Neuer Lexus RX (2023) Fahrbericht Mehr Power, viel Komfort

Foto: Lexus 16 Bilder

Die fünfte Generation des Lexus RX bekommt mit dem 500h den ersten Turbo-Hybriden der Marke. Den Plug-in-Antrieb dagegen kennt man bereits.

Wenn im nächsten Jahr die Umweltprämie für Plug-in-Hybride wegfällt, werden sparsame Vollhybridmodelle wieder stärker ins Visier der Firmenwagenfahrer und -einkäufer rücken. Immer wieder kurze Strecken elektrifiziert fahren, ohne den Geschäftswagen an die Steckdose anschließen zu müssen, das hat vor allem auf Langstrecken seinen Reiz. Da kommt der neue Lexus RX gerade rechtzeitig. Das hierzulande größte Modell der Toyota-Tochter wird schon seit 2005 mit Hybridantrieb angeboten. Seit der Einführung 1999 liefen 3,5 Millionen RX vom Band. 300.000 wurden nach Europa geliefert, als Alternative für Kunden, die sonst einen Mercedes GLE oder BMW X5 geordert hätten.

Lexus NX PHEV 2022 Foto: Lexus
Seit 1999 wird der Lexus RX gebaut, jetzt startet die fünfte generation.

Der Siebensitzer ist ausgelaufen

Den Vorgänger gab’s noch als Fünfsitzer und als Langversion mit sieben Plätzen. Die fünfte Generation verzichtet auf die Version mit Überhang und Notsitzen. So streckt sich der geräumige RX weiterhin auf 4,89 Meter, wirkt aber dank längerem Radstand und niedrigerer Karosserie deutlich dynamischer. Überhaupt setzt sich das Modell mit seinem mächtigen Kühlergrill und der Lichtleiste am Heck wohltuend vom automobilen Einerlei ab. Einen vergleichsweise exotischen Lexus als Firmenwagen zu fahren ist ja irgendwie auch ein Statement und hilft, mit Kunden ins Gespräch zu kommen.

Was Bedienung und Inneneinrichtung angeht, nähert sich die Marke dem allgemeinen Trend zur cleanen Architektur an. Im schnörkellosen, fahrerorientierten Cockpit sitzen gut ablesbare digitale Instrumente sowie ein großer und schneller Querformatbildschirm, flankiert von Tasten für alle wichtigen Fahrzeugfunktionen. Sitzheizung, Lautstärke, Klima – alles lässt sich verstellen, ohne dass man auch nur den Bruchteil einer Sekunde nachdenken muss. Hochwertige Materialien und saubere Verarbeitung gehören schon längst zur DNA der Marke. Jetzt spielen die Japaner auch in Sachen Menüführung und Bedienung ganz vorne mit.

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Gute Vernetzung, hohes Sicherheitsniveau

Head-up-Display, Updates over the air, Wifi-Hotspot, kabellose Smartphone-Einbindung oder das Navisystem mit Online-Verkehrsdaten erwarten Autokäufer nicht nur in der Premiumklasse. Ebenso einen Sprachassistenten, der hier auf „Hey Lexus“ reagiert. All das hat der RX an Bord, und alles funktioniert auf unserer ersten Testrunde einwandfrei.

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Eine Duftmarke setzen die Japaner eher bei den Sicherheitssystemen. Das Angebot reicht vom Kreuzungsassistent bis zum Crashwarner, der im Notfall bremst und um einen plötzlich auf die Straße tretenden Fußgänger herumlenkt. Zusätzlich überwacht eine über dem Lenkrad sitzende Kamera ständig die Pupillen des Fahrers. Bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit wird er gewarnt. Klappen die Lider zu, hält der Wagen automatisch an. Das System soll sogar mit Sonnenbrille funktionieren. Vom kleineren NX stammen die Sicherheitstüren. Entdeckt der Totwinkelwarner hinter dem Auto einen Radler, schlägt er Alarm, und die Tür lässt sich nicht öffnen.

