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Mitschuld für Kolonnenspringer

Wer waghalsig überholt, zahlt mit

Kolonnenspringer, die mit einem plötzlich ausscherenden Fahrzeug kollidieren, müssen mit einer Mitschuld rechnen, obwohl sie den Unfall nicht verursacht haben.

Wer sich durch wiederholte Überholmanöver Stück für Stück in einer Kolonne nach vorne arbeitet, kann, falls ein plötzlich aus der Kolonne ausscherendes Auto einen Crash verursacht, für einen Teil des Schadens haften, obwohl er eigentlich keine Schuld am Unfall trägt. Dies zeigt nun ein vom OLG München gefälltes Urteil. 

Nach einem Bericht der Rechtsschutzversicherung D.A.S. kollidierte ein Kolonnenspringer beim regelkonformen Überholen mit dem Fahrzeug einer Fahrerin, die plötzlich ebenfalls aus der Kolonne zum Überholen ausscherte. Das Oberlandesgericht München sah klar die Hauptschuld bei der Fahrerin, die auf den nachfolgenden Verkehr hätte achten müssen. Doch muss sie für nur 80 Prozent der Schadenssumme aufkommen, während die anderen 20 Prozent der Kolonnenspringer zu tragen hat. Nach Meinung der Richter haftet der Kolonnenspringer allein wegen der Betriebsgefahr seines Fahrzeugs zu 20 Prozent mit – das ist die Gefahr, die nur dadurch entsteht, dass jemand überhaupt ein Auto auf die Straße bringt. Diese Betriebsgefahr falle nur dann weg, wenn der Unfall für den Fahrer völlig unvermeidbar gewesen wäre. Doch ist der Kolonnenspringer, anders als ein "Idealfahrer", mit seinen Überholmanövern ein erhöhtes Risiko eingegangen. Hätte er nicht überholt, wäre es nicht zum Unfall gekommen.

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Datum

21. November 2017
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