Mobilität

Wichtiger Teil des Lebens

Die besten Nutzfahrzeuge / Die besten Marken 2010 Foto: Karl-Heinz Augustin

Mobilität ist für die Gesellschaft unabdingbar, meint unser Kolumnist. In ländlichen Gebieten ist das Auto dabei nicht wegzudenken – auch wenn es Kaiser Wilhelm II. nur für eine vorübergehende Erscheinung hielt.

Ohne mobil zu sein, kann man schlecht(er) am Leben teilhaben. Sei es im sozialen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Sinn. Dabei wurde das Auto insbesondere in ländlichen Regionen zur wichtigsten Mobilitätsgrundlage. Das war natürlich nicht immer so. Kaiser ­Wilhelm II. wird gerne zugeschrieben, um 1900 gesagt zu haben: "Ich glaube an das Pferd. Das Auto (der Stinkkarren) ist eine vorübergehende Erscheinung."

Heute wissen wir natürlich, dass seine Prophezeiung nicht eingetreten ist. Es ist auch wirklich schwierig für den Menschen, sich Dinge vorzustellen, die den im Hier und Jetzt gelebten Routinen widersprechen. Wir erinnern uns: ein PC für jeden Haushalt? So ein Quatsch. Weltweit werde es einen Markt für vielleicht fünf Computer geben (Thomas Watson, IBM, 1943). Von Facebook werde in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr reden (Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx, 2010). Wir sollten also nicht vorschnell auf Experten hören, die den Verbrenner schon in ein paar Jahren für abgeschafft halten oder die bei alternativen Antrieben nur an den Durchbruch der Elektroautos glauben, Erdgasfahrzeugen und Wasserstoffautos aber keine Chancen einräumen. Wir werden sehen.

Veränderung der Möglichkeiten

Das Zitat des Kaisers zeigt, dass Mobilität die Menschheit schon lange beschäftigt und prägt. Wenn man sich näher damit befasst, wird klar: Die heutige Mobilität ist eng an die Urbanisierung im Mittelalter geknüpft. Warum ausgerechnet Sesshaftigkeit von Menschen ihr Bedürfnis nach Mobilität erhöht? Handel, die Pflege sozialer Kontakte, wirtschaftliche Existenzsicherung machen kurz- und langfristige Ortsveränderungen unabdingbar – und damit die Mobilität an sich. Sesshaftigkeit führt nur zu einer veränderten Mobilität. Was heute noch von der Mobilität der Urbanisierung bleibt, ist der stetige Weiterentwicklungsprozess. Der vormoderne Verkehr beschränkte sich im Wesent­lichen auf Mensch und Tier. Denken wir an Kaiser ­Wilhelm II. und sein Pferd. Die eingeschränkte Fortbewegung wirkte sich auf die Entwicklung der Städte aus. Kurze Wege mussten her.

Mit Beginn der Industrialisierung revolutionierte sich nicht nur die Stadt, sondern auch die Mobilität. Das Bevölkerungswachstum der Städte steigerte sich durch neue Arbeitsmöglichkeiten in der Industrie. Gleichzeitig vergrößerte sich der Mobilitätsradius durch veränderte Möglichkeiten des Reisens. Der moderne Verkehr wurde zuerst durch die Eisenbahn, dann vor allem durch das Automobil revolutioniert. Heute können wir uns nicht vorstellen, auf die individuelle Fortbewegung auf vier Rädern zu verzichten – also, dass das Auto komplett verdrängt werden könnte. Garantieren können wir seine Fortexistenz aber nicht. So oder so müssen Möglichkeiten ge­funden werden, die Individualnutzung wesentlich effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Autonome Fahrzeuge, verstärkte gemeinsame Nutzung und digitale Steuerung werden kommen.

Was die betriebliche Mobilität angeht, geht der Trend tatsächlich schon heute ein wenig weg vom Auto in Richtung Mobilitätsbudgets. Zumindest dort, wo es Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel gibt. Eine Mobilitätsstudie des ADAC mit Blick auf das Jahr 2040 zeigt, dass vor uns der Beginn eines multimobilen Zeitalters liegt. Mobilität war und wird immer geprägt sein durch Veränderung. Das Auto wird als eine Option zwischen anderen stehen. Und Nachhaltigkeitsaspekte spielen als Entscheidungsgrundlage eine immer wichtigere Rolle. Das ist die Herausforderung des Jahrhunderts für professionelle Mobilitätsmanager.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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