Mobilitätsbudget Microsoft Maximale Freiheit

Mobilität 2022 Foto: Adobe Stock/Scusi

Was darf’s sein: Dienstwagen, Geld statt Auto, flexible Fahrzeugnutzung oder Mobilitätsbudget? Mit Pilotprojekten von Sixt und Fleet Logistics lässt Microsoft Mitarbeiter frei wählen.

Homeoffice und eine hybride Arbeitswelt kannten die über 3.000 ­Mit­arbeiter von Microsoft Deutschland schon vor der Pandemie. Vor Kurzem erhöhte der Softwareanbieter die Flexibilität auch bei der ­Mobilität. Ein Schritt, der gleichzeitig aufs große Konzernziel einzahlen soll, bis 2030 weltweit keine Verbrenner mehr im Fuhrpark zu haben und sogar CO2-negativ zu werden. "Wir wollen den Mitarbeitern attraktive Incentives ­jenseits der Option 'Geld oder Auto' bieten, sie zu mehr Nachhaltigkeit motivieren und es ihnen ermöglichen, ihre Mobilitätslösungen flexibel ihren Lebensumständen anzupassen", er­läutert Michael Pohl, der als Senior HR Benefit Program Manager unter anderem die Firmenwagenprogramme in zehn Ländern betreut.

Bislang sind über Lease Plan 1.458 User-Chooser-Fahrzeuge im Full-­­Service-Leasing im Einsatz. ­Weitere 1.438 Mitarbeiter lassen sich ihr Dienstwagenprivileg lieber monatlich aus­zahlen. Die Berechtigungsquote liegt damit bei 90 Prozent. Von den bisher 300 bestellten Autos sind 76 ­Prozent elektrifiziert, 48 Prozent sind echte E-Autos.

Michael Pohl 2022 Foto: Eric Archer
Wir wollen Mitarbeitern ­attraktive Incentives ­jenseits der Option"Geld oder Auto" ­bieten. Michael Pohl, Senior HR Benefit Program Manager, Microsoft

Freie Wahl – aber elektrifiziert

Nun erweitern zwei weitere Bausteine das Mobilitätsangebot für die Microsoft-Angestellten, das intelligent, flexibel, nachhaltig und steuer­optimiert sein soll. Viele Wünsche auf einmal. Wie geht das? Zum einen über ein Pilotprojekt, das mit Sixt als langjährigem Mietwagenpartner im letzten Herbst für zunächst ein Jahr gelauncht wurde: Sixt+ flex. Das ­Angebot für User-Chooser-Flotten existiert seit 2020 als Autoabo mit voller Flexibilität über alle Fahrzeugklassen und Antriebe hinweg. "Damit ­stellen wir Geschäftskunden eine moderne, anpassungsfähige und nachhaltige Flotte und ermöglichen eine neue Art der Dienst­wagennutzung, die genau auf ihre Wünsche zu­geschnitten ist", so Florian von Klier, Executive ­Director ­Global Innovations and Solutions bei Sixt.

Florian von Klier 2022 Foto: Sixt
"Wir reagieren auf den Wunsch nach mehr ­Flexibilität und Nachhaltigkeit in den Flotten." Florian von Klier, Executive Director Global Innovations and Solutions bei Sixt

Der Vermieter will damit auf den Wunsch nach mehr Flexibilität und Nachhaltigkeit in den Flotten ­reagieren. Im Gegensatz zum Autoabo können Kunden bei Sixt+ flex die Fahrzeugnutzung im laufenden Monat jederzeit pausieren oder den Geschäftswagen gegen eine Gebühr von 30 Euro wechseln. Die monatliche Grundgebühr richtet sich nach Laufleistung und ­aktuellem Tagespreis des Fahrzeugs. Sie deckt alle ­Kosten außer Kraftstoff ab. "Firmen entscheiden, ob sie ihren Mitarbeitern alle Antriebsarten oder nur ­Hybrid- und E-Fahrzeuge anbieten wollen", ergänzt von Klier.

