Mazda CX-60 2022 Treue zum Kolben

Mazda CX-60 Foto: Mazda 13 Bilder

Der Mazda CX-60 kommt als erster Plug-in-Hybrid der Marke. 2023 folgen hubraumstarke Sechszylinder mit Benzin und Diesel

Im Grunde war es schon vorher klar: Mazda würde es auch dieses Mal wieder anders machen. Sonderwege mit technischer Finesse kennzeichnen seit jeher die Philosophie des Autobauers. So hegten die Japaner über die Jahre den Wankel-Motor, boten dem Selbstzünder eine verlässliche Heimstatt und präsentieren nun, da fast alle zum reinen E-Antrieb schwenken, mit dem CX-60 (ab 39.823 Euro, alle Preise netto) den ersten Plug-in-Hybriden der Marke. Deren Entwickler glauben sie ganz fest daran, dass im Verbrenner noch Potenzial steckt.

Nicht überraschend also, dass 2023 parallel zum Doppelherz-Mazda sogar elektrisch unterstützte Reihen-Sechszylinder beiderlei Kraftstoffs zu Ehren kommen werden. Längs eingebaut und mit an längst vergangene Zeiten erinnernden Hubräumen bis zu 3,3 Litern. In Japan haben sie dafür den Namen Multi Solution erdacht. Soll heißen: Gerüstet für alle Fälle. Immerhin: Mehr als 5.000 Interessenten hierzulande haben schon mal blind bestellt. Wie man hört, sollen auch abtrünnige Anhänger deutscher Nobelmarken darunter sein.

Mazda CX-60 2022 Foto: Mazda
Rein elektrisch sind bis zu 63 Kilometer und maximal 140 Sachen möglich.

Zum Verkaufsstart wird der CX-60 ausschließlich als Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb und lamellengesteuerter Acht-Stufen-Automatik angeboten. Ein 2,5-Liter-Vierzylinder (191 PS) kooperiert mit einem 129 kW (175 PS) starken E-Motor für geballte Kraft von 327 PS und 500 Nm. Damit ist der CX-60 das bislang stärkste Mazda-Serienmodell. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt das 4,75 Meter lange SUV in 5,8 Sekunden, bei Tempo 200 wird abgeregelt. Rein elektrisch sind bis zu 63 Kilometer und maximal 140 Sachen möglich.

Auch wenn er erst nächste Jahr kommt, so hat Mazda schon die Preise des Diesels verraten: Der Sechszylinder mit 200 PS Leistung kostet 38.751, ein paar Euro etwas weniger als der Plug-in-Hybride. Für die 250 PS starke Version sind 43.151 Euro fällig. Dafür fährt der standardmäßig mit Allradantrieb und in Top-Version vor.

Mit der ungewöhnlich langen Haube, dem wuchtigen Heck und den bis zu 20 Zoll großen Rädern unterscheidet sich der CX-60 wohltuend vom optischen Einerlei der üblichen Wuchtbrummer. Raum hat’s vorne wie hinten reichlich, allenfalls der Einstieg im Fond erfordert ein klein wenig Demut vor dem Design. Bei voller Bestuhlung bleiben 570 Liter Laderaum, umgeklappt sind es gut 1,7 Kubikmeter. Das taugt dem Geschäftsreisenden auch für die ganze große Fuhre. Und wenn selbst dieser Platz nicht reicht: Achtern dürfen 2,5 Tonnen an den Haken.

Mazda CX-60 2022 Foto: Mazda
Gezielte Bremseingriffe am kurveninneren Hinterrad sorgen nun für noch mehr Dynamik.

Freunde sportlicher Fahrweise waren bei Mazda dank straffer Dämpfung und exakter Lenkung seit jeher gut aufgehoben. Gezielte Bremseingriffe am kurveninneren Hinterrad sorgen nun für noch mehr Dynamik und erlauben trotz 2,1 Tonnen Leergewicht leicht untersteuerndes Flottflitzen bis weit in den Grenzbereich. Nimmt man noch die schön geformten Sitze dazu, stellt sich tatsächlich ein, was sie bei Mazda Jinba Ittai nennen – das Gefühl der Einheit von Ross und Reiter.

Wer dieser Versuchung zu oft erliegt, kommt den offiziellen 63 elektrischen Kilometern natürlich nicht wirklich nahe. Werte über 50 sind aber mit etwas Disziplin auch außerorts durchaus drin. So oder so ist der Saft irgendwann alle. Dann bringen zweieinhalb Stunden an der Wallbox wieder randvolle Ladung in den 17,8-kWh-Akku im Unterboden. Immerhin lädt der Mazda mit gut 7 kW. Nur schnelles DC-Laden beherrscht er nicht.

Artgerechter ist ohnehin das sanfte Gleiten. Das passt besser zum geräuschgedämmten Innenraum und auch zum Charakter der Automatik, die im Sport-Modus gelegentlich etwas behäbig sortiert. Derart entspannt und behütet von diversen elektronischen Fahrhilfen kann der Blick schweifen über das flach über der Mittelkonsole thronenden 12,3-Zoll-Display, vor allem aber die feinen Materialien im Innenraum und die handwerklich hochwertige Verarbeitung, mit denen Mazda ganz offensiv in den Premium-Bereich drängt.

Mazda CX-60 PHEV 2022 Foto: Mazda
Mit den feinen Materialien im Innenraum und der handwerklich hochwertigen Verarbeitung, drängt Mazda ganz offensiv in den Premium-Bereich.

So wartet etwa die Topausstattung Takumi stets mit weißem Nappaleder und Ahornholz auf, die Stoffeinsätze sollen an Kimonos erinnern. Anhänger schwarzer Bespannung hingegen müssen zum eher sportlichen Modell Homura greifen. Besonders erfreulich: Mazda stemmt sich gegen den um sich greifenden Touch-Trend und setzt auf klassische Tasten, Knöpfe und Drehregler. Kleines technisches Gimmick: Das optionale Driver Personalisation System speichert per Gesichtserkennung automatisch die optimale Position für bis zu sechs Fahrer.

Selbstverständlich ist auch Mazda klar, dass der Absatz des CX-60 PHEV ein Wettlauf gegen die Zeit wird. Zum Jahresende entfällt schließlich der Umweltbonus für Plug-in-Hybride. Immerhin: Wer bis Ende September eine der beiden Top-Ausstattungen least, für den übernimmt Mazda die staatliche Förderung. In Zeiten der Krisen ist das ein Wort.

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