Kaufberatung Smart Forfour Darf's etwas mehr sein?

Smart Forfour 2016 Foto: Achim Hartmann 4 Bilder

Neben dem Fortwo gibt es nun wieder einen Smart Forfour: Drei Motoren und vier Ausstattungen stehen für den längeren Viersitzer zur Wahl. Unser Modellcheck gibt den Durchblick und Tipps zum Kauf.

In den europäischen Metropolen gehört der Smart längst zum Stadtbild. Auch in Deutschland sind die Stadtflitzer richtig beliebt. Die größte Fangemeinde hat Smart aber in Italien. Genauer gesagt in Rom. Jeder dritte Smart rollt durch die engen Gassen der italienischen Hauptstadt. Wen wundert´s, dort sind Parkplätze fast genauso so selten wie eine Privataudienz beim Papst.

Neben dem bekannten Zweisitzer hat die Daimler-Tochter seit Ende 2014 mit dem Forfour wieder einen Viertürer und vor allem ein Auto mit vier Sitzen im Programm. Der macht vieles anders und besser als sein wenig erfolgreicher Vorgänger, der 2006 nach nur zwei Jahren wieder vom Markt verschwand. Damals hatte sich Smart mit Mitsubishi zusammengetan. Den neuen Forfour entwickelte Daimler nun zusammen mit Renault. , was an seiner stattlicheren Frontpartie liegt. Abgesehen von der Optik sind beide Autos gleich, vom Raumangebot bis zum Zündschlüssel. Aber trotzdem sehen sie unterschiedlich aus. Gibt es also keine gravierenden Unterschiede? Von wegen.

Der Forfour hat einen stolzen Preis

Während der 71 PS starke Basis-Twingo schon bei günstigen 7.125 Euro loslegt, wechselt der gleichstarke Forfour erst für 9.786 Euro seinen Besitzer. Die enorme Differenz von 2.661 Euro mag nicht nur den einen oder anderen Fuhrparkmanager abschrecken, sondern bedeutet im Kleinstwagensegment Welten. Billiger, aber nicht wesentlich günstiger geht’s beim Smart nur mit der exklusiven Einstiegsmotorisierung. Die hat 61 PS und startet bei 9.315 Euro, was immer noch eine Menge Geld ist.

Den Mehrpreis begründet Smart mit den durchdachteren Details. Aber rechtfertigt das seinen hohen Kaufpreis? Wir sitzen Probe: Verglichen mit seinen ultrakurzen Abmessungen liefert der Forfour dem Fahrer- und Beifahrer erst einmal ein gutes Raumgefühl. Trotzdem sollten vor allem größere Fahrer unbedingt das Komfort-Paket für 248 Euro wählen. Dann lassen sich nicht nur die Außenspiegel elektrisch einstellen, sondern Fahrersitz, Lenkrad sowie Sicherheitsgurte in der Höhe verstellen.

Für einen Stadtflitzer hat das Minicar allerdings zu wenig brauchbare Ablagen. Zwar gibt es drei Cupholder, doch eine vernünftige Möglichkeit, eine Geldbörse unterzubringen wäre auch nicht so schlecht. Das Handy lässt sich ja noch in der kleinen Schublade unter dem Schalthebel verstauen. So lange man es nicht laden muss. Denn der dazu gehörige USB-Anschluss verbirgt sich weit hinten zwischen den Sitzen. Wahrscheinlich, damit hinten mitfahrende Kids ihr Handy auch mal laden können. Kabelsalat ist also programmiert. Schon deshalb sollte man die Smartphone-Halterung inklusive Lademöglichkeit für 84 Euro und am besten gleich das Radio samt Lautsprecher für 352 Euro bestellen. Aber bitte nicht die Radiovorrüstung mit Lautsprechern vergessen: Kostenpunkt 120 Euro. Sie merken schon: Bei Smart kostet alles extra, selbst der abschließbare Deckel des Handschuhfachs (50 Euro). Klimaanlage? Gibt es im Cool & Audio-Paket ab 798 Euro.

Dass der Forfour eher als vollwertiger Zweisitzer gedacht ist, wird beim Entern des Fondabteils klar. Zwar schwingen die hinteren Türen weit auf und ermöglichen einen bequemen Ein- und Ausstieg, doch das Platzangebot ist insgesamt begrenzt. Zwei Erwachsene fühlen sich hier allenfalls auf einem Kurztrip wohl. Logisch, bei einer Außenlänge von nur lediglich 3,50 Metern kann auch der Smart-Viersitzer nicht zaubern. Dennoch ist ein Kofferraumvolumen von 185 bis maximal 975 Liter für Apotheken-Kuriere oder andere kleine Lieferdienste noch vollkommen ausreichend dimensioniert.

Smart Forfour 2016 Foto: Achim Hartmann
Wer mag, kann es im Forfour richtig bunt treiben. Von peppigem Orange bis hin zu grellem Türkis in Ausstattung Proxy reicht das Angebot.