Stärkster Hybridmotor der Marke

Eine weitere Neuheit sitzt unter der Motorhaube: der erste aufgeladene Vollhybridmotor der Marke. Der 500h mit 272 PS starkem und 2,4 Liter großem Turbobenziner sowie zwei E-Motoren kommt auf eine Systemleistung von 371 PS. Er soll in Deutschland über 60 Prozent der Verkäufe ausmachen. Zwischen Verbrenner und Getriebe sitzt ein 87 PS starker E-Motor und treibt die Vorderräder an. Zusätzlich leitet der hintere E-Motor bei Bedarf bis zu 103 PS an die Hinterräder und sorgt für Grip auf rutschiger Straße.

Foto: Lexus
Das Topmodell RX 500h gibt es in Deutschland nur in F-Sport-Ausstattung, mit adaptivem Fahrwerk, Allradlenkung und Vollausstattung.

Dank der starken E-Motoren fährt sich der 500h für einen Hybriden ungewohnt spritzig. Er sprintet in 6,2 Sekunden auf 100 km/h und gibt sich dank Allradlenkung und adaptivem Fahrwerk für ein so großes Auto recht kurvenfreudig. Da der 500er nicht das übliche stufenlose Getriebe hat, sondern eine komfortable Sechsgang-Wandlerautomatik, bleibt der nervige Gummibandeffekt beim Beschleunigen aus. Immer wieder gleitet der Wagen längere Strecken fast unhörbar elektrisch und verbindet so zwei Kerneigenschaften eines guten Hybridmotors: komfortables Fahren und Sprit sparen. Wenngleich wir auf unserer ersten, defensiven Runde gute 9,5 Liter verbrauchten, deutlich mehr als die von Lexus angegebenen 8,3 Liter.

350h als neues Einstiegsversion

Sparsamer ist man im nur 250 PS starken 350h unterwegs. Der Vollhybride begnügt sich mit einem 190 PS starken Saugmotor als Basis, hat dafür vorne einen stärkeren E-Motor (182 PS). Er soll 6,3 l/100 km verbrauchen. Er richtet sich vor allem an bisherige Dieselfahrer, die Wert auf Effizienz legen. Auch er fährt dank der effektiven Rekuperation immer wieder elektrisch, schaltet den Verbrenner aber wegen der schwächeren E-Maschinen beim Beschleunigen früher zu. Steigt man vom neuen 500h direkt um, so fehlt dem 350h die Lässigkeit des starken Antriebs, die so gut zu dem großen Auto passt.

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Noch sind keine Preise bekannt, aber der Einstieg in die RX-Welt dürfte wie beim Vorgänger bei rund 55.000 Euro (alle Preise netto) beginnen. Da der 500h ausschließlich als F-Sport mit Adaptiv-Fahrwerk, Allradlenkung und Vollausstattung angeboten wird, wird er kaum unter 70.000 Euro zu bekommen sein (Preise ab Oktober).

Foto: Lexus
Der Plug-in-Antrieb des RX450h+ kombiniert einen 185 PS starken benziner mit zwei E-Motoren zu einer Systemleistung von 309 PS:

Etwas günstiger wird Lexus den RX 450h+ anbieten. Der Plug-in-Hybride nutzt die gleiche Technik wie der erste Steckdosen-Benziner der Marke, der NX 450h+. Allerdings wurde der 309 PS starke Antrieb sportlicher abgestimmt. Sein 18,1 kWh großer Akku soll für rund 65 Kilometer gut sein, die elektrische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Laden lässt sich der Akku ausschließlich mit Wechselstrom. Über den 6,6 kW starken Bordlader dauert das rund drei Stunden. Anders als Audi, BMW oder Mercedes nutzt Lexus aber noch keine GPS-Daten für die Motorsteuerung. Die Konkurrenz-Modelle denken mit, sparen bei aktivierter Navigation automatisch Strom auf, wenn die Fahrt am Ende in eine Umweltzone führt.

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