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Markenausblick Lexus

Vollgas mit Hybrid

Lexus ES 2019, schräg, vorne, links, fahrend Foto: Lexus 22 Bilder

Der Diesel kennt nicht nur Verlierer: Lexus segelt mit Hybridmodellen im Aufwind. Neue Modelle und Vertriebsstrategien sollen speziell das Geschäft mit Firmenkunden ankurbeln.

Dass der deutsche Premiummarkt schwer zu knacken ist, spüren Importeure immer wieder. Die Nissan-Tocher Infiniti etwa verkauft Autos nur in homöopathischen Stückzahlen. Auch Lexus kämpft seit 25 Jahren um die Gunst der Kunden und lässt sich das Engagement einiges kosten. Acht Modellreihen bietet der Toyota-Ableger in Deutschland an, verkaufte vergangenes Jahr trotzdem nur 3.000 Autos. Dazu unterhält die Marke ein zwar nicht sehr engmaschiges, aber bundesweites Händlernetz samt Geschäftskundenservice und passenden Finanzierungsangeboten.

International steht Lexus sehr viel besser da. 700.000 Autos lieferte die Marke weltweit aus, vorwiegend in die USA, wo sie mehr Käufer findet als BMW und nur knapp hinter Mercedes auf Rang zwei im Premiumsegment landet. In China und den arabischen Ländern läuft’s ebenfalls gut. Außerdem verschiffte Lexus etwa zehn Prozent der Autos 2017 nach Europa.

Neue Marketingmodelle sollen die Marke bekannter machen. Anstatt im Autohaus will man potenzielle Kunden dort ansprechen, wo sie sowieso unterwegs sind. Auf dem Flughafen beispielsweise. Nach Dubai und New York eröffnete Lexus aktuell nun auch in Brüssel eine eigene, 700 Quadratmeter große Lounge. Sie ist offen für Business-Class-Gäste und Senatoren von Brussels Airlines, Lufthansa und den anderen Airlines der Star Alliance und soll Design und Stil der Marke einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Lexus Lounge, Brüssel, Flughafen, Lounge by Lexus, Brussels Foto: Harald Dawo
Lexus richtet an Flughäfen eigen Loungebereiche, mit denen man die Marke bekannt machen will.

Autos gibt’s allerdings nur auf großen Flachbildschirmen zu sehen. Stattdessen können sich die Besucher in Massagesesseln entspannen, die denen des Lexus-Flaggschiff LS ähneln. Oder sich ihre Lieblingsmusik von einem Mark Levinson-Soundsystem vorspielen lassen. „Es ist ein Ort, an dem die Menschen Lexus kennenlernen können, ohne sich dafür hinters Steuer zu setzen“, sagt Europas Markenchef Pascal Ruch.

Deutsche Autokäufer für den Importeur zu begeistern, bleibt indes schwierig. Audi, BMW, Mercedes und Porsche haben ein Heimspiel und können als lokale Hersteller Verkäufe mit günstigen Leasingraten oder anderen Subventionen ankurbeln. Speziell im Geschäft mit Firmenkunden herrscht ein aggressiver Preiskampf. Manches prestigereiche Geschäft mit Großkunden kommt nur mit horrenden Abschlägen zustande. „Da tun wir uns als Importeure sehr viel schwerer“, sagt Deutschland-Chef Heiko Twellmann. „Der deutsche Markt ist trotzdem sehr wichtig für Lexus. Wir wollen uns dem Wettbewerb stellen, weil uns das weiter bringt.“

Lexus ES 2019 Foto: sebastien mauroy
Die Mittelklasse-Limousine Lexus ES kommt Anfang 2019 nach Deutschland.

Dabei hilft die Dieselkrise. Bereits 2013 verabschiedete sich Lexus vom Selbstzünder. Eine richtige Entscheidung, wie Twellmann findet. Denn mittlerweile betrage der Hybridanteil fast 90 Prozent. „Lexus hatte zusammen mit BMW im letzten Jahr mit 122 g den niedrigsten CO2-Flottenausstoß aller Premiummarken,. Wir sehen zudem, dass sich der Markt zunehmend vom Diesel entfernt. Das ist eine Chance für uns. Perspektivisch gibt es zum Diesel mehr Fragezeichen als zum Hybriden.“

Zudem stünden Autokäufer der Hybridtechnik sehr viel offener gegenüber als noch vor zwei, drei Jahren. Das gelte auch für Flottenmanager, die die CO2-Bilanz ihres Fuhrparks im Auge haben und eine langstreckentaugliche Alternative zum Diesel suchen. „Seit letztem Jahr sprechen uns verstärkt Firmen an, die bisher 70 und mehr Prozent Dieselautos im Fuhrpark fahren“, sagt Ole Kylau, der Leiter des Geschäftskundenservice. „Natürlich sind wir nicht die Marke für die breite Masse der User-Chooser. Wer einen Lexus bestellt, entscheidet sich bewusst für eine andere Technologie.“

Lexus ES sersetzt die GS-Baureihe

Genau diese Käufergruppe will Lexus Anfang 2019 auch mit dem neuen ES ansprechen. Die knapp fünf Meter lange Limousine ersetzt die etwas kleinere GS-Baureihe. Sie tritt im gleichen Segment wie Audi A6, 5er-BMW, Mercedes E-Klasse und Volvo S90 an und sieht aus wie ein kleiner Bruder des Lexus-Flaggschiffs LS. Den Dieselmodellen der Konkurrenz stellen die Japaner einen neuen, 218 PS starken Hybridmotor entgegen, der selbst im neuen WLTP-Zyklus nur 4,7 Liter verbraucht. „Das ist gerade für Firmenkunden sehr attraktiv“, sagt Twellmann.

Lexus UX 2019 Foto: Lexus
Lexus UX: Neues Kompaktmodell ab 2019.

Ebenso wie die guten Platzverhältnisse auf der Rückbank, weshalb die Marke den ES sogar Taxi- und Shuttlediensten schmackhaft machen will. Als Fronttriebler braucht der ES keinen Kardantunnel. Das bringt Beinfreiheit und mache das Auto auch für Unternehmen interessant, in denen sich Führungskräfte chauffieren lassen. Außerdem sitzt die Batterie des Hybridsystems nicht mehr wie bisher üblich unterm Kofferraum. Im ES ist sie unter die Rückbank gerutscht und schafft Platz fürs Gepäck.

Langfristig will Lexus weitere Antriebe anbieten. Auf dem Genfer Salon zeigte die Marke bereits im Märzdie Studie eines fünf Meter langen Crossover-SUV. Die Plattform des LF-1 ist so aufgebaut, dass der Wagen sowohl als Benziner oder Hybride, aber auch mit Brennstoffzellen- oder Elektroantrieb ausgerüstet werden kann. Auch das Topmodell LS könnte die von Toyota entwickelte und im Mirai eingesetzte Brennstoffzellentechnik übernehmen. Im Kompaktsegment löst 2019 zudem der sportlich gezeichnete SUV UX die CT-Baureihe ab. 2020 soll der UX dann als E-Auto vorfahren.

Während die deutschen Premiumhersteller immer noch an der Verbesserung des Diesels arbeiten, ist man bei Lexus und der Muttergesellschaft Toyota schon einen deutlichen Schritt weiter.

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