Kaufberatung Toyota Auris Touring Sports

Alternative zum Diesel?

Toyota Auris Touring Sports Foto: Toyota 14 Bilder

Der Toyota Auris Touring Sports ist der erste kompakte Kombi mit Hybridantrieb. Der Modellcheck klärt, ob er so sparsam ist, dass er mit der Dieselkonkurrenz mithalten kann. Außerdem sagen wir, was die Auris-Baureihe noch bietet.

Spricht man über Hybridfahrzeuge, kommt man an Toyota nicht vorbei. Schon im Jahr 2000 brachten die Japaner ihren Prius nach Deutschland. Inzwischen haben andere Hersteller nachgezogen und die Hybriden sind längst aus der Nische gefahren. Doch nur Toyota hat eine ganze hybridgetriebene Modell­palette aufgelegt, sodass 2013 bereits
28 Prozent aller in Deutschland verkauften Toyota und Lexus die saubere Antriebstechnik unter der Motorhaube hatten.

Einen beträchtlichen Anteil daran hat der im Sommer 2013 gestartete Auris Touring Sports. Der erste Hybrid-Kombi der Kompaktklasse verbraucht im Normzyklus 3,7 Liter (85 g CO2). Das macht ihn interessant für Unternehmen mit Funktionsfuhrpark, die den Flottenverbrauch mit alltagstauglichen Autos effektiv senken wollen.

Gute Serienausstattung, aber mäßiger Qualitätseindruck

Der Kombi nutzt den gleichen Radstand wie der Anfang 2013 eingeführte fünf­türige Auris, ist aber hinten 28 Zentimeter länger. Mit 4,56 Metern trifft er exakt das Maß eines Ford Focus Turnier oder VW Golf und seine 530 Liter Gepäckraumvolumen sind ebenfalls auf klassenüblichem Niveau.

Dass sich der Laderaum mit einem serienmäßigen Netz vom Passagierabteil abtrennen lässt, gehört ebenso zur praxisgerechten Einrichtung wie die Möglichkeit, die Lehnen vom Heck zu entriegeln und flach zu legen. So bekommt man eine komplett ebene und 2,04 Meter lange Ladefläche mit zusätzlichen Staufächern unter dem doppelten Ladeboden. Da die Heckkante gerade mal 62 Zentimeter hoch ist, lässt sich der Kombi mühelos beladen. Bei 405 Kilo Zuladung sollte das Gepäck allerdings nicht allzu schwer sein.

Und auch nicht allzu hart. Denn die Kunststoffoberflächen wirken nicht nur billig, sondern verkratzen ruck, zuck. Der mäßige Materialeindruck zieht sich durchs ganze Auto. Statt mit einem satten »Plopp« fallen die Türen mit einem blechernen »Klonk« ins Schloss und im Cockpit sind weich geschäumte Kunststoffe Mangelware. Schade eigentlich, denn Bedienung, Übersichtlichkeit und Optik des Armaturenbretts stimmen, ebenso die Sitzposition auf den gut ausgeformten Polstern

Das Navisystem nutzt das gekoppelte Smartphone für Internetzugang

Üblicherweise knausern die Japaner auch nicht an Ausstattung. Allerdings fährt das Basismodell mit einer kompletten ­Sicherheitsausrüstung (sieben Airbags, ESP), aber nur einem Minimum an Wohlfühlambiente vor. Angeboten wird die Grundausstattung im 90-PS-Benziner sowie im kleinen Diesel. Beide eignen sich deshalb höchstens als Hardcore-Arbeitstiere für die Kollegen der Warenauslieferung. Wer seinen Fahrern einen Tick mehr Komfort bieten will, sollte zumindest die 1.680 Euro für den Auris Cool mit Klimaanlage, CD-Radio und doppeltem Gepäckboden investieren.

Darüber rangiert der Auris Life als ­Basisausstattung für alle anderen Motorisierungen. Mit Lederlenkrad, Bluetooth, Farbmonitor, Mittelarmlehne und vielem mehr macht sie den Kombi langstreckentauglich. Wobei der Fahrer auf elektro­nische Unterstützung weit- gehend verzichten muss. Totwinkelwarner, Abstandstempomat oder Spurhalteassistent? Fehlanzeige. Außer einer Einparkautomatik kann der Japaner nichts vorweisen.

