Kia e-Soul (2020) im Fahrbericht

Da ist Musik drin

Kia e-Soul 2020 Foto: Kia 20 Bilder

Mit dem neuen Kia e-Soul möchten die Koreaner sich noch mehr auf Elektromobilität fokussieren. Der auffallend kantige Crossover wird ausschließlich als Stromer angeboten und kommt bis zu 452 Kilometer weit.

Kein Benziner und erst recht kein Diesel: so konsequent ist Kia bei seinem aktuellsten SUV. Bei der europäischen Variante des Soul hat der Verbrenner ausgedient, es gibt ihn nur noch als Stromer. Und genauso wie bei seinem minimal größeren Bruder e-Niro ist auch der Kia e-Soul mit zwei unterschiedlichen Batterietypen in zwei Leistungsstufen erhältlich. Der Lithium-Ionen-Polymer-Stromspeicher verfügt in der Basisausführung über eine Kapazität von 39,2 kWh und treibt einen 136 PS starken Elektromotor an. Die Reichweite beträgt nach dem WLTP-Zyklus bis zu 276 Kilometer. Kostenpunkt für die Einstiegsvariante: exakt 28.563 Euro (alle Preise netto).

Mit mindestens 31.756 Euro kostet die kräftigere Version zwar fast 2.000 Euro mehr, doch ist sie unter dem Strich praxistauglicher. Unter der Motorhaube arbeitet ein leistungsstärkerer Elektromotor mit 204 PS, der in Verbindung mit dem auf 64 kWh vergrößerten Akku im Drittelmix bis zu 452 Kilometer weit kommt. In der Stadt laufen die beiden Stromer dann typisch für E-Autos vollends zur Hochform auf. Hier soll der schwächere e-Soul mit einer Batteriefüllung bis 407 Kilometer schaffen, während die stärkere Version auf 648 Kilometer kommen soll. Geht es nach den Prognosen von Kia, werden sich wohl mehr als 90 Prozent aller Käufer für die stärkere Variante entscheiden.

Kia e-Soul 2020 Foto: Kia

Der Stromer bietet reichlich Fahrspaß

So weit die Theorie. Mit nur sieben Grad Außentemperatur ist es noch ziemlich kalt für unseren 204 PS starken Stromer. Mit vollen Akkus zeigt der Bordcomputer beim Einsteigen 431 Kilometer Reichweite an. Niedrige Temperaturen sind eben nicht die besten Voraussetzungen für einen Stromer, dennoch rollen wir los.

Natürlich kommt der Fahrspaß nicht zu kurz. Charakteristisch für ein Elektroauto ist die forsche Kraftentfaltung. Hier macht auch der Kia keine Ausnahme, da im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren das volle Drehmoment der E-Maschine schon ab der ersten Umdrehung zur Verfügung steht. So setzt der e-Soul kleinste Bewegungen am Fahrpedal vehement in Vortrieb um und sprintet in der kräftigsten Variante – wenn es sein muss – innerhalb von nur 7,9 Sekunden von Null auf 100 km/h. Überhaupt liefert der Kia beeindruckende Fahrleistungen, obwohl der Stromer mit leer fast 1,8 Tonnen kein Leichtgewicht ist. Und da die Koreaner dem e-Soul eine direkte Lenkung spendiert haben, bereitet er auf kurvenreichen Straßen eine Menge Freude. Auf der Autobahn hat der Spaß dann etwas früher ein Ende: Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 167 km/h begrenzt. Dann setzt die Bordelektronik einen schützenden Riegel vor, um die elektrische Reichweite nicht noch mehr zu strapazieren.

Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen

Kia e-Soul 2020 Foto: Kia

Im e-Soul stehen mehrere Fahrprogramme zur Verfügung. Wer möglichst weit kommen will, wählt den Eco-Modus, für die maximale Performance gibt es ein Sport-Programm. Darüber hinaus lässt sich die Stärke der Rekuperation über die Lenkrad-Paddels in mehreren Stufen einstellen. Dies hat den Vorteil, dass mehr Energie zurückgewonnen wird und man bei vorausschauender Fahrweise zum Verzögern nur noch selten das Bremspedal bemühen muss. Werden hingegen die Energievorräte knapp und muss sich der Fahrer deshalb bis an die nächstgelegene Ladesäule retten, wählt er den besonders schonenden Eco+-Modus. Dann ist die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt, viele elektrische Verbraucher, wie etwa die energiefressende Klimaanlage, schaltet der e-Soul zudem vorsorglich ab.

Schnellladen ist kein Problem

Laut Werk soll sich unser Stromer mit 15,7 kWh je 100 gefahrene Kilometer begnügen. Den angegebenen Normverbrauch schafften wir bei den kalten Temperaturen jedoch nicht. Am Ende unserer Runde zeigte der Bordcomputer exakt 18,6 kWh als Durchschnitt an. Ist das flüssigkeitsgekühlte Speicherreservoir unter dem Fahrzeugboden erschöpft, dauert das Aufladen an einer einphasigen Wallbox mit 7,2 kW gut sechs Stunden und zehn Minuten. An einer besonders kräftigen 100 kW-Station sind die Akkus sogar in nur 54 Minuten von Null auf 80 Prozent befüllt. Schön: der CCS-Schnellladeanschluss (Combined Charging System) ist beim Koreaner serienmäßig an Bord. Ebenso Lobenswert: Kia gibt sieben Jahre Garantie auf das Auto, inklusive der Batterien. Dabei ist es völlig gleich wie oft das Fahrzeug an einer Schnellladestation aufgeladen wurde. Das ist bemerkenswert, da letzteres auf Dauer die Lebensdauer der Akkuzellen einschränkt.