So wie Microsoft. Die Berechtigten dürfen nur Plug-in- und Elektromodelle ordern und bei Bedarf jederzeit wechseln. Sprit wird nicht übernommen, dafür die Kosten für Strom, ein weiterer Anreiz für die ­vollelektrische Mobilität. Die ersten 34 Fahrzeuge wurden bereits an­gemietet, die meisten davon ­Stromer, wobei die Range vom Renault Twingo ­Electric bis zum Tesla reicht.

Budget fürs mobile ­Privatvergnügen

Jeder soll so E-Mobilität erfahren, gleichzeitig aber jederzeit auf einen Hybrid wechseln können, wenn es die geschäftliche oder private Reise erfordert. Den Überblick über Budget und gefahrene Kilometer behalten die Nutzer über die Sixt-App. Überschreiten sie ihr Budget, müssen sie am Ende der Mietzeit nachzahlen, gesparte Beträge behält Microsoft. "Das System ist für die Kunden zudem finanziell ­attraktiv", sagt von Klier. "Firmen sparen ­administrative Kosten und die Nutzer, wenn sie den Vertrag unterbrechen, bei Downgrading-Budget und Dienstwagensteuer. ­Erfahrungsgemäß liegt die Fahrzeugnutzung mit Sixt+ flex bei unter 300 Tagen im Jahr. Außerdem kann nach Absprache mit dem Finanzamt nur das Fahrzeug versteuert ­werden, das im jeweiligen Abrechnungs­monat überwiegend genutzt wurde."

Als zweiten Baustein testet Microsoft das Mobilitätsbudget des langjährigen Partners Fleet Logistics. Das Unternehmen gewährt seinen Mit­arbeitern damit einen steuerlich optimierten Betrag zur Deckung des persönlichen Mobilitätsbedarfs. Pohl erklärt, wie das Tool genutzt wird: "Für jede Position im Unternehmen haben ­wir Budget und Referenzfahrzeug hinterlegt. Wer sich bislang für ein ­kleineres oder günstigeres Modell entschied, hatte keine ­persönlichen Vorteile. Das neue System motiviert die Berechtigten nun dazu, elektrisch oder mit kleineren Modellen zu fahren, da ihnen die Differenz übers Mobilitätsbudget ausbezahlt wird."

Patrick Averweg 2022 Foto: -
"Die Unternehmen profitieren von einer volldigitalisierten und transparenten Abrechnung über automatisierte Schnittstellen." Patrick Averweg, Senior Product Manager bei Fleet Logistics

Für maximale Attraktivität sind die Möglichkeiten breit gestaltet: Ob ÖPNV, Ausflugsdampfer, Zweiradzubehör oder der Helm für Vespa-Fahrten, all das lässt sich über das Mobilitätsbudget finanzieren. "Das kommt sehr gut an, die Akzeptanz ist groß", berichtet Pohl. Auch hier gibt es einen hohen E-Anteil. 41 der bisher georderten 60 Fahrzeuge fahren rein elektrisch, 13 sind Plug-in-Hybride. Das System funktioniert als Webanwendung und App. "Die Nutzer sehen in Echtzeit ihren Stand und können auch Belege einscannen, die dann auf ­Steuervergünstigung hin überprüft werden. Die Unternehmen profitieren von einer volldigitalisierten und transparenten Abrechnung über automatisierte Schnittstellen", so Senior Product Manager Patrick Averweg von Fleet Logistics.

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Neben Dienstwagen und Mobilitätsbudget betreut Fleet ­Logistics auch den eigenen Servicebaustein Cash Allowance sowie das Angebot Sixt+ flex für Microsoft. "Mit diesen vier Säulen sind wir gut aufgestellt", resümiert Flottenexperte Pohl. Maximale Mobilitätsfreiheit für die Microsoft-Mitarbeiter – ein Test mit ­Potenzial.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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