Variabel für eine Zweier-Beziehung

Dafür haben sich die Ingenieure viele Gedanken um die Variabilität gemacht und dem Forfour praktische Detaillösungen auf den Weg gegeben. So lässt sich in allen Baureihen die Beifahrersitzlehne nach vorne klappen, damit Sperriges bis zu ­einer Länge von 2,22 Metern mitgenommen werden kann. Wer häufiger größere Gegenstände wie voluminösere Pakete transportieren muss, sollte die variablen Rücksitze für 231 Euro bestellen. Dann lassen sich die hinteren Sitzflächen mit wenigen Handgriffen im Fußraum absenken. Das bringt nützliche Zentimeter mehr an Höhe und Stauraum. Obendrein spendiert dann Smart noch eine praktische Ladebox dazu. Die nimmt allerhand Kleinkram auf und kann bei Nichtgebrauch einfach herausgenommen werden.

Viel Sicherheit, ansonsten karge Basis

Der Forfour wird in vier Ausstattungs­linien angeboten: Basis, Passion, Prime und Proxy. Lobenswert: Sieben Airbags, inklusive Knie-Airbag für den Fahrer sind immer serienmäßig an Bord. Selbst ein Tempomat ist schon im Grundpreis mit drin. Der weniger als eine Tonne leichte Forfour rennt nach Motorisierung mit bis 165 km/h über die Autobahn. Da kommt schon mal ein mulmiges Gefühl auf, speziell, wenn der Winzling aus dem Windschatten großer Lkw kommt. Deshalb haben ihm die Entwickler einen Seitenwind-Assistenten mit auf den Weg gegeben. Der bremst im Notfall bei kräftigen Windböen die Räder gezielt ab, damit weniger heftig gegengelenkt muss.

Ansonsten kommt das Grundmodell sehr mager daher. So lässt sich die Rückbank nur im Ganzen umlegen und den elektrischen Fensterhebern vorn fehlt ein Einklemmschutz. Unvorstellbar bei einem modernen Auto.

Passion ist die bessere Wahl

Bis auf den fehlenden Fingerquetsch-schutz können natürlich auch viele Dinge bei der Basisversion nachgerüstet werden. Die gehen aber ins Geld. Deshalb sollte man besser gleich die 1.168 Euro in die Version Passion investieren. Diese zweite Ausstattungsniveau kommt mit geteilten Rücksitzlehnen, einem Multifunktionslenkrad, Alu-Rädern und einer kontrastreichen Bordcomputer-Anzeige.

Aber er bietet nicht nur mehr Komfort, sondern lässt reichlich Spielraum zur Individualisierung. Anstelle von tristem Schwarz und hartem Kunststoff sind beim Passion Cockpit und Türverkleidungen hübsch mit Stoff bezogen.

Wer mag, kann es im Forfour richtig bunt treiben. Von peppigem Orange bis hin zu grellem Türkis in Ausstattung Proxy reicht das Angebot.

Große Vielfalt bei den Extras

Genug gemeckert, wir wollen fahren. Denn das ist die Königsdiziplin des Cityflitzers. Kaum ein Auto fährt sich so einfach, ist so handlich. Der Forfour mit seinem kleinen Wendekreis ist der König der Stadt. Spätestens beim Einparken macht sich aber ein Manko bemerkbar: Dicke C-Säulen samt kleiner Fenster hinten schränken die Sicht ein. Zumal sich die hinteren Kopfstützen nicht vollständig versenken lassen. Kaum zu glauben bei einem gerade mal 3,50 Meter kurzen Auto, doch Parkpiepser (252 Euro) oder die Rückfahrkamera sind ein Muss.

Letztere gibt es zusammen mit dem Cool & Media-Paket ab 895 Euro. Im Preis sind dann ein sieben Zoll großer Navi-Touchscreen, Radio sowie eine Klimaautomatik mit drin. Ist der Smart mit diesem Multimediagerät ausgerüstet, lässt sich ein Smartphone problemlos einbinden. Apps können via Mirror Link auf den Bildschirm gespiegelt werden und die integrierte Tom Tom-Navigation lässt sich dann per Sprachsteuerung bedienen.

Drei Motoren und eine gute Automatik

Bei den Motoren dreht sich alles um den Einliter-Dreizylinder, den es in drei Ausbaustufen gibt. Wer den Forfour fast ausschließlich durch die City bewegt, ist mit 61 PS schon gut bedient. Allen anderen sei die 71 PS-Alternative ans Herz gelegt. Bei vielen Überlandfahrten sollte die Wahl auf den 90 PS-Turbo fallen. Der legt sich schnatternd ins Zeug, wird aber nie aufdringlich laut. Nur sparsam ist er nicht: In der Stadt muss man mit mit sechs bis sieben Litern rechnen, zu viel für ein so leichtes Auto. Wer noch 1.197 Euro übrig hat, überlässt dem Doppelkupplungsgetriebe die Arbeit. Der neue Schaltautomat schaltet endlich sanft und das lästige Kopfnicken der Passagiere ist endgültig passé. Sollten sie dennoch einem Smart-Fahrer mit schüttelndem Haupthaar begegnen, liegt das wohl eher am klanggewaltigen JBL-Soundsystem. Kostenpunkt: 500 Euro.

Smart Forfour 2016 Foto: Achim Hartmann
Mit nur 3,50 Metern Länge wuselt sich der vier-türige Smart emsig durch´s Stadtgetümmel.
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