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Konzeptautos in Paris

Zukunftsausblick auf dem Autosalon

Konzeptautos auf dem Autosalon Foto: Michael Gebhardt 7 Bilder

Klassische Formen bei Peugeot, Seriennähe bei Skoda und raumschiffartige Konzepte bei Renault: Der Pariser Autosalon hat nicht nur Alltagsautos zu bieten.

Die Pariser Herbstmesse kann zwar mit wichtigen Weltpremieren wie Mercedes B-Klasse oder 3er BMW punkten, ein spektakuläres Neuheiten-Feuerwerk wurde an der Seine aber nicht gezündet. Schließlich wurden viele Highlights schon vorab enthüllt, und selbst die lang erwarteten Stromer Audi E-Tron und Mercedes EQC erschienen im Messelicht schon fast wie alte Bekannte. Für Abwechslung sorgen dagegen wieder einmal spannende Studien und aufregende Showcars, wenngleich es auch davon an der Seine weniger gibt als üblich.

Der Hingucker schlechthin ist das Peugeot e-Legend Concept, das optisch eine Hommage an das legendäre 504 Coupé aus den späten 60er Jahren ist. Die klassische Karosserie mit der langen, flachen Motorhaube und dem eingezogenem Heck kommt ohne Außenspiegel und Türgriffe aus, dafür gibt es Mini-Kameras und Sensoren, die die Türen elektrisch öffnen. Auch innen mischt Peugeot alt und neu, das türkisfarbene Plüsch-Cockpit stammt aus der Geschichte, das 49-Zoll-Display in der Mittelkonsole holt die Zukunft ins Auto. Weitere Bildschirme findet man in den Türen und den Sonnenblenden und ein Extra-Touchscreen dient als Bedienkonsole. Unter dem schicken Blechkleid versteckt sich ein 462 PS starker E-Motor, der die allradgetriebene Studie in unter vier Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und sie 220 km/h schnell macht. Der Strom in dem 100-kWh-Akku soll für bis zu 600 Kilometer reichen. Wahrscheinlicher als eine Serienfertigung des coolen Coupés ist, dass wir diesen Antrieb in abgespeckter Form schon ab kommendem Jahr in E-Modellen von PSA wieder treffen werden.

Gleich zwei neue Strom-Studien hat auch Renault mit auf die Pariser Messe gebracht: Der Ultimo setzt die EZ-Studien-Reihe fort, das Pariser Concept Car nutzt die gleiche Plattform wie der in Genf vorgestellte EZ-Go. Mit 5,70 Metern Länge, aber nur 1,35 Metern Höhe wirkt der Ultimo ein bisschen wie ein unförmiges Raumschiff, doch um Äußerlichkeiten geht es bei dem Showcar auch nicht. Bei einer stattlichen Breite von 2,20 Metern können es sich im Inneren drei Passagiere auf satten 12,5 Quadratmetern Verkehrsfläche richtig bequem machen. Eine weich gepolsterte Rückbank und ein Extra-Sessel sollen für lauschige Wohnzimmer-Atmosphäre sorgen, Leder-, Samt- und Marmor-Details holen französischen Schick in den Stromer. Eingestiegen wird durch eine große, seitliche Tür. Selber Lenken muss im EZ-Ultimo keiner mehr, der Straßen-Kreuzer fährt völlig autonom durch die Stadt und übers Land und soll nach dem Willen Renaults zum Beispiel als Hotel-Shuttle eingesetzt werden.

Ebenfalls offiziell noch als Studie deklariert ist der Renault K-ZE (sprich Kay-Zee): Ein elektrisch betriebenes Mini-SUV, das mit nur 3,68 Meter Länge Twingo-Maße hat und ein gutes Stück kleiner ist als der aktuelle Elektro-Kleinwagen Zoe. Unter dem Blech steckt die Plattform des bislang nur in Indien angebotenen Kwid, optisch wirkt der K-ZE wie ein verspielter Captur. Die Reichweite (nach NEFZ-Messung) soll bei 250 Kilometern liegen, über Akku und Antrieb verliert Renault noch keine Worte. Wahrscheinlich ist, dass Zoe-Technik unterm Blech steckt. Für 2019 ist die Markteinführung zum "erschwinglichen Preis" in China vorgesehen, dort wird der Elektro-Mini auch gefertigt. Wann der K-ZE nach Europa kommt, ist ungewiss, Gerüchten zufolge könnte er 2021 an den Start gehen.

Mehr oder weniger ausgeschlossen ist ein Serienstart des Smart Forease. Zwar eifert der offene Zweisitzer mit Mini-Frontscheibe dem Smart Crossblade aus dem Jahr 2002 nach, doch eine Kleinserienfertigung wie damals gilt als sehr unwahrscheinlich. Eher dient das Jubiläums-Show-Car zum 20. Geburtstag der Marke als Ausblick auf die Smart-Zukunft. Die ist ab 2020 rein elektrisch, die Benziner werden komplett aus dem Programm genommen. Anders als die 2017 vorgestellte Studie Vision EQ Fortwo, die als Robo-Taxi weit in die Zukunft geblickt hat, steht der Forease also für serienreifen Elektro-Fahrspaß.

Spaß verspricht auch die Antriebskombination in der Skoda-Studie Vision X: Der 1,5-Liter-Turbobenziner und der ihm zur Seite stehende Elektromotor bringen es auf 245 PS. Der Antriebsstrang gibt allerdings eher einen Vorgeschmack auf zukünftige Plug-in-Versionen von Octavia, Superb oder Kodiaq. Das Concept Car selbst dagegen ist ein sehr konkreter Ausblick auf den Rapid-Spaceback-Nachfolger, der noch dieses Jahr enthüllt wird. Bis auf typischen Showcar-Zierrat wie die versenkten Türgriffe oder die durchgehende Lichtleiste in der Heckschürze dürfte sich der konzern-interne VW-Golf-Gegner bis zu seinem Marktstart im Sommer 2019 nicht mehr stark verändern. Nur der Name steht noch nicht fest – sicher ist nur, dass er nicht mehr Rapid heißen wird.

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