Online-Supermarkt Picnic

Lieferung mit Elektro-Transportern

Picnic Elektro-Van Logistik Lebensmittel Lieferung Foto: Picnic

Gratislieferungen mit dem Elektro-Lieferwagen und eine perfekte Logistik sind die Markenzeichen des Düsseldorfer Online-Supermarkts Picnic.

Die tragende Rolle bei der Neuerfindung des Supermarkts spielt ein Franzose, der sich neuerdings auf elektrischen Katzenpfoten durch den Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel schleicht. Hergestellt im Südwesten Frankreichs im 600-Seelen-Dorf Burran, ist der Goupil G4 ein putziger Kleinlieferwagen, der optisch zwischen dem dreirädrigen Piaggio Ape und dem Streetscooter rangiert. Im schicken Oberkassel, wo sich für einen Ferrari niemand umdreht, ist der Goupil derzeit schwer angesagt. Das liegt nicht allein am Design. Der Lieferwagen dürfte aber mit der kurzen Schnauze und den großen Scheinwerfer-Augen bei vielen Betrachtern ein Kindchenschema ansprechen. En vogue ist das Wägelchen vor allem deshalb, weil es Singles und Familien ein neues Einkaufserlebnis verspricht.

"Mit unserem Online-Supermarkt haben wir das Shoppen neu erfunden", erklärt der Betriebswirt Frederic Knaudt, einer der drei Gründer von Picnic. Die Kunden kaufen demnach mit einer App ein, die den Rundgang durch den Supermarkt ersetzt. Zur Wahl stehen unter anderem Obst und Gemüse, Tiefkühl- und Backwaren sowie frische Produkte von örtlichen Landwirten, Bäckern und Metzgern.

Was Picnic anders macht als andere Supermärkte? "Wir bieten alle Produkte zum günstigen Preis und liefern die Bestellung gratis nach Hause", bringt der 33-Jährige die Vorteile auf den Punkt. Damit das funktioniert, ziehen die Gründer alle Register der Logistik. Für jedes Auslieferungsgebiet ist bis auf die Stunde exakt definiert, an welchem Tag und zu welcher Zeit die Lieferwagen vor Ort sind. Da jeder Wochentag andere Lieferzeiten hat, kann sich der Kunde bei der Bestellung den Tag aussuchen, der ihm am besten passt.

Seit April 2018 ist Picnic mit einem Zentrallager in Viersen und zwei Umschlaglagern in Neuss und Mönchengladbach am Start. Rund 50 Elektroflitzer drehen mittlerweile im Großraum Düsseldorf ihre Runden, am Steuer Studenten, die bei Picnic "Runner" heißen. Ihr Arbeitstag beginnt damit, dass sie den Transporter mit Lebensmittelkisten bestücken, die roten für Trockengut, die schwarzen für Kühlware. Der Startschuss für die Auslieferung fällt pünktlich um 14.30 Uhr. Bis Schichtende um 22 Uhr haben die Runner drei jeweils zwei Stunden lange Touren vor sich, bei denen sie im Schnitt 80 Kilometer zurücklegen.

Vattenfall Die Flotte wird elektrisch

Die Touren selbst plant bei Picnic kein Disponent aus Fleisch und Blut. Das wäre für ein Tech-Start-up nur Old School. Stattdessen hat man einen Algorithmus entwickelt, der für jedes Liefergebiet die optimale Reihenfolge der Adressen berechnet. Sobald ein Runner das Umschlaglager mit der Ware verlässt, erhält der Kunde automatisch per SMS oder Push-Nachricht die Info, wann er mit dem Eintreffen der Lieferung rechnen kann.

Die Runner haben dann ein Zeitfenster von 20 Minuten für die Anfahrt. Ihrem Goupil müssen sie daher kräftig die Sporen geben. Allzu sportliche Ambitionen lässt der Induktionsmotor mit seiner Leistung von zehn Kilowatt und dem maximalen Drehmoment von 57 Nanometern allerdings nicht aufkommen. Maximal 50 Stundenkilometer sind drin, was für das voll beladene Wägelchen ein ordentliches Tempo darstellt. "Für uns ist der Goupil G4 mit seiner hohen Ladekapazität geradezu ideal", schwärmt Frederic Knaudt, der bereits neue Auslieferungs­gebiete im Blick hat. Wer dann die tragende Rolle übernimmt? Le petit français, naturellement!

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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