Einziger technologischer Lichtblick ist Touch & Go. Das 584 Euro teure Navigations- und Multimediasystem berechnet Routen schnell und zuverlässig. Smartphones lassen sich per Bluetooth schnell koppeln und als Internetzugang für Google Local Search nutzen. Das System verschickt und liest zudem SMS. Wer die Mühe nicht scheut, kann einige Apps von der Toyota-Homepage herunterladen, beispielsweise eine Parkplatzsuche. Die Apps werden über einen USB-Stick ins Auto überspielt.

Erst beim Hybridantrieb blitzt das technologische Know-how der Toyota-Ingenieure so richtig auf. Das Zusammenspiel von Benziner und E-Motor funktioniert völlig reibungslos und ohne, dass der Fahrer irgendwie eingreifen muss. Den kleinen Automatikhebel auf D stellen und Gas geben – das ist idiotensicher.

Allerdings gilt: Weniger ist mehr. Beschleunigungsorgien und Vollgas-Fahrten mag der Hybride gar nicht. Dann jault der mit einem stufenlosen Automatikgetriebe gekoppelte Motor auf und jubelt sich dauerhaft an den roten Drehzahl­bereich heran. Das hört sich an, als ob man mit schleifender Kupplung fährt.

Der 1.8 Hybrid ist etwas billiger als der große Diesel

Mit Halbgas geht’s kaum langsamer, aber mit weniger Getöse voran. Zumal sich kein Mensch einen Hybriden kauft, um permanent mit Vollgas über die Autobahn zu heizen. Wer’s trotzdem tut, kann schon mal die Zehn-Liter-Marke knacken und so alle Vorurteile der Stammtisch-Besserwisser bedienen.

Doch sobald sich der Fahrer an Tempolimits und Richtgeschwindigkeiten hält, begnügt sich der 136 PS starke ­Auris TS Hybrid selbst auf der Autobahn mit rund fünf Litern. Unsere 200 Kilometer lange Verbrauchsrunde mit einem Mix aus Landstraße, Stadt- und Autobahnverkehr schaffte der Toyota sogar mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern, dem zweitbesten Ergebnis aller ­bisher von FIRMENAUTO gefahrenen Testwagen.

Als Flottenfahrzeug empfiehlt er sich auch, da die Zeiten enormer Preisaufschläge für die Kombination aus Ben­ziner und E-Motor vorüber sind. Der 136 PS starke Hybride kostet sogar 168 Euro weniger als der Zweiliter-Diesel mit 124 PS. Und das, obwohl er zusätzlich eine Automatik an Bord hat. Der Selbstzünder geht zwar kraftvoller ans Werk, bietet aber speziell im Stadtverkehr nicht den Fahrkomfort des Hybriden.

Denn mit etwas Zurückhaltung beim Ein- und Ausparken, beim Anfahren oder einfach beim Mitschwimmen im Stadtverkehr fährt der Hybride elektrisch. Bei konstantem Tempo auch mal ein, zwei Kilometer weit. Ist die Batterie voll, kann der Fahrer auch per Knopfdruck auf E-Antrieb umstellen. Wer sich an das leise Summen des E-Motors gewöhnt hat, mag kaum noch in einen Diesel umsteigen.

Überhaupt spornt der Auris zum Spritsparen an: So zeigt der Bordcomputer an, ob man gerade elektrisch fährt oder die Batterie lädt. Wer vorausschauend unterwegs ist, nutzt verstärkt die »B«-Stellung des Automatikhebels, beispielsweise beim Bergabfahren oder beim Heranrollen an rote Ampeln. Das verstärkt die Motorbremse und erhöht die Rekuperation der Batterie. Sparprofis fahren so den ganzen Tag durch die Stadt, ohne einmal richtig zu bremsen. Praktischer Nebeneffekt: Die Bremsbeläge von Hybriden halten länger als beim Benziner oder Diesel. So liegen die Wartungs- und Verschleißkosten rund zehn Prozent unter denen für den Hyundai i30 Kombi Diesel.

Auch beim Restwert kann der Auris punkten. Gebrauchte Hybridautos sind eben gefragt. Schwacke prognostiziert für den Toyota rund zehn Prozent weniger Wertverlust als für den Ford Focus Turnier 2.0 TDCi (Seite 83). Geringer Verbrauch, günstigere Wartung, niedrigere Steuer und Versicherung ergeben unterm Strich Betriebskosten, die den hybrid­getriebenen Auris Kombi auch im Fuhrpark zum echten Konkurrenten ­aller Dieselmodelle machen.

