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Foto: Mercedes

Plug-in Hybrid für Mercedes C- und E-Klasse

Sauber mit Diesel und Strom

Mercedes kombiniert künftig auch Dieselaggregate mit Elektromotoren. Die neuen Plug-in Hybride kommen noch 2018 für C- und E-Klasse.

Ein Plug-in Hybride als Firmenwagen? Da winken viele Fuhrparkleiter ab. Zumindest, wenn ihre Kollegen Vielfahrer sind. Nach 30, spätestens 40 Kilometern ist in der Regel Schluss mit elektrischem Vortrieb. Danach spritzen die Maschinen teures Superbenzin in die Brennräume.
 
Dieses Manko will Daimler lösen. Auf dem Genfer Autosalon stellt Mercedes eine neue Plug-in-Motorengeneration für C- und E-Klasse vor, die den Elektroantrieb mit einem Dieselmotor kombiniert. C 300 d e und E 300 d e, wie die Modelle heißen, sollen noch im Spätsommer 2018 ausgeliefert werden.

194 Diesel-PS plus 122 PS starker E-Motor

Die modular aufgebauten Aggregate passen nicht nur in C- und E-Klasse, sondern lassen sich bei vielen Modelle mit Heckantrieb einsetzen. Als Basis verwendet Mercedes den intern unter der Nummer OM 654 geführten Vierzylinder-Diesel. Dieser 194 PS starke Vierzylinder wird mit Neungang-Hybridgetriebe gekoppelt. Der 90 kW (122 PS) starke E-Antrieb soll für 140 km/h gut sein und besonders effizient arbeiten. „Unter realen Fahrbedingungen kommt man gut 50 Kilometer weit“, verspricht Michael Weiss, Leiter E-Drive Plattform Elektromobilität bei Daimler.
 
Ermöglichen soll dies eine Lithium-Ionen-Batterie im Heck der Autos, die 13,5 kWh Energie speichert. Da die Ladeleistung des Onboard-Laders von 3,6 kW auf 7,2 kW verdoppelt wurde, soll sich die Batterie an einer Wallbox nun in gut zwei Stunden vollständig laden lassen. An einer üblichen Haushaltssteckdose ist der Akku nach rund sieben Stunden wieder voll.
 
Auch oder gerade im Plug-in Hybriden setzt Mercedes auf vernetzte Bordsysteme. Sie sollen helfen, die elektrische Reichweite zu steigern. So verknüpfen sie beispielsweise die Streckendaten des Navigationssystems mit den Informationen von Kamera und Radarsensor. Sie schauen also weit voraus und stellen die Motorsteuerung auf Geschwindigkeitsverlauf und Streckenprofil ein. Außerdem weiß das System, wieviel Strom das Auto in der Regel in den verschiedenen Fahrsituationen verbraucht. In der Stadt etwa oder auf der Autobahn. Sobald der Fahrer also seine Route eingibt, berechnet das Fahrzeug anhand des Streckenverlaufs, ob der Batteriestrom dafür reicht.

Fahrtipps für höhere Reichweite

Am Ende hängt’s aber doch vom Fahrstil ab, wie weit der Wagen tatsächlich kommt. Wer sich auf die Technik einlässt und beim vorausschauenden Fahren helfen lässt, kann noch ein paar E-Kilometer herausholen. Denn die Navi kennt Tempolimits. Sie weiß, dass hinter der nächsten Kurve eine Ortsdurchfahrt wartet. So kann sie dem Fahrer rechtzeitig entsprechende Hinweise ins Cockpit spielen.
 
Zusätzlich erstellt der sogenannte Eco-Assistent permanent Ausrollsimulationen, sobald der Fahrer vom Gas geht. Dann berechnet die Elektronik blitzschnell anhand des Ladezustands der Batterie und der Verkehrssituation, ob der Wagen im Segelmodus ungebremst weiterrollen soll. Oder ob der E-Motor das Auto abbremst und die Batterie auflädt. Zusätzlich gibt’s den Hinweis „Fuß vom Gas“ im Zentraldisplay oder im Head-up-Display, immer in Kombination mit Anzeigen wie „Kreuzung voraus“ oder „Gefälle voraus“.

Strom sparen oder Performance: Vier Hybrid-Betriebsmodi

Wie bei den meisten Plug-in Hybride können auch die Fahrer von C- und E-Klasse aus vier Fahrmodi wählen. Neben der Standardeinstellung, die alle Funktionen nutzt, gibt es eine Einstellung für rein elektrisches Fahren. Außerdem kann der Fahrer die Batterie während der Fahrt laden oder den Ladezustand einfrieren, falls er den Strom am Ende der Fahrt benötigt.

Die Kombination aus sauberem Diesel – der Selbstzünder erfüllt die neueste Abgasnorm Euro 6d-Temp – sowie Elektroantrieb dürfte Mercedes genau die Anforderungen der Flottenbetreiber treffen. Sie wollen, dass ihre Geschäftswagen sauber in der Stadt und sparsam auf der Strecke unterwegs sind. Noch schweigt sich Mercedes über der Preis der Steckdosen-Antriebe aus. Knapp 50.000 Euro netto werden voraussichtlich aber schon auf der Rechnung eines E 350 d e stehen

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Datum

5. März 2018
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