Neues Infotainment feiert im e-Soul Premiere

Kia e-Soul 2020 Foto: Kia

Kia setzt im e-Soul erstmals ein neues Infotainment ein. Das auf den Namen UVO Connect getaufte System verfügt über einen 26 Zentimeter großen Touchscreen und hat serienmäßig eine Sim-Karte. Lobenswert ist, dass Kia die anfallenden Telefonkosten für die Datenübertragung des Online-Systems für sieben Jahre in ganz Europa übernimmt. Dank der fest verbauten SIM-Karte im Auto erfolgt die Routenführung in Echtzeit, ebenso informiert der Bildschirm über freie Ladestationen oder verfügbare Parkplätze in der Nähe. Darüber hinaus lässt sich das System über eine Handy-App fernsteuern, um etwa den Innenraum des e-Soul vor Fahrtantritt aufzuheizen, Ladefunktionen abzurufen oder die geplante Navi-Route vom Smartphone direkt an das Navi zu schicken.

Fahrbericht Kia e-Niro (2019)
Elektro ohne Reichweitenangst

Geringfügig kleiner als der e-Niro

Im direkten Vergleich zum e-Niro ist der e-Soul ist zwar etwas kleiner und mit seinen mindestens 1.600 Kilo auch etwas leichter, durch seine betont kantige Bauweise allerdings nicht so windschlüpfrig. Dadurch fällt im direkten Vergleich zum elektrischen Geschwistermodell die Reichweite des e-Soul um ein paar Kilometer niedriger aus. Dienstwagenfahrer werden sich jedoch nicht über eine wenig Aktionsradius beschweren können. Auch den mitreisenden Gästen an Bord geht es gut, denn das Raumangebot ist ordentlich und der Kofferraum nimmt mit 315 bis 1.339 Litern auch noch ausreichend viel Gepäck auf (e-Niro: 451 bis 1.405 Liter). Die weniger ausgeprägten praktischen Talente lassen sich angesichts der schicken Optik leicht verschmerzen, zumal der Kia e-Soul im Vergleich zu seinem etwas größeren Bruder knapp 1.110 Euro günstiger ist.

Technische Daten
Kia e-Soul 39,2 kWh Kia e-Soul 64 kWh
Karosserie
Aufbau Van Van
Zahl der Sitzplätze 5 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Elektromotor Elektromotor
Kraftstoff Strom Strom
Getriebe automatisch automatisch
Anzahl Gänge 1 1
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Batterie-Typ Lithium-Ionen-Polymer Lithium-Ionen-Polymer
Batterie-Kapazität 39,2 kWh 64,0 kWh
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 28.563 Euro 31.756 Euro
Grundpreis ohne MwSt.nach Abzug des Umweltbonus 24.563 Euro 27.756 Euro
Ausstattung Edition 7 Edition 7
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.195 x 1.800 x 1.600 mm 4.195 x 1.800 x 1.600 mm
Radstand 2.600 mm 2.600 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.610 kg 1.757 kg
Zuladung 415 kg 423 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 2.025 kg 2.180 kg
Reifengröße vorne 215/55 R 17 215/55 R 17
Reifengröße hinten 215/55 R 17 215/55 R 17
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 9,9 s 7,9 s
Höchstgeschwindigkeit 157 km/h 167 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 15,6 kWh 15,7 kWh
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 0 g/km 0 g/km
Effizienzklasse A+ A+
 
Slnr 106955 106956
Betriebskosten
Kia e-Soul 39,2 kWh Kia e-Soul 64 kWh
Basisdaten
Ausstattungsversion Edition 7 Edition 7
Grundpreis ohne MwSt. 24.563 Euro 27.756 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 3.912 Euro 4.421 Euro
Gebundenes Kapital 17.348 Euro 19.675 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 1.457 Euro 1.653 Euro
Abschreibung 3.653 Euro 4.091 Euro
Kfz-Steuer 0 Euro 0 Euro
Typklasse HP/TK/VK 18/21/22 18/21/22
Haftpflichtversicherung * 890 Euro 890 Euro
Kaskoversicherung * 1.053 Euro 1.053 Euro
Unterstellung/Garage 573 Euro 573 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 7.626 Euro 8.260 Euro
Summe feste Kosten/km 76,3 ct 82,6 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 4,4 ct 4,4 ct
Reifen 3,1 ct 3,1 ct
Wartung und Reparatur 10,3 ct 10,9 ct
Summe variable Kosten/km 17,8 ct 18,4 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 94,1 ct 101,0 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra
Stand 4/2019 4/2019
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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