützter Tempomat ist ebenfalls im Technik-Paket enthalten, genauso wie der Frontkollisionswarner mit autonomem Notbremsassistent. Auch das ausstellbare Panorama-Glasschiebedach ist erst ab der Variante Spirit erhältlich. Das große Schiebedach ist empfehlenswert, trägt seinen Namen Panorama zurecht und bringt zugfreie Frischluft in den Optima.

Die zweithöchste Ausstattungslinie GT-Line ist derzeit die beliebteste bei den Kunden. Mit Lederpolstern und Sportsitzen vorn ist sie auf Luxus und Dynamik getrimmt. Dann rollt der Optima Sportswagon nahezu in Voll-Ausstattung vor. Doch ist sie nochmals um über 3.500 Euro teurer als der Spirit. Noch exklusiver geht es dagegen mit adaptivem Sportfahrwerk und vergrößerter Bremsanlage in der Topversion GT zu, allerdings ist die ausschließlich für den Topbenziner mit 245 PS erhältlich.

Zwei Benziner mit 163 und 245 PS und ein nagelneuer Plug-in Hybride (siehe Kasten) stehen für den Optima Sportswagon im Angebot. Flotten- und insbesonders Langstreckenfahrer werden aber zum einzigen Selbstzünder aus dem Sortiment greifen.

Nur ein Diesel im Motorenprogramm

Der 1,7-Liter-CRDi hat 141 PS und ist der meistverkaufte Antrieb im Optima Sportwagon. Der Diesel läuft kultiviert und stemmt 340 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. So richtig temperamentvoll ist er aber nicht, sondern ein ehrlicher Motor zum gemütlichen Dahingleiten. Immerhin bringt der Optima Kombi gut 1,7 Tonnen auf die Waage.

Ob es bei der Art der Kraftübertragung statt der manuellen Sechsgangschaltung unbedingt das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe (1.681 Euro Aufpreis) sein muss, sollten Außendienstler nach einer ausgiebigen Probefahrt selbst entscheiden. Grundsätzlich kommt man mit der automatisierten Schaltbox klar, uns konnte sie jedoch nicht völlig überzeugen. Einerseits sind die Schaltvorgänge sanft, aber oft auch recht träge. Bei flotter Fahrweise ändern sich dagegen die Vorzeichen, dann schaltet der Automat hektisch und grundlos rauf und runter.

Dafür ist die Antriebskombination mit 5,8 Liter Diesel im Alltag verhältnismäßig genügsam und lag im Schnitt nur 1,2 Liter über der Werksangabe. Wer das Gaspedal ganz sensibel streichelt, bleibt sogar noch einen halben Liter unter unserem Testverbrauch.

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Kia Optima Sportswagon

Am wohlsten aber fühlt sich der Kombi auf der Langstrecke mit weiten Autobahnpassagen. Hier kommt die etwas gefühllos ansprechende Lenkung weniger zum Tragen. Das Fahrwerk ist zwar grundsätzlich in Ordnung, verdaut sogar schnell angegangene Landstraßenkurven erstaunlich gut, spricht aber trotz adaptiver Dämpfung so manches Mal widerwillig auf derbem Untergrund an und reicht die Stöße an seine Insassen weiter.

Damit kann man aber recht gut leben, zumal die Kostenbilanz positiv ausfällt. Gemessen an seinem günstigen Grundpreis fällt der nominelle Wertverlust beim Kia Optima Sportswagon überraschend gering aus. In Sachen Wartung und Inspektion belastet der Optima Sportswagon ebenfalls nicht übermäßig das Budget und liegt mit dem VW Passat Variant gleichauf.

Dass der Wolfsburger und der Koreaner in diesem Punkt nicht die Günstigsten sind, belegt das nähere Umfeld mit den beiden Mitstreitern Ford Mondeo Turnier und Mazda 6 Kombi. Beide zehren bei jährlichen 20.000 Kilometer Laufleistung noch weniger an den Kosten. Dafür sind sie aber genauso wie der Passat wesentlich teurer in der Anschaffung.

Der einzige Wermutstropfen beim Optima Sportswagon sind seine relativ hohen Versicherungseinstufungen. Was aber alle drei Mittelklasse-Konkurrenten aus Deutschland und Japan nicht bieten können, ist das einzigartige Garan­tie­ver­spre­chen der Koreaner von insgesamt sieben Jahren, das gleichfalls für gewerbliche Kunden gilt. Und sollte der Kia ­Optima Sportswagon in diesem Zeitraum einmal verkauft werden, ist die Garantie auf den neuen Eigner übertragbar. Besser geht’s nicht, oder?

Plus

Günstiger Einstiegspreis, geräumiges Platzangebot, solide Verarbeitung und ansprechende Materialien, bequeme Sitze, reichhaltige Ausstattung, kultivierter Diesel, sparsamer Verbrauch, sicheres Fahrverhalten, nominell geringer Wertverlust, sieben Jahre Garantie

Minus

Viele Fahrerassistenten erst ab Spirit lieferbar, kein kräftigerer Diesel im Angebot, träges Doppelkupplungsgetriebe, leichte Bedienschwächen, etwas stößiges Fahrwerk, hohe Versicherungseinstufungen

Autor

,

Datum

18. September 2017
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