Renault Strategie 2021

Vollstrom voraus

Mégane eVision Foto: Renault

Viele beschäftigt noch immer die Frage, ob sich das E-Auto durchsetzen wird. Nach Ansicht des Renault-Deutschland-Chefs Uwe Hochgeschurtz hat es das bereits getan. In wenigen Jahren soll es sogar alternativlos sein.

2020 hat das E-Auto wohl den Durchbruch geschafft, was sich am Beispiel Renault zeigt, denn der batterieelektrische Kleinwagen Zoe ist mit über 30.000 Neuzulassungen zum bestverkauften Modell des Herstellers hierzulande aufgestiegen, wie Renaults Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz betonte. Für den Manager befindet sich das Elektroauto bereits auf der Siegerspur: "Die E-Mobilität hat die Nische verlassen und wird in diesem Jahrzehnt zur führenden Antriebsart aufsteigen", so Hochgeschurtz. "2020 hat in Deutschland der absolute Paradigmenwechsel zur Elektromobilität stattgefunden."

Auch wenn sich der aktuelle E-Auto-Boom auf einen kräftig erhöhten Umweltbonus zurückzuführen lässt, wird sich die batterieelektrische Antriebstechnik nach Ansicht von Hochgeschurtz mittelfristig selbst ohne Subventionen durchsetzen. "Es gibt kein Zurück mehr, das batterieelektrische Fahrzeug ist die einzige Alternative, mit der wir umgehend unsere CO2-Emissionen senken und die Qualität der Luft verbessern." Für 2030 sagt der Manager den E-Autos "einen extrem hohen Marktanteil" voraus.

Der Autobauer Renault, der vergleichsweise früh auf Fahrzeuge mit batterieelektrischen Antrieben gesetzt hat, will sein Engagement in diesem Bereich in naher Zukunft deutlich ausbauen. Bis 2022 soll das Angebot der Renault-Group in Deutschland auf acht E-Fahrzeuge wachsen. In den Startlöchern stehen bereits die Modelle Twingo Electric, eine E-Version des neuen Kangoo sowie die Plug-in-Hybride von Captur und Megane. Mitte des Jahres wird zudem der Dacia Spring Electric im untersten Preissegment antreten, der mit einem konkurrenzlos niedrigen Preis allen Schichten den Einstieg in die E-Mobilität ermöglichen soll. Mit dem Megane E-Vision hat Renault zudem Ende 2020 die neue batterieelektrische CMF-EV-Plattform vorgestellt, die den Auftakt zu einer komplett neuen Generation von E-Modellen auch für die Allianz-Partner Nissan und Mitsubishi markiert. Welche Modelle auf der neuen Plattform aufsetzen werden, wird allerdings noch nicht verraten.

Der Wasserstofftechnik räumt Hochgeschurtz aufgrund hoher Kosten und einem im Vergleich zur Batterietechnik geringen Wirkungsgrad vorläufig im Pkw-Segment keine Chancen ein. Wasserstoff bleibe vielmehr ein Forschungsthema der Zukunft. Vor allem im Schwerlast-Bereich bietet es Potenziale, doch bis sie sich dort durchsetzen wird, werden wohl noch Jahrzehnte vergehen.

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