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Foto: Michael Kern

Reifenprofil

Qualität zählt mehr als Profiltiefe

Michelin rät dazu, Reifen aus Umweltschutzgründen länger zu fahren. Das funktioniert aber nur mit ausgewählten Fabrikaten.

Reifenmanagement ist eine zentrale Aufgabe im Fuhrpark: Haben die Reifen eine gewisse Profiltiefe erreicht, müssen neue Schlappen her. In der Regel gilt das bei drei Restmillimetern. Jetzt aber sind neue Töne zu hören, ausgerechnet von einem Reifenproduzenten. Michelin rät, die Pneus bestimmter Marken länger und weiter bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter zu fahren. Das belaste die Umwelt weniger und senkt die Kosten. Die Unternehmensberatung Ernst & Young schätzt, dass Europas Autofahrer durch zu frühe Reifenwechsel rund sechs Milliarden Euro jährlich verschenken.

Interne Tests der Franzosen hätten gezeigt, dass mit abgefahrenen Reifen auch an der Nutzungsgrenze noch hervor­ragende Eigenschaften bei nasser und trockener Fahrbahn erzielt werden. Hierbei geht es Michelin nicht nur um die eigenen Produkte, sondern auch die der anderen Marken von Premiumherstellern oder aus dem mittleren Preissegment. Wichtig sei jedoch beim Kauf auf die Qualität zu achten, denn die ist wichtiger als die Profiltiefe

Qualität zahlt sich aus. Markenreifen bremsen besser und halten länger. Und man kann sie weiter herunterfahren als Billigprofile.

Billigreifen haben eine deutlich schlechtere Performance

FIRMENAUTO probierte es mit unterschiedlichen Reifen auf dem Michelin-Testgelände im französischen Ladoux: Um Marke und Typ nicht zu erkennen, wurden alle Reifen getarnt. Und es stimmt: Beim ausgiebigen Nässetest mit abgefahrenen Marken- und einem nagelneuen Billigreifen zeigten alle eine gleich gute Performance. Doch je weiter der
Billigreifen abgefahren wird, desto drastischer baut er ab. Auf trockener Fahrbahn ist man mit abgefahrenen Qualitätsreifen wesentlich sicherer unterwegs,
sowohl im Handling als auch beim Bremsen. Reifentests stellen das so allerdings nicht dar, sie vergleichen nur Neureifen. Darum fordert Michelin alle anderen Hersteller und Fachzeitschriften auf, nicht nur neue, sondern auch abgefah­rene Reifen zu testen, damit der Kunde besser vergleichen kann.

Das Engagement von Michelin ist lobenswert. Wer Reifen länger fährt, schont die Umwelt und senkt den Verbrauch. Schließlich sind Öl oder Naturkautschuk nicht unbegrenzt verfügbar. Doch der Reifen ist die einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße. Und unsere Fahrer sind auch bei Regen meist deutlich schneller als mit Tempo 80 unterwegs. Was, wenn der mit Mischbereifung ausgerüstete Dienstwagen ins Aquaplaning gerät? Da hilft neben einer umsichtigen Fahrweise wiederum nur eins: reichlich Profiltiefe.

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Datum

14. August 2017
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