Ridesharing-Dienst City-Loop

In der Limousine zum Termin

Young businessman sitting on back seat of the car, while his chauffeur is driving automobile. Foto: ©opolja - stock.adobe.com

Arbeiten statt selbst fahren: Mit einem Ridesharing-Service bringt das Start-up City Loop Geschäftsreisende zum Flughafen oder Arbeitstermin.

Teilen ist das neue Haben: Nach diesem Motto funktionieren viele innovative Sharing-Konzepte, so zum Beispiel im Bereich Wohnen bei Airbnb oder im Mobilitätssektor bei Uber und Flixbus. Der Trend zum Sharing macht aber auch vor Geschäftsreisen nicht halt. Doch Firmenreisende haben andere Bedürfnisse als Touristen oder Privatpersonen. Denn sie nutzen die Reisezeit als Arbeitszeit. Dem will nun das Start-up City Loop mit einem Konzept speziell für Geschäftskunden Rechnung tragen.

Gründer und Geschäftsführer Jörg Mayer kennt deren Bedürfnisse. Jahrelang war er als Manager für Telefon- und Internetunternehmen tätig, bevor er selbst die 21Sportsgroup gründete und zum Investor wurde. "Ich war wochenlang unterwegs und verbrachte 20 bis 30 Prozent meiner Arbeitszeit mit ineffektiven Reisen. Das ist betriebswirtschaftlich völlig unsinnig." Er fuhr zum Beispiel immer noch selbst mit dem Auto. "Das war total unwirtschaftlich. Denn ich habe einen viel höheren Stundenlohn als ein Chauffeur."

Die meisten Geschäftsreisenden wollen selbst fahren

Aus einer aktuellen, von City Loop bei You Gov beauftragten Umfrage weiß Mayer, dass 40 Prozent der Geschäftsreisenden am liebsten selbst hinterm Steuer sitzen. "Doch sobald ein Mitarbeiter mehr kostet als ein Fahrer, lohnt sich diese Art zu reisen nicht mehr." Sie sei sogar gefährlich. Denn viele nutzen nebenbei Handy oder Tablet, telefonieren oder schreiben Mails. Außerdem ist Autofahren anstrengend. Es kostet Energie, die Arbeitnehmer besser einsetzen könnten.

Auch privat brachte Mayer diese Art zu reisen Nachteile: "Ich kam häufig gestresst nach Hause und konnte mich nach Feierabend nicht mehr so meiner Familie widmen, wie ich wollte." Seitdem er sich chauffieren lässt, habe sich seine Lebensqualität deutlich gesteigert.

Mayer hat damit zwei entscheidende Anforderungen an die Geschäftsreise identifiziert: Sie sollte effizient und komfortabel sein. "Schließlich ist Reisezeit Arbeitszeit", betont er. Das unterstreiche auch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Dessen Richter entschieden 2018, dass Dienstreisezeit als Arbeitszeit zu bewerten und zu vergüten ist.

Bequem im Auto arbeiten

Ob sie nun Mails checken, eine Präsentation überarbeiten oder einen Geschäftstermin vorbereiten: Die meisten Arbeitnehmer nutzen Hin- und Rückreise in der Regel, um zu arbeiten. Dadurch entwickeln sie aber auch andere Bedürfnisse und Herausforderungen als Privatreisende. Während der Tourist sicher damit leben kann, wenn er auf die gestreamte Lieblingsserie während der Fahrt verzichten muss, ist es für einen Mitarbeiter sehr ärgerlich, wenn er wegen einer instabilen Internetverbindung nicht auf wichtige Unterlagen in der Cloud zugreifen kann.

