Ladekarten/Lade-Apps Elektroautos

Wo Sie am billigsten laden

Foto: Frank Peterschroeder

7,95 Euro oder 66,75 Euro für dieselbe Menge Strom. Bei den Ladekarten von Energieversorgern und Bezahldiensten gibt es riesige Unterschiede. Wir sagen, welche Tarife sich für wen lohnen.

Höhere Kaufprämie, schnellere Abschreibung, weniger Dienstwagensteuer: 2020 sollen Elektroautos richtig in Schwung kommen. Doch was die Lade­tarife angeht, bewegt sich Deutschland in finsterer Steinzeit. Selbst im Jahr zehn der E-Mobilität werden Fahrer von Stromern und Plug-in Hybriden mit einem Wirrwarr an Ladetarifen konfrontiert. Da stellt sich schnell die Frage: Welcher Ladetarif passt am besten? Wie bezahle ich an der Ladesäule? Manche Energieversorger oder Bezahldienste berechnen pauschal für jeden Ladevorgang den gleichen Betrag, egal wie viel Strom fließt. Andere die Zeit, die der Stromer an der Säule steht. Das allerdings ist ein Auslaufmodell, denn schon bald muss nach der geladenen Menge abgerechnet werden. Wer sein Auto einfach am Ladepunkt stehen lässt und den Platz blockiert, wird bei einigen Anbietern auch dafür zur Kasse gebeten. Andererseits: Wer steht mitten in der Nacht auf, um sein Auto abzustöpseln?

Am wenigsten transparent sind je nach Roamingpartner schwankende Tarife. Die Telekom etwa verlangt an "bevorzugten Ladestellen" nur 29 Cent pro kWh (alle Angaben brutto), bei allen anderen 0,89 Cent. Günstig laden Telekom-Kunden bei Fastned, Innogy oder einigen Stadtwerken, nicht aber beim Branchenriesen EnBW. Dumm gelaufen, wenn im Notfall keine günstige Station in der Nähe ist.

Manche Netzbetreiber unterscheiden, ob das Auto an eigenen oder fremden Stationen Strom zapft. Deshalb fragten wir die Kosten diverser Ladeszenarien sowie für vier Ladevorgänge in Stuttgart, Berlin, München und Düsseldorf ab. Auch hier gab es enorme Preisschwankungen zwischen 23 und 89 Cent pro kWh.

Um den richtigen Dienstleister zu finden, muss man sein Fahrprofil kennen. Ein Vielfahrer, der mit seinem Stromer quer durch die Republik reist und häufig schnell lädt, braucht einen anderen Tarif als der Pendler. Wer vorwiegend im Heimatort unterwegs ist, zapft häufig an den Säulen des örtlichen Stromanbieters besonders günstig. Maingau etwa gibt eigenen Energiekunden Rabatt. Ebenso Ladeverbund, ein Zusammenschluss mehrerer kleinerer Energieanbieter in der Oberpfalz und Franken.

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Mittlerweile tummeln sich sogar Mineralölgesellschaften und Anbieter klassischer Tankkarten auf dem Strommarkt. Fuhrparkmanager mögen versucht sein, den Service für ihre E-Autos einfach dazuzubuchen. Schließlich bekommen sie so alle Tank- und Ladedaten übersichtlich aufbereitet in einem Reporting. Doch die einfache Abrechnung hat ihren Preis. UTA beispielsweise handelt mit den meisten Energieversorgern unterschiedliche Preise aus. Das Laden bei EnBW in Stuttgart wird nach Minuten berechnet, obwohl die EnBW selbst längst nach kWh abrechnet. In Düsseldorf addiert UTA zu den sowieso schon hohen kWh-Kosten noch Start- und Minutengebühren.

DKV wollte erst gar keine Preise nennen, spricht von "fahrzeugabhängigen" und "kundenindividuellen" Angaben. So umschreibt das Unternehmen nur, dass es unterschiedliche Roaminggebühren ausgehandelt und teils nach Zeit, an anderen Stationen nach Strommenge abrechnet. Charge Now, der zu Daimler und BMW gehörende Ladedienst, verweigerte uns komplett eine Tarifauskunft: Die Ladeservices seien in diesem Zusammenhang nicht vergleichbar. Transparenz sieht anders aus.

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Das musste auch unser Redaktionskollege vor Kurzem erfahren. Er schloss einen ­Mercedes e-Vito an einer Ladestation der EnBW an. Für 10 Stunden und 22 Minuten sowie 26,4 kWh stellte ihm The New Motion satte 43,20 Euro in Rechnung. Eine kWh kostete ihn also 1,63 Euro, das Fünffache des durchschnittlichen Strompreises. Mit der EnBW-App hätte er an derselben Säule nur 10,30 Euro gezahlt.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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