Ladesystem von Charge Here

Zentrale Schaltstelle statt Wallboxen

Charge Here Foto: Martin Schou

Die größte Hürde für die Elektromobilität im Fuhrpark sind nicht die Autos, sondern die Ladeinfrastruktur. Charge Here hat ein einfaches und somit kostengünstiges System entwickelt.

Längst gibt es bezahlbare E-Autos und sinnvolle Einsatzzwecke für Elektromobilität in Firmenflotten. Trotzdem nimmt das Thema nur schwer Fahrt auf. Nicht die Autos sind die Krücke, es mangelt eher an einer einfachen und bezahlbaren Ladeinfrastruktur. Schließlich will kein Fuhrparkleiter zigtausend Euro in den Ausbau der Tiefgarage stecken, die womöglich nur angemietet ist. Oder den Hofparkplatz mit Ladekabeln zupflastern, wenn die Hersteller schon erste Modelle mit induktiver Lademöglichkeit verkaufen – etwa den neuen BMW 530e.

Das aus dem Energieanbieter EnBW hervorgegangene Start-up Charge Here scheint hierfür eine Lösung gefunden zu haben: Statt jeden Parkplatz einzeln mit teuren Wallboxen zu bestücken, setzt der Ladeinfrastrukturanbieter auf eine zentralisierte Schaltstelle. Technik, die normalerweise in den Wallboxen steckt, wie etwa Steuerungs- und Schutztechnik, ist in einem zentralen Steuerkasten untergebracht. "An den einzelnen Parkplätzen genügen uns die einfachen Netzanschlüsse, an die wir lediglich die Ladestecker verbauen", erklärt Hardware-Entwickler Bernhard Wittenberg. Der Fahrer schnappt sich also den Stecker an der Wand und stöpselt ihn in seinem Wagen ein. Er muss im engen Parkhaus nicht sein eigenes Kabel aus dem Kofferraum herausfriemeln und zweifach einstecken – fahrzeug- und netzseitig. Der wahre Mehrwert der Ladelösung liegt aber in der Kostenersparnis und in der Flexibilität. Die Verkabelung muss nicht zwangsläufig unterm Mauer­werk der Garagenwand verlaufen, was Aufwand und Investitionskosten deutlich reduziert.

Fördergelder, Steuern, gesetzliche Regelungen Was Sie beim Bau von Ladesäulen beachten sollten

Außerdem lässt sich die Zahl der Stellplätze für E-Autos im Handumdrehen erweitern. So funktioniert’s: Will der Fahrer sein E-Auto laden, meldet er sich per RFID-Chip am Counter an und beginnt mit einem Klick auf den Touchscreen den Ladevorgang – so einfach. Die Anschlussleistung wird bedarfsgerecht auf die Autos verteilt. Mit dem Back-End des Ladeterminals lässt sich auch eine intelligente Ladesteuerungs-Software verknüpfen. Fuhrparkleiter können so im Fahrzeugpool bestimmte Autos bevorzugt behandeln.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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