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Porsche verabschiedet sich vom Diesel

E-Motoren statt Selbstzünder

Porsche Panamera Foto: Porsche

Porsche will künftig keine Autos mit Dieselmotoren mehr verkaufen. Stattdessen setzt man auf E-Autos und Plug-in Hybride.

Der Diesel stirbt nicht nur von unten, sondern auch von ganz oben, wie jetzt das Beispiel Porsche zeigt. Der Sportwagenhersteller hat seinen bereits 2017 in Aussicht gestellten Ausstieg aus dem Diesel nun endgültig beschlossen. Wie das Unternehmen am Wochenende mitteilte, sollen stattdessen bis 2022 sechs Milliarden Euro in die Entwicklung elektrisch angetriebener Modelle investiert werden. Bis zum Jahr 2025 hofft man, jedes zweite Auto mit batterieelektrischem Antrieb oder als Plug-in-Hybrid auszuliefern.

Bereits seit Februar 2018 hat Porsche die Produktion der Dieselversionen für die Baureihen Macan, Cayenne und Panamera eingestellt. Dieses vorläufige Aussetzen hat ab sofort finalen Charakter, denn eine Wiederaufnahme der Produktion von Dieselfahrzeugen wird es nicht geben. In einer Stellungnahme sagte Porsche-Chef Oliver Blume: „Porsche verteufelt den Diesel nicht. Er ist und bleibt eine wichtige Antriebstechnologie. Für uns als Sportwagenhersteller, bei dem der Diesel traditionell eine untergeordnete Rolle gespielt hat, sind wir zu der Überzeugung gelangt, künftig ohne Diesel auskommen zu wollen.“

Historisch betrachtet wird das Diesel-Kapitel damit für Porsche eher eine Art Randnotiz bleiben. Einer Einführung hat der Sportwagenhersteller lange widerstanden, obwohl das im Jahr 2002 gestartete SUV-Modell Cayenne eigentlich für den Einsatz eines Selbtszünders prädestiniert war. Doch der einstige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erteilte ihm über Jahre hinweg immer wieder eine Absage. Aus markstrategischen Erwägungen heraus wurde allerdings 2009 das Motorenangebot der ersten Cayenne-Generation um einen V6-Diesel aus dem Regal des VW-Konzerns erweitert. Bei der 2010 eingeführten zweiten Generation des Cayenne stand der Dieselmotor bereits zum Marktstart zur Verfügung und wurde in manchen Märkten sogar der mit Abstand wichtigster Antrieb. In Deutschland etwa stieg bei dem SUV-Modell der Dieselanteil auf zwischenzeitlich über 80 Prozent. Gerade fürs Flottengeschäft war der Diesel extrem wichtig, bescherte Porsche viele neue Kunden.

Fast 20 Prozent Marktanteil

Beim 2009 eingeführten Panamera wurde der Diesel 2011 nachgereicht, beim Kompakt-SUV Macan war er vom Start im Jahr 2014 dabei. Auch wenn der Selbstzünder für diese drei Baureihen in einigen Märkten große Bedeutung bekam, blieb er global gesehen eher Nischenprodukt. So wurde er in den wichtigen Märkten China oder USA nie angeboten. Lag 2016 der Gesamtanteil dieses Antriebs bei allen verkauften Porsche noch bei 17 Prozent, fiel er im vergangenen Jahr auf 12 Prozent.

Dieser deutliche Rückgang steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal, von dem auch Porsche betroffen ist. In den besagten Baureihen des Sportwagenherstellers wurde ebenfalls die Schummelsoftware eingesetzt. Trotz des jetzt angekündigten Ausstiegs will Porsche laut Blume seine von Rückrufen betroffenen Kunden professionell betreuen.

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