Positiv

Sehr sparsamer Motor, problemlose Bedienung, fährt auf Knopfdruck kurze Strecken elektrisch, gute Serienausstattung, gutes Platzangebot, großer Kofferraum mit ebenem Ladeboden, leicht zu beladen, bequeme Sitze, sicheres Fahrverhalten, geringer Wertverlust, niedrige Unterhaltskosten, drei Jahre Garantie

Negativ

Kaum Assistenzsysteme im Angebot, mäßiger Qualitätseindruck, etwas schwammige Lenkung, gewöhnungsbedürftige stufenlose Automatik, nicht allzu spritzig

Technische Daten
Toyota Auris Touring Sports 1.4 D-4D Toyota Auris Touring Sports 2.0 D-4D Toyota Auris Touring Sports 1.33 Toyota Auris Touring Sports 1.6 Toyota Auris Touring Sports 1.8 Hybrid
Karosserie
Aufbau Kombi Kombi Kombi Kombi Kombi
Motor/Antrieb
Kraftstoff Diesel Diesel Super Super Super
Anzahl Zylinder 4 4 4 4 4
Hubraum 1.364 cm³ 1.998 cm³ 1.329 cm³ 1.598 cm³ 1.798 cm³
Leistung 66 kW (90 PS) bei 3.800/min 91 kW (124 PS) bei 3.600/min 73 kW (99 PS) bei 6.000/min 97 kW (132 PS) bei 6.400/min 100 kW (136 PS)
Drehmoment 205 Nm bei 1.800/min 310 Nm bei 1.800/min 128 Nm bei 3.800/min 160 Nm bei 4.400/min 142 Nm bei 4.000/min
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 16.050 Euro 20.798 Euro 14.411 Euro 18.025 Euro 20.588 Euro
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.560 x 1.760 x 1.475 mm 4.560 x 1.760 x 1.475 mm 4.560 x 1.760 x 1.475 mm 4.560 x 1.760 x 1.475 mm 4.560 x 1.760 x 1.475 mm
Radstand 2.600 mm 2.600 mm 2.600 mm 2.600 mm 2.600 mm
Zuladung 550 kg 495 kg 515 kg 535 kg 405 kg
Fahrleistung und Verbrauch
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 110 g/km 115 g/km 130 g/km 140 g/km 85 g/km
Effizienzklasse A A C D A+
 
Slnr 56824 56823 56821 56822 57106
Betriebskosten
Toyota Auris Touring Sports 1.33 Toyota Auris Touring Sports 1.4 D-4D Toyota Auris Touring Sports 2.0 D-4D Toyota Auris Touring Sports 1.6 Toyota Auris Touring Sports 1.8 Hybrid
Basisdaten
Grundpreis ohne MwSt. 14.411 Euro 16.050 Euro 20.798 Euro 18.025 Euro 20.588 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 2.295 Euro 2.556 Euro 3.313 Euro 2.871 Euro 3.279 Euro
Gebundenes Kapital 10.412 Euro 11.931 Euro 15.271 Euro 13.117 Euro 15.081 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 875 Euro 1.002 Euro 1.283 Euro 1.102 Euro 1.267 Euro
Abschreibung 2.187 Euro 2.333 Euro 3.036 Euro 2.711 Euro 2.996 Euro
Kfz-Steuer 98 Euro 163 Euro 230 Euro 122 Euro 36 Euro
Typklasse HP/TK/VK 16/18/20 18/23/20 18/23/21 16/18/21 19/18/23
Haftpflichtversicherung * 1.800 Euro 1.986 Euro 1.986 Euro 1.800 Euro 2.106 Euro
Kaskoversicherung * 1.621 Euro 1.621 Euro 1.739 Euro 1.739 Euro 1.989 Euro
Unterstellung/Garage 541 Euro 541 Euro 541 Euro 541 Euro 541 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 7.121 Euro 7.646 Euro 8.815 Euro 8.015 Euro 8.935 Euro
Summe feste Kosten/km 35,6 ct 38,2 ct 44,1 ct 40,1 ct 44,7 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 10,3 ct 6,4 ct 7,3 ct 11,2 ct 6,0 ct
Reifen 1,7 ct 1,7 ct 2,2 ct 2,2 ct 1,7 ct
Wartung und Reparatur 9,3 ct 9,3 ct 10,0 ct 9,8 ct 9,8 ct
Summe variable Kosten/km 12,0 ct 17,4 ct 19,4 ct 23,3 ct 17,4 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 47,6 ct 55,6 ct 63,5 ct 63,3 ct 62,1 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra Dekra Dekra Dekra
Stand 4/2014 4/2014 4/2014 4/2014 4/2014
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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