Kia Ceed im Fahrbericht

Ohne Punkt und Komma

Kia Ceed MJ 2018 Foto: Kia 11 Bilder

Aus Cee’d wird Ceed. So schnörkellos wie der Name tritt Kias neue Kompaktklasse auch auf, und fährt damit eine bekannte Linie.

Hyundai und Kia gehören zusammen wie VW und Seat. Hyundai ist also die koreanische Konzernmutter und Kia ein Ableger. Hyundai mehr die konservative Marke, Kia eher die sportliche. Zumindest war die Aufteilung bisher so. Mit dem neuen Ceed fährt Kia eine neue Linie. Der sportliche Kompaktwagen schlüpft in ein braveres Kostüm. Aufrecht, nicht mehr so geduckt. Mit großen Fensterflächen anstelle der nach hinten spitz zulaufenden Fensterpartie. Kommt uns irgendwie bekannt vor. Ja, der Ceed sieht nun seinem Bruder Hyundai i30 verdammt ähnlich. Zumindest vom Seitenprofil.

Schicker als der Stinger

An der Front bemühte sich Peter Schreyer, der die gestalterische Gesamtlinie beider Marken verantwortet, um ein eigenständiges Design. Er hat sich dabei von Kias Flaggschiff, dem Stinger, inspirieren lassen. Breiter, schmaler Kühlermund und kantige Lufteinlässe darunter, wenigstens die markanten Gruben im Gesicht bringen etwas Pep mit. Eine zurückhaltendere Designlinie zieht allerdings gerade bei Firmenflotten, das weiß Schreyer als langjähriger VW-Designer nur zu gut.

Schlichter, aber dennoch modern fällt auch das Interieur aus. Im Armaturenträger sind alle Elemente horizontal eingesetzt. Das beruhigt und lässt den Innenraum großzügiger wirken. Nur die Instrumentenhutze mit zwei großen Tuben wölbt sich oben hinaus. Mittig und in Griffweite zum Fahrer guckt der frei stehende Touchscreen des Infotainmentsystems heraus. Ein hochauflösendes acht Zoll großes Tomtom-Navi weist in Echtzeit den Weg. Über Google Android und Apple Car Play übernimmt dies auch das eigene Smartphone, auf einem kleineren und günstigeren sieben Zoll großen Bildschirm.

Schwarzer Klavierlack, weich aufgeschäumter Kunststoff: Die Qualität im Cockpit passt. Der Ceed sieht innen sogar schicker aus als der Stinger. Tasten und Drehregler an Mittelkonsole und Lenkrad fallen eine Nuance wertiger aus. Vor allem aber die Sitze überzeugen. Sie sind weich gepolstert, die breiten Seitenwangen umschließen den Oberkörper weitreichend und sanft. Und in dieser Klasse nicht ganz selbstverständlich: Der Kia heizt die Sitzflächen vorne und hinten. An heißen Tagen werden die Vorderleute zudem von einer Sitzventilation abgekühlt.

Erster Kia mit Stauassistent

Als erster Kia verfügt der Ceed über den Lane Following Assist. Damit hält der Kompaktwagen bis Tempo 130 eigenständig die Spur und folgt dem Vordermann. Serienmäßig bringt der Ceed Kollisionswarner (optional mit Fußgängererkennung), Spurhalte- und Fernlichtassistent sowie ein automatisches Fernlicht mit. Gegen Aufpreis warnt er zudem beim Spurwechseln vor Verkehr im toten Winkel, beim Rückwärtsausparken vor Querverkehr und er schraubt seine weiterhin 4,31 Meter lange Karosse von alleine in enge Parklücken.

Auch wenn der Stauassistent klaglos funktioniert, der Ceed erstaunlich treu die Spur hält, fahren wir den Koreaner am liebsten selbst. Er sieht zwar nicht mehr so dynamisch aus wie vorher, fährt sich aber immer noch flott. Das liegt auch am straffen Fahrwerk und der direkt ansprechenden Lenkung. Vom Konzernbruder Hyundai übernimmt der Ceed den antrittstarken Zweiliter-Turbobenziner mit 140 PS im 1.4 T-GDI (ab 18.563 Euro / alle Preise netto). Er ersetzt das 1,6-Liter-Aggregat. Darunter rangiert der 1.0 T-GDI (16.042 Euro) mit 120 PS, der allerdings dreizylindrig knattert und beim Anfahren mit einem ordentlichen Turboloch bockt.

Eine komplette Neuentwicklung ist auch der laufruhige 1,6-Liter-Diesel mit wahlweise 115 und 136 PS (18.058 Euro/20.159 Euro). Die leistungsstärkere Variante ist wie der 1.4 T-GDI mit Siebengang-Doppelkupplung zu haben. Kurze Schaltzeiten, optimale Drehmomentverteilung, wir empfehlen die Investition von 1.355 Euro wärmstens. 2019 elektrifiziert Kia seine Modelle mit einer 48-Volt-Batterie. Das soll Verbrauch und CO2-Ausstoß senken. Ach ja, Ende 2018 folgt nach dem Launch des Kombi-Modells (Markstart im September) zudem ein Shooting Brake vom neuen Ceed. Bilder und Daten vom Serienmodell gibt es noch nicht. Nur so viel sei verraten: Das wird kein braver Vertreter-Kombi.

Technische Daten
Kia Cee'd 1.4
Motor und Kraftübertragung
Zylinderzahl / Motorbauart 4-Zylinder Reihenmotor
Hubraum 1368 cm³
Leistung 100 PS (73 kW) bei 6000 U/min.
max. Drehmoment 134 Nm bei 3500 U/min.
Antriebsart Vorderrad
Getriebe 6-Gang manuell
Schadstoffeinstufung Euro 6d-Temp
CO2-Ausstoß 145 g/km
Kraftstoff Super
Preis
Nettopreis 13.437,- €
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2650 mm
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4310 × 1800 × 1447 mm
Kofferraumvolumen 395 - 1.291 l
Leergewicht gemessen 1260 kg
Zuladung 500 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1760 kg
Karosserie
Typ Fließheck
Testwagenbereifung
Reifen (vorne/hinten) 195/65 R 15 / 195/65 R 15
Verbrauch
Verbrauch 6.40 l/100 km
Betriebskosten
20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Preis ohne Mehrwertsteuer 13.437,- € 13.437,- €
Betriebsnotwendiges Kapital 10.169,- € 10.446,- €
Teuerung Fahrzeugpreis 2.140,- € 1.246,- €
Feste Kosten (€/Jahr)
Kapitalverzinsung 854 877
Abschreibung 854 877
Kfz-Steuer 128 128
Typklasse HP/VK/TK 17/20/21 17/20/21
Haftpflichtversicherung 994 994
Kaskoversicherung 854 854
Unterstellung/Garage 564 564
Summe feste Kosten (€/Jahr) 5.269 6.222
Summe feste Kosten (ct/km) 26,3 15,6
Variable Kosten (ct/km)
Kraftstoff 9,6 9,6
Reifen 1,5 1,5
Wartung/Reparatur/Pflege 8,9 5,0
Summe variable Kosten 19,9 16,1
Gesamtkosten
Gesamtkosten (ct/km) 46,3 31,6
Quellenangabe Betriebskosten
Quellenangabe Dekra Dekra
Zeitpunkt der Datenberechnung 6/2018 6/2018
Versicherungshinweis Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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