Renault Clio E-Tech Hybrid (2021) Test

Kraft der drei Motoren

Renault Clio 2021, E-tech, Hybrid Foto: Renault 9 Bilder

Der 140 PS starke Renault Clio Hybrid kombiniert zwei E-Motoren mit einem Benziner und soll nur 4,1 Liter verbrauchen. Klappt das?

9.000 Euro Prämie für ein E-Auto, das ist beim Kauf eines Kleinwagens ein echtes Pfund. Da haben es Verkäufer von Renault schwer, Kunden für den Clio zu begeistern. Denn den gibt’s nicht als Elektroauto. Stattdessen will ihn Renault Fuhrparkbetreibern mit einem sparsamen Hybridantrieb schmackhaft machen.

Da der Steckdosenanschluss fehlt, bekommen Hybride keine Umweltprämie, aber dafür sollen Kunden Kosten durch den geringen Spritverbrauch sparen. Nur 4,1 Liter auf 100 Kilometer, so versprechen die Franzosen, verbrauche der 140 PS starke Clio Hybrid in der Version Intens. Außerdem bleibt er mit 91 Gramm CO2 unter der in vielen Ländern für die Kfz- oder Dienstwagensteuer magischen 100-Gramm-Marke.

Erstmal aber müssen Flottenbetreiber tief in die Tasche greifen. Bei gut 19.000 Euro (alle Preise netto) startet der Clio E-Tech 140, ist damit das teuerste Modell der Baureihe. Unser Testwagen in der besseren Ausstattung Intens (Klimaautomatik, Online-Multimediasystem, schlüsselloser Zugang und einige optische Nettigkeiten) kommt sogar auf etwas über 21.000 Euro. Weitere Goodies wie 17-Zöller, Metallic-Lackierung, Navigation und mehr können den Preis auf über 23.000 Euro treiben und damit in Regionen eines gut ausgestatteten Kompaktwagens.

Renault Clio 2021, E-tech, Hybrid Foto: Renault
Für ein kleines Auto hat der Clio einen ganz schön großen Bildschirm.

Allerdings betreiben die Franzosen unter der Motorhaube einigen Aufwand. Dort kombinieren sie einen 1,6-Liter-Motor mit zwei Elektromotoren und einer kleinen Lithium-Ionen-Batterie. Der Saugbenziner liefert 91 PS, die E-Aggregate 20 und 49 PS. Zusammen ergibt das eine Systemleistung von 140 PS. Die Idee: Das Auto soll möglichst häufig rein elektrisch fahren, oder zumindest unterstützt vom E-Motor. Allerdings reichen die 1,2 kWh Kapazität des Akkus für maximal vier Elektro-Kilometer, auch weil nur die halbe Kapazität genutzt wird.

Die Batterie wird über den kleineren E-Motor geladen, der eigentlich ein Startergenerator ist und Bremsenergie in Strom wandeln kann. Das klappt wie immer bei Vollhybriden am besten in der Stadt, wo der Wagen häufig auf Ampeln zurollt und dann elektrisch wieder anfährt. Aber auch über Land schaltet der Clio häufig in den E-Modus und zeigt dies mit einem grünen EV-Symbol im Cockpit an. Bis zu 75 km/h sind elektrisch drin.

Das Ganze funktioniert völlig ruckfrei und ohne, dass die Passagiere etwas davon spüren oder hören. In den reinen Elektro-Betrieb, etwa zum Ausparken oder Nach-Hause-Schleichen, schaltet das System allerdings erst, wenn der Motor richtig warm gefahren ist. Selbst bei vollem Akku ändert daran auch der Druck auf die EV-Taste nichts: „EV-Mode nicht verfügbar“ meldet das Info-Display. Wer also im Winter nur drei, vier Kilometer ins Büro fährt, verbraucht kaum weniger als mit dem normalen Turbobenziner. Ist der Wagen länger unterwegs, drückt das den Verbrauch auf Werte um die 5,5 Liter in der Stadt und knapp über 6,0 Liter auf Landstraßen. Was immer noch weit entfernt von den Werksangaben ist.

Als Spritsparwunder entpuppt sich der Clio E-Tech also nicht. Die wahren Qualitäten des Franzosen liegen woanders: Der leise Antrieb und sein kräftiger Antritt – 140 PS, da geht doch was – vermitteln den Fahrspaß, den man sich von der flotten Optik erhofft. Der bleibt in vielen Hybridmodellen nämlich auf der Strecke. Dort fühlt sich Autofahren manchmal schrecklich vernünftig an, schmeckt nach Graubrot, wenn man doch viel lieber in ein knuspriges Baguette beißen würde. Hybride nerven gerne mit Motoren, die beim Beschleunigen am Drehzahlbegrenzer entlangorgeln. Im Clio funktioniert das Zusammenspiel aus Verbrenner, E-Motor und stufenlosem CVT-Getriebe besser, angenehmer, weil unaufgeregter. Man kann lässig cruisen, es aber ebenso laufen lassen.

Mit dem Clio trifft Renault genau den Zeitgeist: Er ist jung, schick, dynamisch und praktisch. Vorne großzügig, hinten eher eng geschnitten, aber mit einem vernünftig dimensionierten Kofferraum. Die Designer haben ein modernes Interieur samt riesigem Bildschirm mit einer vernünftigen Bedienlogik kombiniert. Man sitzt gut, hat ausreichend Platz, kann sein Handy kabellos laden, ist ständig online und kann sich auf die üblichen Assistenten wie Parksensoren, Abstandstempomat oder Totwinkelwarner verlassen (zwei Pakete, zusammen 1.260 Euro). Als weitere Sonderausstattung empfehlen wir unbedingt die Lackierung Valencia-Orange. Nicht nur an grauen Wintertagen oder in trüben Corona-Zeiten wird der Clio damit zum Lichtblick auf dem Firmenparkplatz.

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