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Foto: Skoda

Skoda Octavia Combi 1.4 TSI G-Tec DSG im Test

Sauber gegen Super

Erdgas ist sauberer und günstiger als Diesel oder Super. Trotzdem trauen sich nur wenige auf Gas umzusteigen. Ein Fehler, wie der Skoda Octavia Combi G-Tec beweist.

Sie fahren einen Skoda Octavia Combi? Dann zählen Sie unter Automobilisten ohnehin schon als Clever-Käufer. Wenn Ihr Skoda jetzt noch den G-Tec-Schriftzug am Heck kleben hat, dürfen Sie sich doppelt und dreifach bestätigt fühlen. Dieser Skoda fährt mit Erdgas. Und nach jüngsten Abgasmessung im Realverkehr (ADAC-Ecotest) stößt der G-Tec mit am wenigsten Schadstoffe aus (10 mg/km). Zum Vergleich: Beim neuen Kodiaq 2.0 TDI 4x4 kam ein mehr als 17-facher Wert heraus (172 mg/km).

Nach 60.000 km ist der höhere Grundpreis amortisiert

Lassen wir den Diesel aber mal in Ruhe, der hat schließlich schon genug zu kämpfen. Vergleichen wir den Erdgas-Skoda lieber mit einem gleichstarken Benziner. In der CO2-Bilanz liegt der Octavia 1.4 TSI G-Tec (110 PS) vorne: 99 g/km. Der 115 PS starke Dreizylinder 1.0 TSI kommt beispielsweise auf 109 Gramm. Der Octavia G-Tec schont nicht nur die Umwelt, er entlastet auch das Portemonnaie. 3,7 Kilogramm CNG verbraucht er laut Skoda. Auf unserer Verbrauchsrunde waren es 4,6 Kilo. Erdgas kostet derzeit 90 Cent pro Kilogramm. Auf den Liter Super Bleifrei umgerechnet sind das 57 Cent netto pro Liter. Also gut die Hälfte von dem, was derzeit für den Liter Super verlangt wird. Da sind die rund 2.400 Euro, die der Octavia Combi G-Tec (ab 19.285 Euro mit Handschaltung) mehr kostet als der 1.0 TSI (ab 16.848 Euro) nach gut 58.000 Kilometer wieder eingefahren.

Zoom Skoda Octavia Combi 1.4 TSI G-Tec 2017 Foto: Skoda

Was Sie mit einem Erdgas-Skoda sonst noch in Kauf nehmen müssen? Vor allem ein lückenhaftes Tankstellennetz. Rund 900 CNG-Zapfsäulen gibt es in Deutschland. Wer nicht direkt bei der Arbeit oder zuhause eine Tankstelle um die Ecke hat, wird nach Feierabend nur ungern einen Umweg fahren wollen. Als staugeplagte Stuttgarter können wir davon ein Lied singen. Zum Glück befindet sich nur ein paar hundert Meter vom Verlags-Gebäude eine Jet-Tankstelle mit Erdgas-Zapfsäule. Zur Nächsten müssten wir entweder 14 Kilometer raus aus der Stadt oder quer durch den "Kessel" (so  nennen Stuttgarter ihre im Tal gelegene City) rutschen. Eine halbe Stunde Fahrt – wohlwollend geschätzt.

328 km Reichweite, aber nur 900 Tankstellen deutschlandweit

Der Tankvorgang an sich nimmt kaum mehr Zeit in Anspruch. Und nein, Sie brauchen keine Sorgen haben, dass Ihnen der Tank um die Ohren fliegt, weil Sie beim Befüllen etwas falsch machen. Die Betankung läuft nahezu wie bei normalem Kraftstoff ab. Der CNG-Zapfstutzen befindet sich direkt neben dem Einfüllstutzen für den Benzintank, also beides unter dem gleichen Tankdeckel. Rüssel drauf, Start drücken. Die Zapfsäule pumpt den gasförmigen Kraftstoff in die beide 15 Liter fassenden Erdgastanks. Damit kommt der Octavia nach Skodas Rechnung 405 km weit. Mit unserem Testverbrauch sind es immerhin 328 km. Das dürfte den meisten Dienstwagenfahrern für die Arbeitswoche plus Kurztrip am Wochenende ausreichen. Auf dem Weg zum Kundentermin kann der Fahrer Erdgastankstellen bei der Tourenplanung des Navis berücksichtigen und als Zwischenziel einfädeln.

Zoom Skoda Octavia Combi 1.4 TSI G-Tec 2017 Foto: Skoda

Der übliche 50-Liter-Benzintank bleibt ja zudem vollständig erhalten und bringt Sie weitere 925 km ohne Tankstopp. Allzu lange sollten Autofahrer den Benzintank allerdings nicht beanspruchen. Der Erdgas-Octavia wiegt fast 200 Kilo mehr als der normale Kombi, dadurch ist der Spritverbrauch auch höher (5,5 Liter Super). Jeder Kilometer, der nicht mit Erdgas zurückgelegt wird, ist also ein Minusgeschäft. Die Erdgastanks befinden sich unterm Kofferraum. Dafür musste das Ersatzrad weichen. Der Fahrer bekommt für den Notfall ein Reifenreparatur-Set mit in den Wagen gelegt. Das Kofferraumvolumen sinkt dadurch auf 480 beziehungsweise 1.610 Liter (normalerweise 610 bis 1.740 Liter). Das dürfte nur die wenigsten stören, schließlich entfällt lediglich der doppelte Ladeboden.

Wenn Sie uns jetzt nach unserem Fahreindruck fragen, müssen wir offen gestehen: Der Octacia G-Tec fährt sich kaum anders als ein herkömmlicher Benziner. Die kleine Anfahrschwäche gleicht der geübte Gasfuß aus. Wem das Gefühl im rechten Fuß partout fehlt und das Gaspedal zu stark durchdrückt, der prescht bei Ampelstarts wild los, weil DSG und Gasantrieb nicht ganz harmonieren. Und wenn man genau hinhört, dann könnte man dem Erdgas-Skoda ein leises Brummen nachsagen. Wen das stört, der konzentriert sich eben auf die zusätzliche CNG-Tankanzeige im Instrumentenfeld. So lange die nämlich nicht bei Null steht, brummt auf lange Sicht auch Ihr Flottengeschäft.

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Datum

9. August 2017
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