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Markenausblick Toyota

Die Rückkehr der großen Namen

Toyota Supra 2019 Foto: Toyota

Toyota holt Supra und Camry wieder nach Europa, tauft Auris in Corolla um und schickt in zwei Jahren den Highlander zu uns.

Nie zuvor hat es in Deutschland eine größere und vermutlich teurere Plakat-Werbeaktion gegeben als im Jahre 2007 jene von Toyota. Damals versuchte der japanische Autobauer, in einem gigantischen Marketing-Feldzug einen neuen Namen ins Bewusstsein der Bevölkerung zu pressen: Auris. Davor hieß das Kompaktmodell jahrzehntelang Corolla, so wie überall auf der Welt. Wirklich verstanden hat den Kraftakt keiner. Wirklich erfolgreich war der Auris auch nicht. Jetzt rudert man zurück. Der Auris heißt wieder Corolla und basiert wie Prius, C-HR und RAV4 auf der global eingesetzten TNGA-Plattform. Dadurch werden Package, Sicherheit und Komfort verbessert, Gewicht und Verbrauch reduziert.

Den Corolla wird es in drei Karosserievarianten geben, als Fünftürer, als Fließheck und als Kombi. Letzterer soll mit nahezu ähnlichen Innenraumabmessungen die Avensis-Kunden bei der Marke halten. Seinen Mittelklasse-Kombi hat Toyota voriges Jahr eingestellt. In diesem Segment soll zukünftig der Camry – zweites Comeback eines großen Namens – seine Position einnehmen. Die Limousine gehört zu den meistverkauften Autos weltweit. In Deutschland wird der Camry den neuen 2,5-Liter-Hybridantrieb des RAV4 erhalten und soll weniger als vier Liter Sprit verbrauchen. Toyota plant, mit dem Camry verstärkt Business- und Flottenkunden anzusprechend, die das Diesel-Thema leid sind.

Toyota Corolla (2019) im Fahrbericht
Hybrid-Power und Fahrkomfort

Weder vom RAV4 noch vom Camry stellt Toyota eine Plug-in-Hybrid-Version in Aussicht. Zu hoch wären Aufpreis und Gewicht, zu gering wäre die Effizienzverbesserung gegenüber einem normalen Hybrid und zu schlecht waren die Absatzzahlen des Prius Plug-in. Nein, Toyota setzt bei der Volumenmotorisierung weiterhin voll und ganz auf Hybrid und verkauft bei uns schon heute mehr als die Hälfte seine Fahrzeuge mit dieser Technik. In Einzelfällen wie beim RAV4 sind es über 80 Prozent.

Das Comeback Nummer drei – nach 17 Jahren – heißt Supra, genauer: GR Supra. Die Abkürzung steht für Gazoo Racing, Toyotas Sportabteilung. Der zweisitzige GT wurde zusammen mit BMW entwickelt, trägt unter seiner Karosserie sogar bayerische Technik in Form des Reihensechszylinder-Turbobenziners B58. Supra-Fans müssen sich allerdings noch gedulden. Erst zum Ende des Jahres steht die Markteinführung auf dem Plan. Und laut Zuteilungsschlüssel soll es für 2019 nur 300 Exemplare geben. Nächste schlechte Nachricht: Alle GR Supra sind bereits verkauft. Und wer auf ein Cabrio spekuliert, wird ebenfalls enttäuscht. Es bleibt beim Coupé.

So viel Pulver Toyota 2019 verschießt – inklusive des Prius Facelifts sind es sieben neue Modelle – so behutsam geht es 2020 weiter, zumindest in Deutschland. Erneuert wird der in Frankreich gebaute Kleinwagen Yaris. Auch in diesem Segment wollen die Japaner ihren Hybridanteil weiter festigen. Ebenso wird die Beziehung zum französischen PSA-Konzern vertieft. Schon im nächsten Jahr soll es einen "japanischen Berlingo" geben. Toyota leitet aus dem praktischen Hochdachkombi seine Version ab. Name: noch unbekannt, aber sicher etwas in Anlehnung an den Transporter/Bus Proace.

Toyota Prius Toyota Hybridantrieb beflügelt Flottengeschäft

Seit Jahren fragen sich viele Menschen, warum ein auf Nachhaltigkeit getrimmtes Unternehmen wie Toyota nicht endlich auch ein batterieelektrisches Auto auf die Straße bringt? Genau dies soll ebenfalls 2020 passieren. Welche Art von Fahrzeug das wird, darüber gibt es nur Spekulationen. Vermutlich ein kompaktes Crossover-Modell. Extravaganz leistet sich Toyota nicht. Denn auch ein BEV (Battery Electric Vehicle) muss Geld verdienen.

Und weil Japans größter Autobauer als Hauptsponsor der kommenden drei Olympischen Sommer- und Winterspiele auftritt und die nächste bereits im Sommer 2020 in Tokio stattfindet, möchte man hier umso deutlicher zukünftige Mobilität zur Schau stellen. Branchenkenner erwarten daher das Debüt der zweiten Generation des Mirai. Die Brennstoffzellen-Limousine käme aber erst 2021 nach Deutschland, etwa zeitgleich mit dem nächsten Prius.

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