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Modellzukunft Audi Elektro

Mehr Strom für die Ringe

Foto: Audi

Audi will bis Anfang 2021 fünf Elektroautos auf der Straße haben. Bis 2025 sollen weitere 15 hinzukommen. Die Premium-Tochter von Volkswagen kann sich aus vier Konzernplattformen bedienen.

Eigentlich war Audi früh dran mit der E-Mobilität. Schon Ende der 80er-Jahre gab es ein Hybridmodell namens "duo". 2011 zeigten die Ingolstädter die Studie eines A2-Nachfolgers – mit batterieelektrischem Antrieb. Doch der City-Stromer verschwand wieder von der Bildfläche. Man überließ den BMW-Kollegen mit ihrem Carbon-i3 den Vorsprung durch Technik. Auch ein elektrischer A1 mit Wankel-Range-Extender schaffte es bei Audi nicht in die Serie. Und nach wenigen Exemplaren vom R8 e-tron zog man schließlich ganz den Stecker.

Trotz dieses Rückziehers hat Audi den Anschluss zu seinen deutschen Premium-Wettbewerbern nicht verloren. Im Gegenteil, mit dem elektrischen SUV e-tron war man sogar früher am Markt als Mercedes mit dem EQC. Und aus München war nichts zu befürchten. BMW verlor nach seinem Hightech-i3 den Mut für Anschlussmodelle.

Jetzt will Audi in Sachen Elektrifizierung den Ton angeben und mindestens die nächsten Jahre auf der Pole Position fahren. Bis 2025 sollen nicht weniger als 30 Plug-in-Hybride und 20 Elektromodelle die vier Ringe im Grill tragen. Vier Architekturen stehen dafür parat. Die Nummer eins heißt MLB evo, eine auf E-Antrieb adaptierte Plattform. Auf ihr basiert der e-tron. Schon im November in Los Angeles stellt Audi hierzu das Coupé-Derivat vor, den e-tron Sportback vor. Er wird im ersten Halbjahr 2020 in den Markt gehen und die gleiche Technik unterm Blech haben. Ein Jahr später soll es davon allerdings noch ein Performance-Variante geben.

Mit dem e-tron GT gelang Audi ein bildschönes, viertüriges Coupé. Es teilt sich die Plattform (J1) mit dem Porsche Taycan, erhält damit ebenfalls die 800-Volt-Systemspannung, bleibt aber in der Leistung mit 590 PS unterhalb des Zuffenhausener Sportwagens. Der GT gilt intern als "Signature Car" und ist klar gegen das Model S von Tesla positioniert. Ende 2020 soll der e-tron GT im Handel sein.

Parallel zur J1-Plattform entwickelt Audi gemeinsam mit Porsche die PPE-Architektur. Sie deckt das Oberklasse- und Luxussegment ab. Die Abkürzung steht für Premium Platform Electric. Die Plattform erhält ebenfalls 800 Volt und wird mittelfristig die J1 ablösen. PPE ist sowohl für Flach- als auch für Hochboden-Architekturen einsetzbar. Sie lässt zudem Änderungen in Radstand und Spurweite zu, so dass praktisch sämtliche Elektrofahrzeuge des C- und D-Segments möglich sind, seien es Limousinen, Kombis, Crossover und SUV. Die Reichweiten sind jeweils für 500 Kilometer und darüber ausgelegt. Die ersten PPE-Fahrzeuge will Audi ab 2023 im Handel haben.

Architektur Nummer vier ist der MEB von Volkswagen. Er dient in Ingolstadt dafür, die elektrische Modellpalette im Kompaktsegment abzudecken. Erster Vertreter wird der Q4 e-tron sein, äußerlich so lang wie ein Q3, aber mit dem Platzangebot eines Q5. Vorgesehen sind zwei Batteriegrößen. Anfang 2021 soll der Q4 e-tron zu kaufen sein. Auf MEB folgen weitere Kompakt-Stromer. Vielleicht traut sich Audi dann endlich, auch einen würdigen A2-Nachfolger auf die Räder zu stellen.

Brüssel bildet für Audi das Leitwerk der Elektromobilität. Dort laufen e-tron und e-tron Sportback vom Band. Zwickau ist für den MEB (Q4 e-tron) zuständig. Der e-tron GT (J1) wird in Neckarsulm gebaut. Wo die Produktion der späteren PPE-Modelle erfolgen soll, ist laut Audi noch offen. Zur Auswahl stehen die beiden Standorte Neckarsulm und Ingolstadt.

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