Rangliste Crossover Top 5 der kompakten SUV

VW T-Roc 2022 Foto: VW 5 Bilder

Keine andere Klasse wächst stärker als die kompakten SUV. Warum das Segment so erfolgreich ist, welche Modelle die Rangliste der Top 5 anführen – und was diese können.

Die Autoszene in Deutschland ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Hier die SUV, dort der Rest. So überspitzt lässt sich das tatsächlich mittlerweile herunterbrechen. Im vergangenen Jahr hat das Segment der SUV mit 778.139 Zulassungen bereits einen Marktanteil von 29,3 Prozent erreicht. Ein Plus von 16,6 Prozent. Rechnet man die größeren SUV und Crossover dazu, liegt der bei über 40 Prozent. Nicht schlecht für eine Autogattung, die es vor knapp 30 Jahren noch gar nicht gab.

Erfolgsformel kompakte Crossover

Die Babyboomer unter den SUVs sind die kompakten Crossover, die der Golfklasse längst den Rang abgelaufen haben. Ihre Erfolgsformel ist simpel: Sie sind nicht zu groß, nicht zu teuer, variabel, haben genügend Platz und vor allem eine höhere Sitzposition. Sie gelten längst als die coolere Alternative zu den klassischen Kompakten.

VW T-Roc: König der kleinen SUV

Das Segment bis 4,50 Meter führt ganz souverän ein Wolfsburger an. Mit 59.942 verkauften Einheiten ist der VW T-Roc (ab 20.457 Euro) (alle Preise netto) uneingeschränkt König der kleinen SUVs. Unterhalb des Tiguans spielt er die Rolle des Volks-SUV. Der 4,23 Meter lange T-Roc steht auf der Golf-Plattform und nutzt dessen Technik. Also Assistenzsysteme, Fahrwerk, Motoren. Der recht bescheidene Zuwachs zu 2021 von nur 2,6 Prozent liegt wohl darin begründet, dass der T-Roc nicht mehr ganz taufrisch ist (kam bereits 2017) und elektrifizierte Antriebe meidet. Vier Benziner (ab 110 PS) und zwei Diesel (ab 116 PS) stehen zur Wahl. Wer will, kann den Bestseller mit Allrad bestellen, als 300 PS starke Sportsrakete und sogar als Cabriolet.

VW T-Roc Facelift (2022)
Mehr Qualität im Innenraum

Cupra Formentor: sportliche Optik

Der Titel "Aufsteiger des Jahres" gebührt dem Cupra Formentor (ab 150 PS und 29.857 Euro). Der Crossover fährt bis auf Platz zwei des Segments vor. Die stylische Seat-Tochter verkaufte 32.638 Stück, ein Plus von 85,4 Prozent. Mit auffällig sportlicher Optik und bewährter Technik aus dem VW-Regal hat sich der Formentor ins Straßenbild gedrängelt, manche Quellen führen ihn bereits als meist geleastes Fahrzeug im Lande - was sicher auch an den wohl subventionierten Raten liegt. Eine Marketingmaßnahme, die den Erfolg des Formentor fraglos beschleunigt hat. 65,4 Prozent aller Kunden wählten einen der beiden Plug-in-Hybriden. Neuer Star im Stall ist der VZ5 mit 390 PS starkem Fünfzylinder von Audi.

Cupra Formentor VZ5 im Fahrbericht
Audi-Power aus Spanien

Opel Mokka: fairer Preis

Mit 30.286 Einheiten hat der Opel Mokka (ab 100 PS und 19.487 Euro) sein zweites, volles Verkaufsjahr erfolgreich abgeschlossen. Immerhin 44,1 Prozent machten ihr Kreuzchen beim Mokka-e mit 136 PS starkem Elektroantrieb. Die Reichweite der 50 kW/h-Batterie von bis zu 324 Kilometern sowie der faire Preis (ab 31.638 Euro) halfen sicher bei der Entscheidung. Aber auch das neue Markengesicht mit dem "Vizor"-Frontdesign, das problemlose Fahrverhalten mit direkter Lenkung und das endlich zeitgemäße Infotainment verbuchten Pluspunkte im Fanlager. Größenmäßig hat der Mokka ein Downgrade hinter sich. Mit 4,15 Meter ist er fast 13 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, zudem flacher. Was dynamischer ausschaut, bedeutet natürlich weniger Platz für Insassen und Gepäck. Insgesamt stehen drei Dreizylinder-Benziner in der Preisliste sowie ein Vierzylinder-Diesel.

Opel Mokka-e
Scheinriese unter Strom

VW T-Cross: hochgelegter Polo

Auf den Selbstzünder verzichtet unsere Nummer vier im Ranking komplett. Der VW T-Cross (ab 95 PS und 17.936 Euro) vertraut auf drei Benziner, zwei Dreizylinder sowie einen Vierzylinder und verweigert sich noch immer jeglicher elektrischen Unterstützung. Was zweifellos auch das Minus von 13,6 Prozent zum Vorjahr erklärt. Mit einer Länge von 4,11 Meter ist der T-Cross noch ein wenig kleiner geraten als der Mokka. Denn eigentlich ist er ein hochgelegter, etwas abenteuerlicher eingekleideter Polo. Dafür geht es innen gar nicht mal so beengt zu, zudem lässt sich die Rückbank um 14 Zentimeter verschieben. Wer sich für einen T-Cross entscheidet, muss sich mit recht einfachen Kunststoffen im Innenraum arrangieren, die VW teilweise mit bunten Dekors kaschiert. Insgesamt aber begleitet der sichtbare Sparkurs den T-Cross an vielen Ecken und Kanten. Auf der anderen Seite ist auch der Polo-SUV ein typischer VW. Mit direkter Lenkung und problemlosen Manieren im Alltag.

VW T-Cross 2022 Foto: VW
Der VW T-Cross belegt den vierten Rang in den 2022er Crossover-Verkaufscharts.

Hyundai Kona: zweite Generation noch in diesem Jahr

Diese bietet ohne Wenn und Aber auch die Nummer 5 der Topsellerliste. Der Hyundai Kona wurde 2017 vorgestellt und 2021 dann behutsam modellgepflegt. Wie der T-Cross muss er langsam Federn lassen. 25.975 Einheiten bedeuten ein Minus von 13,4 Prozent. 51,8 Prozent griffen 2022 zum Kona Elektro, den Hyundai in zwei Leistungsstufen (100 und 150 kW) und mit zwei Batteriegrößen (39,2 und 64 kWh) ab 30.588 Euro anbietet. Zudem gibt es fünf Benzinvarianten, auch mit Mild-Hybrid und 48 Volt-Technik ab 120 PS und 17.436 Euro. Das pralle Angebot mit fünf Ausstattungslinien bis hin zum sportlichen N-Line Performance mit 280 PS steht sicherlich für den Erfolg des Koreaners. Dazu eine Fünfjahresgarantie, eine üppige Ausstattung mit vielen Assistenzsystemen und einfacher Bedienung. Platz im Fond und Kofferraum zählen eher nicht zu den Highlights des Kona. Bereits in diesem Jahr soll die zweite Generation zu den Händlern rollen. Gewachsen auf 4,36 Meter, mit bewährter Technik, aber optisch deutlich spannender und dynamischer.

Hyundai Kona N
Hochbeiner auf Steroiden
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