Opel Corsa-e Fahrbericht

Jetzt funkt’s richtig

Opel Corsa-e 2020, E-Auto, Elektroauto, Kabel, Ladesäule, laden Foto: Hanno Boblenz 16 Bilder

Den neuen Opel Corsa gibt es auch als Elektroauto, mit viel Power und einem durchdachten Ladekonzept. Und er ist nicht mal teurer als der Benziner.

Der Corsa bleibt Opels Erfolgsmodell und ist in den Verkaufszahlen dem Bestseller VW Polo wieder dicht auf den Fersen. Seit kurzem fährt der kleine Opel nicht mehr nur als Benziner oder Diesel, sondern auch mit Elektroantrieb vor. Die Rahmendaten machen neugierig: 136 PS und 8,1 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h versprechen Fahrspaß, über 300 Kilometer Reichweite stehen für Alltagstauglichkeit. Und dann soll der kleine Flitzer an einer Hochleistungs-Ladesäule in nur 30 Minuten Strom für über 200 Kilometer Reichweite in seinen 50 kWh-Akku pumpen können. Dazu optionale Nettigkeiten wie das Matrix-Licht, das seine LED je nach Verkehrssituation an- und ausknipst.

Wo ist der Haken? Beim Preis womöglich? Nur auf den ersten Blick. Zwar verlangt Opel stolze 25.000 Euro (alle Preise netto) für den kleinen Stromer. Die relativieren sich aber beim Vergleich mit dem 130-PS-Benziner, der für 19.700 Euro in der Preisliste steht. Denn beim Kauf des Corsa-e gibt’s 6.000 Euro Bonus vom Staat, plus etwas mehr Ausstattung. Das macht die Rechnung für Flottenbetreiber zum Nullsummenspiel, während Fahrer von Firmenwagen durch die niedrigere Dienstwagensteuer richtig Geld sparen.

Opel Corsa-e 2019 Foto: Opel
Opel Corsa-e.

Also nix wie los zur Testfahrt: Sitz zurück, damit die langen Gräten unterkommen, Lenkrad rausgezogen – erstaunlich, wieviel Platz man hier hat. Schließlich ist der Corsa immer noch ein Kleinwagen, parkplatztaugliche 4,06 Meter kurz. Innen erklärt sich alles von selbst. Obwohl der Corsa baugleich mit dem Peugeot 208 ist, unterscheiden sich die beiden optisch deutlich. Dort der verspielte Franzose, mit verchromten Kippschaltern und tief liegendem Lenkrad. Hier der nüchterne, sachliche Rüsselsheimer. Auch bei ihm führen sechs Tasten unterm Zentralbildschirm in die wichtigsten Bedienbereiche. Dazu kommen Apps, beispielsweise um Ladesäulen zu suchen und bargeldlos Strom zu zapfen. Kollisionswarner, Spurhalter, Abstandstempomat, Totwinkelwarner, Frontkamera – alles aktiviert, es kann also losgehen.

Ein Knopfdruck und das das System fährt hoch. Wir klicken die Straßenkarte ins digitale Cockpit und surren vom Parkplatz. Vor uns liegt das Kurven-Eldorado des Odenwalds, doch wir lassen es erstmal langsam angehen, wollen das Auto in Ruhe kennenlernen. Im Eco-Modus bringt der Motor weniger Power, aber für die Stadt reicht das völlig. Allerdings wird nicht nur die Leistung des Motors reduziert, sondern auch die der Klimaautomatik. Was bei 23 Grad und strahlendem Sonnenschein wenig Spaß macht.

Opel Corsa-e 2019 Foto: Opel
So sieht der Corsa innen aus.

Der kommt dafür im Sport-Modus. Beim kleinsten Tritt aufs Strompedal schnalzt der Corsa dann 260 Nm auf die Vorderräder, sodass die Schlupfkontrolle auf feuchten Straßenabschnitten fleißig arbeiten muss. Ist es der tiefere Schwerpunkt des E-Autos? Oder das komfortabel straffe, aber sichere Fahrwerk? Oder die direkte Lenkung? Egal: Jede Kurve macht Lust auf die nächste.

Bergab bremst der Motor moderat, um die Batterie per Rekuperation zu laden. Im steilen Gelände stellen wir den Automatikhebel auf „B“ und verstärken so die Bremsleistung. Bei langen Bergabpassagen spielt das gleich einigen Kilometern mehr auf der Reichweitenanzeige. So zeigt der Bordcomputer nach 70 insgesamt eher moderat gefahrenen Kilometern Testfahrt einen Verbrauch von nur 14 kWh, was selbst für ein kleines Auto wirklich wenig ist.

Opel Corsa-e 2019 Foto: Opel
Opel Corsa-e.
Markenausblick Opel Die Zukunft ist elektrisch

Die kann der Stromer ganz einfach an der heimischen Steckdose nachladen. Wer dagegen auf öffentliche Stationen angewiesen ist oder eine Wallbox installiert hat, muss 235 Euro in ein Typ-2-Kabel investieren. Alternativ gibt’s für 605 Euro den sogenannten Universal-Charger, ein dreiphasiges Kabel mit drei Anschlüssen für Schukosteckdosen, sowie Typ-2- und Drehstromanschlüsse. Damit lädt der Corsa an öffentlichen Ladesäulen doppelt so schnell wie mit dem billigeren Typ-2-Kabel. Da bei den meist entlang der Autobahnen aufgebauten High-Speed-Ladern die Strippe direkt an der Ladesäule verbaut ist und der Corsa serienmäßig einen passenden CCS-Anschluss hat, steht auch längeren Reisen nichts im Weg.

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