Porsche Taycan Cross Turismo im Fahrbericht

Elektro-Eiltransporter

Foto: Porsche 23 Bilder

Der Porsche Taycan Cross Turismo will mehr sein als nur ein schnöder Elektro-Kombi. Mit drei Zentimetern mehr Bodenfreiheit als der normale Taycan und mit Allradantrieb schafft er auch den steinigen Weg zur Berghütte.

Der Porsche Taycan ist das Rennrad unter den Elektroautos. Schnell, auch für weite Strecken gut, aber mit wenig Bodenfreiheit und flachem Heck manchmal einfach nicht so richtig praktisch. Das dachten sich wohl auch die Marketingstrategen, als sie den Taycan Cross Turismo entwarfen. Ein schnöder Kombi wäre zu einfach gewesen und würde womöglich dem Panamera Sport Turismo Kunden wegnehmen, also kommt hier das Kombiheck zusammen mit Rustikal-Optik.

Drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit, immer Allradantrieb

Drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit als der flache Taycan hat der Cross Turismo zu bieten und damit die entscheidende Luft unterm Boden, wenn es bei der Urlaubsanfahrt zur Berghütte mal eng wird. Der eigentliche Mehrwert versteckt sich aber nicht in den Federn, sondern in der Karosserieform. Die Heckklappe steht nämlich nicht nur steiler, sie gibt vor allem eine größere Öffnung frei. So passen auch etwas größere Gepäckstücke ohne Einfädeln hinein. Während der Kofferraum bei stehenden Rücksitzlehnen kaum größer ist als in der Limousine, offenbart sich bei umgelegten Sitzen mit 1.212 Litern maximalem Laderaum eine ganz passable Fläche für Sperrgepäck. Wem bisher bei der Dienstwagenbestellung ein Taycan verwehrt wurde, weil er zu sehr Sportwagen sei, könnte mit diesen neuen Qualitäten ja vielleicht mehr Glück bei der Fuhrparkleitung haben. Spätestens das Argument, dass nun hinten dank knapp fünf Zentimetern mehr Kopffreiheit auch größere Kollegen bequem sitzen können, sollte überzeugen.

Foto: Immanuel Schneeberger

Immerhin sollte es am Aufpreis nicht scheitern: Knapp 1.300 Euro (alle Preise netto) kostet die rustikale Version des Taycan ausstattungsbereinigt mehr als die zivilen Geschwister. Immer dabei ist der große Akku. Er fasst 93,4 kWh, davon sind 83,7 kWh nutzbar – genug für 300 Kilometer flotte Fahrt. Laut Norm reicht der Strom gar bis zu 460 Kilometer. Denn der Kombi ist ebenso im Windkanal optimiert wie die Limousine. Mit ihr teilt er sich auch die Antriebsvarianten: Beim Taycan 4 geht es los, über den 4S und den Turbo steigt die Leistung bis zum Turbo S in schwindelerregende Höhen.

Auch die Einstiegsvariante hat ordentlich Saft

Wir fuhren zuerst einmal die Einstiegsversion. Hier verbirgt sich die eine echte Neuigkeit: Erstmals gibt es für sie Allradantrieb. Mit 380 PS geht es trotz 2,3 Tonnen Leergewicht recht flott voran. Im Sport Plus Modus und bei aktivierter Launch Control sind es sogar maximal 476 PS. Das reicht fürs Porsche-Gefühl, und in Verbindung mit den 20-Zoll-Rädern samt hoher Reifenflanken gleitet der Cross Turismo leise und wohlgedämpft über Straßen aller Art. Sein Luftfahrwerk macht dabei das hohe Gewicht in Kurven schnell vergessen – wobei wir da etwas einschränken müssen. Der Testwagen verfügte über den hydraulischen Wankausgleich PDCC für 2.750 Euro, die lastabhängige Kraftverteilung an der Hinterachse für 1.250 Euro sowie die Allradlenkung für 1.960 Euro. Alles Extras, die einen großen Einfluss auf die gefühlte Fahrdynamik haben.

Foto: Porsche

Das bringt uns zu einem interessanten Thema: Obwohl der Cross Turismo qua Herkunft kein Schnäppchen ist, fehlen einige fast schon zwingende Punkte auf der Ausstattungsliste. Dazu zählt für mehr Sicherheit das LED-Matrix-Licht für 2.420 Euro ebenso wie der Abstandstempomat für 1.470 Euro, aber auch alltagsrelevante Dinge wie eine Wärmepumpe für 650 Euro oder ein Programm, das die Autoeinstellungen an die gewählte Route anpasst für 240 Euro. Immerhin kann die letzte Option auch noch nachträglich geordert werden.

Ist all das an Bord, findet man kaum Kritikpunkte. Die Navigation sagt einem schon zu Beginn, wie viel Akkukapazität am Ende der Reise noch übrig sind. Wenn es knapp wird, schlägt sie passende Ladepunkte oder eine eingeschränkte Klimatisierung vor. Wer einen Schnelllader ansteuert, aktiviert damit automatisch auch die Akkutemperierung, damit hohe Ladeleistungen klappen.

Schnell fahren, schnell laden

Denn an der Ladesäule versteckt sich nach wie vor der wahre Vorsprung des Taycan: Mit bis zu 270 Kilowatt kommt Nachschub in den Akku. Im Test ergab das dann innerhalb von 10 Minuten gut 34 Kilowattstunden – genug für 150 Kilometer Strecke. Wer freilich mit 200 über die Autobahn bläst, schafft es auch, den Akku in 200 Kilometern zu leeren. Ist aber halb so schlimm, wenn der Ladevorgang von fünf auf 80 Prozent nur 23 Minuten dauert. Wer zwischendurch mal bremsen muss, tut das laut den Porsche-Entwicklern übrigens in 98 Prozent der Fälle mittels Rekuperation. Das führt zu einem Kuriosum: Die Bremsbeläge haben ein Wechselintervall und wollen alle sechs Jahre ausgetauscht werden.

Foto: Immanuel Schneeberger

Für die Ewigkeit gebaut soll hingegen der neue Fahrradträger sein. Er wurde speziell für den Taycan Cross Turismo entwickelt, steht also nicht auf einer Anhängekupplung, sondern wird direkt an der Karosserie befestigt. Der Porsche-Pressetext ist so zu verstehen, dass selbst die wildesten Fahrmanöver seiner Last nichts anhaben können. Natürlich packt er nicht nur leichte Gravel-Bikes, sondern auch zwei ausgewachsene Pedelecs mit 50 kg – der Cross Turismo ist ja selbst kein Leichtgewicht. Mit 40 Prozent Verkaufsanteil soll er auch einen gewichtigen Anteil in der Porsche Modellpalette annehmen. Davon werden die meisten Kunden den 4S mit maximal 571 PS wählen – wir meinen, es reicht auch die Basisvariante mit ein paar schicken Extras. Zu günstig wird es auch dann nicht: Der Testwagen hatte Sonderausstattung im Wert von knapp 36.000 Euro an Bord.

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