Nutzfahrzeuge in Deutschland

Auf dem Weg zur Elektrifizierung

Foto: Julian Hoffmann

Der VDA rückt die leichten Nutzfahrzeuge in den Fokus – denn gerade im urbanen Verkehr nimmt die Elektrifizierung ganz besonders an Geschwindigkeit auf.

Heinz-Jürgen Löw, Vorstand für Vertrieb und Marketing von Volkswagen Nutzfahrzeuge, ist sich sicher: "Leichte Nutzfahrzeuge sind im innerstädtischen Verkehr nicht zu ersetzen." Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Wirtschaftsleben – und steuern doch auf große Herausforderungen zu.

Im Zuge der CO2-Reduktionsziele der europäischen Kommission werden alle Hersteller "an die Grenzen der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit gehen müssen." In Einsätzen, in denen hohe Reichweiten nötig sind oder schwere Lasten bewegt werden, sieht Löw weiter den Verbrennungsmotor in vorderster Front. Den innerstädtischen Dienstleistungsverkehr aber müsse man weiter elektrifizieren, "daran glauben wir." Die Elektromobilität für Handwerk und Gewerbe sei ein entscheidender Teil zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt. Die Total Costs of Ownership (TCO) müssten sich allerdings auf dem Niveau heutiger leichter Nutzfahrzeuge bewegen, um in der Breite für eine Akzeptanz der Elektro-Fahrzeuge zu sorgen.

Zahlreiche Analysen von Kunden und deren Einsätze hätten aufgezeigt, dass die letzte Meile perfekt für E-Transporter geeignet sei. Der VW eCrafter stehe daher kurz vor seinem Serienstart – ab September, so Löw, werden die batterie-elektrischen Transporter in den Showrooms der Händler von VW Nutzfahrzeuge stehen.

Mornhinweg: Echte Innovation durch neuen Entwicklungsprozess

Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, geht in seinem Vortrag weniger auf die Elektro-Transporter eVito und eSprinter ein – er setzt seinen Fokus eher auf den neuen Entwicklungsprozess von elektrifizierten Transportern der Marke Mercedes-Benz.

Gemeinsam mit den Kunden analysiere man die Einsatzprofile der Fahrzeuge, gehe dann in die kreative Problemlösungsphase, ehe man die daraus gewonnenen Ansätze in die Konfiguration der Fahrzeugmodelle übersetzt. Am Ende folgt eine Testphase, nach derer die Ergebnisse wieder analysiert würden. "Die Kunden können sich dabei an jedem Schritt beteiligen. Das Resultat ist echte Innovation," so Mornhinweg.

Stöver: 25 Prozent Wachstum bis 2020

Der Leiter der Nutzfahrzeugsparte der Opel Automobile GmbH, Tobias Stöver, betont, was für einen starken Partner Opel mit der PSA-Gruppe an seiner Seite weiß. Opel könne durch den Zugriff auf die Konzernplattformen eine Modelloffensive starten und werde künftig über alle Händler Nutzfahrzeuge verkaufen. Die globale Entwicklungsverantwortung für leichte Nutzfahrzeuge der PSA-Gruppe liege in Rüsselsheim, so Stöver. Bisher sei Opel allerdings gerade im Van-B Segment unterrepräsentiert. Mit dem neuen Combo greife man hier nachhaltig an: "Der Anteil von Opel wird stark wachsen." Der neue Combo sei als Pkw entwickelt worden, er könne mit insgesamt 18 Assistenzsystemen aufwarten und ist laut Stöver "grundehrlich und grundsympathisch".

Auf der IAA im September feiere die Kastenwagenvariante des Combo Weltpremiere, im nächsten Jahr folge der neue Vivaro, der ebenfalls auf einer Konzernplattform basieren werde. "Auch in Bezug auf den Movano haben wir was im Köcher für 2019," kündigt Stöver an. Natürlich arbeite Opel auch an der Elektrifizierung seiner Flotte – schon 2020 wolle man mit einem ersten elektrifizierten leichten Nutzfahrzeug an den Start gehen. Bis dahin verfolge man eine klare Strategie: Bis 2020 will Opel im Segment der leichten Nutzfahrzeuge um satte 25 Prozent wachsen.

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