Das unterstreicht eine Umfrage, die City Loop in Auftrag gab: 29 Prozent der 587 Befragten beklagten fehlendes oder instabiles Internet im Verkehrsmittel. Das größte Ärgernis für die Befragten sind aber mit 52 Prozent die Unpünktlichkeit und die Unzuverlässigkeit von Bus, Bahn und Flugzeug. Auch mit der Verkehrsanbindung von Flughäfen und ICE-Bahn­höfen sind 30 Prozent unzufrieden. Außerdem empfinden 19 Prozent der Arbeitnehmer Getränke als viel zu teuer, wenn sie mit einem Billigticket reisen und für die Drinks in die eigene Tasche greifen müssen.

Was aber wünschen sich Geschäftsreisende? Ganz vorne: eine kostenlose und stabile WLAN-Verbindung und komfortable Sitzplätze. 29 Prozent der reisenden Arbeitnehmer freuen sich außerdem über Verkehrs­mittel, bei denen eine direkte Abrechnung mit dem Arbeit­geber möglich ist.

Foto: Firmenauto

Das Unternehmenskonzept von City Loop will diese Bedürfnisse befriedigen. Die Firma fungiert dabei als Ridesharing-Service für Geschäftsreisende, also als ein Fahrdienst, mit dem mehrere Menschen gemeinsam zum Ziel kommen. "Als Reisebüro vermitteln wir Sitzplätze in Oberklasse-Limousinen", berichtet Mayer. Dabei fokussiert sich City Loop auf die sogenannte Mittelstrecke, also die Zubringerfahrten zum Beispiel vom Unternehmen zum Flughafen. "Auf der Kurzstrecke in den Städten gibt es vielerlei Verkehrsmittel wie Taxis oder Carsharing­autos. Auf der Langstrecke dominieren ICE und Flugzeuge", erklärt Mayer. "Ein Konzept für die Mittel­strecke fehlte bisher. Davon kann jeder Businessreisende ein schmerzliches Lied singen."

Der Chauffeurservice funktioniert nach dem Prinzip des Linienbetriebs: Er fährt vielfach am Tag zu festen Zeiten bestimmte Orte an. Im Erprobungsbetrieb bringt er Geschäftsleute zu den Flughäfen Frankfurt und Stuttgart sowie zu Großunternehmen in der Region, wie etwa SAP. Später ist ein bundesweites und grenzüberschreitendes Angebot geplant. "Unsere Chauffeure transportieren bis zu drei Reisende gleichzeitig. Diese teilen sich die Kosten für das Auto und den Fahrer, sodass wir Ticketpreise ab 79 Euro je 100 Kilometer anbieten können … und das, obwohl wir unsere Kunden mit Limousinen wie dem Audi A8L befördern."

Foto: ©goodluz - stock.adobe.com
Bahnfahren hat durchaus Vorteile. Anders als im Firmenwagen kann man arbeiten, und manchmal funktioniert sogar das WLAN.

Dem Chef von City Loop geht es nicht darum, seine Kunden mit einem Fahrzeug der Luxusklasse zu chauffieren. Vielmehr will er dem Geschäftsreisenden einen Komfort bieten, der effiziente Arbeit im Auto ermöglicht: "Unsere Fahrzeuge sind mobile Büros mit Hotspot, ausklappbaren Tischen, 230-V-Steckdosen und USB-Ladesteckplätzen. Sie bieten große Beinfreiheit, Ruhesitze mit Massagefunktionen und Fußstützen." Denn der Geschäftsreisende soll auch Gelegenheit haben, sich zu entspannen. Deshalb kann er die vorhandenen lärmreduzierenden Kopfhörer und Schlafmasken verwenden. Kühle Getränke und frischer Bio­kaffee sind während der Fahrt genauso inklusive wie ein Concierge-Service. Wie alle Sharing-Dienste lässt sich auch City Loop per App buchen.

Mayer sieht in Sharing-Konzepten grundsätzlich eine Win-win-Situation für Mitarbeiter, Unternehmen und Gesellschaft: "Sich ein Auto und einen Fahrer zu teilen, ermöglicht es den Reisenden, während der Fahrt effizient zu arbeiten. Zugleich ist es komfortabel und sicher. Außerdem entlastet es den Straßenverkehr und die Umwelt."

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