Renault Arkana (2021) im Fahrbericht

Schräger Typ mit Charakter

Foto: Immanuel Schneeberger 21 Bilder

SUV-Coupés sind bisher eine Domäne der deutschen Premiumhersteller. Mit dem Renault Arkana wollen die Franzosen die Idee jetzt demokratisieren – klappt das für Fuhrparks auch ohne Diesel und Plug-in Hybrid?

Globale Auto-Welt, kurz erklärt: Der Renault Arkana feierte zunächst in Russland seine Weltpremiere und wird dort seit geraumer Zeit verkauft – auf Dacia-Plattform. Vor einem Jahr dann erblickte er das Licht der südkoreanischen Welt auf Renault-Captur-Basis als Samsung XM 3, bevor er seit Oktober in Chile wiederum als Renault auf die Straße kam. Und nun ist wohl auch der deutsche Markt bereit für den globalisierten Franzosen – hierzulande rollt das SUV-Coupé als Renault Arkana zu Händlern und Kunden.

Foto: Immanuel Schneeberger

Grund genug, sich das Gebilde einmal näher anzuschauen. Designtechnisch folgt der Arkana der aktuellen Designlinie der Franzosen, nimmt schon das eine oder andere Element des Kadjar-Nachfolgers vorweg. Das flache Heck verhilft dem Auto zu einem flotten Abgang. Mit 4,57 Metern Länge und 1,57 Metern Höhe platziert Renault den Neuzugang mitten im sogenannten C-SUV-Segment – dort also, wo seit Jahren die Kundenzahlen steil ansteigen. Auch in Fuhrparks weichen die Vorbehalte gegenüber den Hochbeinern zusehends auf, da viele Dienstwagenberechtigte nach den modischen Autos verlangen.

Foto: Renault

Der Arkana kann aber mehr als nur hübsch aussehen. Innen kombinieren die Designer den aufrecht stehenden Bildschirm samt logischer Menüstruktur mit digitalen Instrumenten und sauber verarbeiteten weichen Kunststoffen zu einem gefällig gestalteten Cockpit. Die Sitze der höchsten Ausstattung RS-Line sind bequem wie Sessel, wenn auch ihre Schenkelauflage deutlich zu kurz ausfällt, und auf den Rücksitzen können zwei Erwachsene auch längere Strecken überstehen. Zumindest, wenn sie nicht wesentlich über 1,80 Meter messen, sonst müssen sie eben den Kopf einziehen. Der Mittelplatz taugt nur als Notlösung, er ist schmal und eine ausziehbare Kopfstütze fehlt. Im großen Gepäckraum findet Reisegepäck in 513 Litern Volumen Platz, ein erheblicher Anteil davon allerdings über dem herausnehmbaren Ladeboden – der für eine ebene Ladekante eingebaut sein sollte. Alltag kann der Neue aus Südkorea also ganz gut, zumindest solange er ins Fahrprofil mancher Dienstwagennutzer passt.

Steuersparende Plug-in Hybride für Dauerpendler hat Renault nämlich ebenso wenig vorgesehen wie spritsparende Diesel für die Langstrecke. Den Start im Handel und in unserem ersten Testwagen macht erst einmal ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 140 PS, Siebenstufen-Doppelkupplung und 12-Volt-Mildhybrid – in Rollphasen ruht der Benziner also. Ansonsten geht er seiner Arbeit sehr zurückhaltend nach, was gut für die Geräuschkulisse und ok für den Vortrieb ist. Es geht vorwärts, zwar nicht dynamisch, aber ausreichend schnell, und die acht Liter Verbrauch laut Bordcomputer auf unserer ersten flotten Runde durch Rheinland und Eifel sind gerade noch im akzeptablen Bereich. Ansonsten bereitet der Arkana wenig Sorgen: Kurven kann er mit wenig Untersteuern und genügend Gefühl in der Lenkung, Schlaglöcher federt er ordentlich weg, erst bei höherem Autobahntempo stört dann der Wind das leise Reisen. Dann steigt aber auch der Verbrauch in luftige Höhen – die Stirnfläche lässt grüßen.

Foto: Renault

Das dürfte der im Sommer folgende Hybrid vor allem in der Stadt besser können. Er ist aus dem Kleinwagen Clio bekannt und kommt auf 143 PS – davon stammen allerdings nur 91 PS vom Benziner. Den Rest steuert ein E-Motor zu, der sich aus einer 1,2-kWh-Batterie speist. So sind in der Stadt und eventuell noch ein paar Zehntel weniger Verbrauch zu erwarten. Auf der Autobahn hat der Motor nicht viel zu gewinnen. Da dürfte der stärkere Benziner mit 160 PS bessere Karten haben, der ebenfalls im Sommer folgt.

Insgesamt empfiehlt sich der Arkana also für User-Chooser mit liberaler Dienstwagenregelung, die nicht allzu viel beruflich unterwegs sind – eine Art Corona-Mobil also mit Platz für die Familie. Der Preis macht den Wünschen dabei keinen Strich durch die Rechnung, bei 23.403 Euro (alle Preise netto) geht es los. Bereits bei der Intense (Aufpreis 1.800 Euro) sind neun der zwölf Assistenzsysteme Serie, weitere 2.200 Euro bringen die voll ausgerüstete RS-Line auf den Bildern zum Kunden. Für den Hybrid verlangt Renault 2.100 Euro Aufpreis und rechnet mit einem Verkaufsanteil von etwa 50 Prozent. Gut möglich, dass das Weltauto auch hierzulande den ein oder anderen Dienstwagenfahrer zu Renault lockt.

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