Mercedes C 300 de T-Modell im Test

Universalgenie mit Stecker

Mercedes C300 T 2020 Foto: Daimler 10 Bilder

Diesel oder Strom? Dieser Kombi von Mercedes kann beides. Und er macht nebenbei noch richtig Spaß zu Fahren. So schlägt sich der Plug-in Hybrid mit Dieselmotor im Alltagstest.

Plug-in Hybride gibt’s wie Sand am Meer. Doch unser Testwagen ist etwas Besonderes, denn dieser Mercedes kombiniert den E-Motor mit einem Diesel. Klare Zielgruppe: Fahrer von Geschäftswagen. Schließlich halbiert die Plug-in-Technik die Dienstwagensteuer. Aber auch Unternehmen sollen profitieren, da der Selbstzünder die Spritkosten im Zaum hält. Die laufen bekanntlich bei Steckdosen-Benzinern gerne aus dem Ruder, wenn Fahrer selten laden oder zu viele lange Strecken fahren.

Kurzer Faktencheck: Als Verbrenner dient der bewährte, 194 PS starke Zweiliter-Diesel des 220 d. Der alleine hat schon mächtig Bums. Dazu kommen die 122 PS des E-Aggregats, was 306 PS Systemleistung ergibt. Außerdem baut Mercedes noch eine Batterie mit 13,4 kWh Kapazität ein, die man an einer öffentlichen Ladesäule in rund 1,5 Stunden und an der 230-Volt-Steckdose in fünf Stunden laden kann. Ideal also, um bei einer Dienstreise beim Kunden oder während des Geschäftsessens schnell nachzuladen.

Das Erstaunliche dieses Kombis ist allerdings nicht die Wucht, mit der das System anschiebt. Natürlich ist es beeindruckend, dass die Tachonadel nach nur 5,7 Sekunden die 100er-Marke passiert und ruck-zuck bis 250 weiterläuft. Und es macht auch richtig Spaß, im E-Modus an der Ampel alle stehen zu lassen. Oder bis 130 km/h elektrisch zu fahren.

Mercedes C300 T 2020 Foto: Daimler
An öffentlichen Ladesäulen lässt sich der Akku in rund 1,5 Stunden füllen.

Noch mehr aber überzeugt das souveräne Zusammenspiel von Diesel- und E-Motor bei normalen Fahrbedingungen. Mit eingeschalteter Navigation weiß das System immer, was ein paar hundert Meter weiter vorne passiert. Es wirft dann beispielsweise auf der Schnellstraße bewusst den Diesel an, um den Strom für andere Streckenabschnitte aufzusparen. Und weil der Elektromotor bei jedem Bremsvorgang rekuperiert, fährt der Mercedes immer wieder ein paar hundert Meter weit elektrisch, obwohl die Batterie eigentlich leer ist. Alles völlig unaufgeregt, ruckfrei und unauffällig. Dazu kommt das für die C-Klasse typisch komfortable Fahrverhalten, das die empfehlenswerte Luftfederung (1.400 Euro netto) sogar nochmals steigert.

Vor allem aber bleibt der C 300 de auch auf Langstrecke wirklich sparsam. Mit voller Akkuladung beim Start kam der Kombi auf unserer 200 Kilometer langen Normrunde auf einen Schnitt von nur 4,6 Litern. Und selbst mit leerem Akku braucht er höchstens bei Vollgas mehr als sechs Liter.

Was uns zu den Nachteilen bringt: Diese C-Klasse ist schwer, wiegt vollbeladen fast 2,5 Tonnen. Das zieht natürlich gewaltig Strom. Von den versprochenen 53 Kilometer Reichweite bleiben in der Praxis selten mehr als 30 bis 40 Kilometer, was einem Stromverbrauch von 30 kWh pro 100 Kilometer entspricht. An öffentlichen Ladesäulen kosten die je nach Tarif zwischen neun und 12 Euro. Etwas billiger wird’s, wenn der Wagen zuhause lädt. Wegen der Kosten muss man also nicht unbedingt elektrisch fahren.

Mercedes C300 T 2020 Foto: Daimler
Wasserkisten beipsielsweise passen nicht unter das Gepäckrollo. Zumindest nicht, wenn man sie nach hinten an die Lehne rücken will.

Der größte Nachteil aber liegt mit einer zwölf Zentimeter hohen Stufe im Kofferraum. Unter ihr sitzt der Akku. Größere Hartschalenkoffer etwa lassen sich nicht plan unterbringen. Sogar der Getränkekauf wird zur Herausforderung, weil Sprudelkisten nicht unter die Gepäckraumabdeckung passen. Das ist für einen Kombi schon etwas absurd.

42.665 Euro netto kostet der C 300 de T. Davon gehen 3.500 Euro Umweltbonus ab. Dann liegt er preislich knapp in der Mitte zwischen dem 245 PS starke C 300 d, gegenüber dem er deutlich bessere Fahrleistungen bietet, und dem C 220 d mit 194 PS.

So schafft der C 300 de tatsächlich den Spagat zwischen Nutzwert, Kostenersparnis und Fahrspaß. Er passt für User-Chooser, die Dienstwagensteuer sparen wollen, ohne das Spritbudget der Firma übermäßig zu belasten. Und die nicht gleich ein schlechtes Gewissen bekommen wollen, wenn sie ihren Dienstwagen mal nicht an die Steckdose stöpseln. Nebenbei umfährt er elektrisch jedes Diesel-Fahrverbot.

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